Gewalttat

Todesschütze von Lüttich schrie laut Behörden „Allahu akbar“

Attentäter von Lüttich hatte Polizisten im Visier

Der Attentäter von Lüttich, der zwei Polizisten und einen jungen Mann tötete, stand nach Angaben aus Ermittlerkreisen auf einer Gefährderliste. Er hatte es offenbar auf Polizisten abgesehen.

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Ein Mann erschoss am Dienstag in Lüttich zwei Polizistinnen und einen Passanten. Kurz zuvor hatte er schon einen Menschen getötet.

Lüttich.  Nach dem Mord an zwei Polizistinnen und an einem Passanten am Dienstag in Lüttich werden nun neue Details bekannt. Der mutmaßliche Terrorist hat wenige Stunden vor seiner Tat einen weiteren Mann in der südbelgischen Provinz Luxemburg getötet.

Das sagte der belgische Innenminister Jan Jambon am Mittwochmorgen dem belgischen Fernsehsender RTL. Demnach brachte der Attentäter in der Nacht zum Dienstag einen ehemaligen Mithäftling in der südbelgischen Provinz Luxemburg um.

Bei seinem Angriff am Dienstag habe der Attentäter mehrfach „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) geschrien. Dies teilte die zuständige Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Brüssel mit. Der Mann habe zudem Kontakt zu radikalisierten Personen gehabt. Die Staatsanwaltschaft prüfe auch, ob der Täter bei dem Angriff am Dienstag Hilfe durch einen Komplizen gehabt habe.

In Lüttich zwei Polizistinnen erschossen

Der Terrorverdächtige hatte am Dienstagvormittag in Lüttich zwei Polizistinnen und einen Zivilisten getötet und zwei Frauen als Geisel genommen, bevor er von Sicherheitskräften erschossen wurde. Er habe die Polizistinnen – anders als zuvor berichtet – erst mit einem Messer angegriffen und ihnen dann die Dienstwaffen entrissen. Mit den geraubten Waffen erschoss er die 44 und 54 Jahre alten Beamtinnen.

Die Ermittler vermuten einen terroristischen Hintergrund. Als Motiv für die Taten nannte Jambom eine mögliche Radikalisierung: „Aber vielleicht auch, dass er in unserer Gesellschaft keine Perspektive mehr hat, weil er in der Nacht zuvor einen Mord begangen hatte.“

Täter hätte Dienstag wieder ins Gefängnis zurückkehren sollen

Der Mann war den Angaben zufolge immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten, unter anderem wegen Diebstahls, Drogen und Widerstands gegen die Staatsgewalt. Er verbüßte eine Gefängnisstrafe im südbelgischen Marche-en-Famenne und hatte die Haftanstalt am Montagmorgen mit Genehmigung verlassen. Er hätte am Dienstagabend wieder im Gefängnis sein sollen.

Die Polizei von Lüttich veröffentlichte unterdessen auf Facebook ein Foto der beiden getöteten Beamtinnen „als Hommage an die wunderbaren Frauen, Mütter und Polizistinnen, die sie waren.“ Die Polizei dankte den Bürgern zudem für die Unterstützung, die die Beamten seit dem mutmaßlichen Terrorakt erhalten hätten. Die gesamte belgische Polizei stehe in diesen Tagen unter enormem Druck. (dpa)