Brauchtum

St. Patrick’s Day: So feiern die Iren ihren Nationalheiligen

St. Patrick's Day in London: Grün war auch in der englischen Hauptstadt am Sonntag die bestimmende Farbe.

St. Patrick's Day in London: Grün war auch in der englischen Hauptstadt am Sonntag die bestimmende Farbe.

Foto: Reuters

Am 17. März wird St. Patrick’s Day gefeiert: Nicht nur auf der „grünen Insel“ spielt der Nationalheilige Irlands eine große Rolle.

Berlin.  Grüne Kleider, grünes Bier, sogar einen grünen Fluss bringt dieser Tag mit sich: Der 17. März ist St. Patrick’s Day, der Feiertag für den Nationalheiligen der Iren, den heiligen Patrick. Bedeutet: Die „grüne Insel“ noch grüner, in Irland erstrahlen Denkmäler und Gebäude in Grün, viele Menschen tragen ein Kleeblatt, das „Shamrock“ genannte Symbol Irlands, an der Kleidung oder im Gesicht.

So auch Herzogin Kate (37), die im grünen Mantel mit Kleeblatt-Brosche an der Seite ihres Prinzen William (36) an der Parade im Londoner Stadtteil Hounslow teilnahm. Mit dem Kleeblatt soll St. Patrick die Heilige Dreifaltigkeit erklärt haben. Die Royals waren nicht nur bei der Kleiderfrage stilecht unterwegs: Hinterher gab's ein Glas dunkles irisches Guinness.

Längst hat der Brauch auch außerhalb Irlands viele Freunde gefunden. Selbst Irlands Premierminister Leo Varadkar feierte auswärts - in Chicago. Grünes Licht beleuchtete am Samstagabend auch den Rheinfall im Schweizer Schaffhausen.

Der heilige Patrick von Irland war ein christlicher Missionar, der Ende des 4./Anfang des 5. Jahrhunderts lebte. Über sein Leben ist wenig bekannt – viele Geschichten, die über ihn erzählt werden, sind Legenden.

St. Patrick’s Day bedeutet für die meisten vor allem: Party

Als einigermaßen gesichert gilt, dass Patrick im Alter von 16 Jahren entführt wurde und in Gefangenschaft Trost im Christentum fand. 432 soll Papst Coelestin I. den Priester Patrick als Bischof nach Irland geschickt haben, wo er bis zu seinem Tod – angeblich am 17. März 461 – an der Verbreitung des christlichen Glaubens mitgewirkt haben soll.

Die christliche Tradition spielt für viele tiefkatholische Iren und ihre Nachfahren eine große Rolle – aber die meisten wollen am St. Patrick’s Day vor allem feiern. Und das nicht nur in Irland: Die erste St.-Patrick’s-Day-Parade marschierte in den USA – ob in New York City oder in Boston, darüber sind sich die Gelehrten nicht ganz einig.

Beide Städte haben aber einen großen Bevölkerungsanteil, der sehr stolz auf seine irische Abstammung ist. Mehr als 32 Millionen US-Amerikaner geben an, dass sie irische Vorfahren haben – das sind rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung.

Chicago färbt den ganzen Fluss grün

New York feiert den St. Patrick’s Day schon seit 1762 mit einer Parade – da gehörte die Stadt auch noch zu England. Hunderttausende Menschen werden zum Umzug erwartet, in Chicago ebenfalls. Die Metropole am Michigan See hat den Feiernden am St. Patrick’s Day ein besonderes Spektakel zu bieten: Der Chicago River, der sich durch die Stadt schlängelt, wird grün eingefärbt. Und grünes Bier ist an dem Tag in den Pubs der Stadt ganz normal.

Der imposanteste St.-Patricks-Day-Umzug in Deutschland zieht jährlich durch München. Wer so weit nicht reisen will, kann vermutlich gut im nächsten Irish Pub feiern.