Armut

Essener Tafel gibt neue Bezugskarten aus – nur für Deutsche

Essener Tafel: Der Verein, der Lebensmittel an Bedürftig verteilt, ist wegen des Streits um den Aufnahmestopp für Ausländer in der Kritik. Diese fünf Fakten muss man jetzt über die bundesweite Organisation wissen.

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Über die Essener Tafel wird im Moment hitzig diskutiert. Seit dem Morgen ist der umstrittene Aufnahmestopp für Ausländer in Kraft.

Essen.  Die Essener Tafel hat am Mittwochmorgen planmäßig mit der Ausgabe neuer Berechtigungen für Lebensmittelpakete begonnen. Dabei wurden mehrere Bewerber ohne deutschen Pass weggeschickt, wie ein dpa-Reporter berichtet. Mehrere Dutzend Menschen hätten für neue Karten angestanden.

Wer keine Berechtigung bekam, wurde gebeten, in sechs Wochen wiederzukommen. Alles lief dabei friedlich ab, es gab keine lautstarken Proteste. Der vorübergehende Aufnahmestopp für Ausländer bei der Essener Tafel, der bundesweit für heftige Debatten sorgt, gilt seit dem 10. Januar.

Der Tafelvorstand reagiert mit der umstrittenen Maßnahme auf die gestiegene Nachfrage und wiederholte Auseinandersetzungen an den Lebensmittelausgaben.

Kritik an Entscheidung von Essener Tafel

Essener Tafel will Lebensmittelverteilung neu organisieren

Die Essener Tafel vergibt einmal in der Woche mittwochs neue Kundenkarten, die in der Regel für ein Jahr gültig sind. Der Vereinsvorsitzende Jörg Sartor geht davon aus, dass wie üblich rund 50 neue Berechtigungen vergeben werden können.

„Wartenummern werden nur zwischen 8.45 und 9.00 Uhr ausgegeben. Persönliches Erscheinen ist zwingend erforderlich“, heißt es auf der Internetseite der Tafel. An diesem Mittwoch beginnt um 12.30 Uhr eine reguläre Lebensmittelausgabe.

Nach der massiven Kritik an dem Aufnahmestopp strebt die Tafel eine Neuregelung bei der Verteilung der Lebensmittel an. Die Stadt Essen und der Vereinsvorstand beschlossen am Dienstag in einer Krisensitzung die Gründung eines Runden Tisches.

Dieser soll innerhalb der nächsten zwei Wochen zusammenkommen, um Lösungsansätze zu beraten. Im Fokus der Tafel stünden Alleinerziehende, Senioren und Familien mit minderjährigen Kindern, hieß es. (dpa)