Familien-Streit

Kohl-Witwe: Fühle mich zum Abschuss freigegeben

Maike Kohl-Richter mit ihrem im Juni 2017 gestorben Ehemann Helmut Kohl im November 2014. Der Altkanzler habe sie als Alleinerbin eingesetzt, um seinen Nachlass zusammenzuhalten.

Maike Kohl-Richter mit ihrem im Juni 2017 gestorben Ehemann Helmut Kohl im November 2014. Der Altkanzler habe sie als Alleinerbin eingesetzt, um seinen Nachlass zusammenzuhalten.

Foto: imago stock&people / imago/epd

Maike Kohl-Richter sieht sich ungerecht behandelt und als „Monster“ verunglimpft. Nun äußert sich die Witwe des Altkanzlers öffentlich.

Hamburg.  Maike Kohl-Richter, die Witwe des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl , hat sich erstmals zu Vorwürfen und Unterstellungen geäußert, denen sie sich seit dem Tod ihres Mannes im Juni 2017 ausgesetzt sieht.

„Ich fühle mich wie Freiwild, das zum Abschuss freigegeben ist“, sagte die frühere Ehefrau des Altkanzlers dem Magazin „Stern“. In den Medien werde viel Unwahres über sie verbreitet, und sie habe zahlreiche Briefe erhalten, „in denen ich beschimpft wurde“. Man erkläre ihr in solchen Schreiben unaufgefordert, „wie ich das Grab meines Mannes zu gestalten habe, mein Leben zu führen habe und mich zu benehmen hätte“.

„Ich gelte als Monster“

Die 53-Jährige spricht in dem Interview auch über den jahrelangen Streit mit den Kohl-Söhnen Peter und Walter. „Mein Mann und ich werden als maximal unversöhnlich dargestellt, und ich gelte als Monster, das die armen Kinder von Vater und Großvater fernhält.“

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Helmut Kohl habe sehr darunter gelitten, dass seine Söhne die Vater-Sohn-Beziehung „zum Geschäftsmodell“ gemacht und den Weg in die Medien gesucht hätten. Maike Kohl-Richter bestätigte, dass die Söhne und ihre Familie schon zu Kohls Lebzeiten eine Million Euro erhalten hätten, um Erbstreitigkeiten zu vermeiden.

Kohl habe sie als Alleinerbin eingesetzt

Kohl-Richter bezieht auch Stellung zu dem Streit um Akten des Altkanzlers, die in seinem Privathaus in Ludwigshafen-Oggersheim im Keller lagern. „Mein Mann hat bereits 2007 handschriftlich testamentarisch verfügt, dass ich bezüglich seines Lebenswerks seine legitime Alleinerbin und Ansprechpartnerin sein soll“, so Kohl-Richter. „Ich würde mir von manchem mehr uneigennützige Unterstützung wünschen und weniger Eifersüchteleien.“

Helmut Kohl sei es wichtig gewesen, „dass der Nachlass zusammenbleibt und seriös zugänglich ist“. Dazu führe sie Gespräche, aber die Entscheidung etwa um eine Helmut-Kohl-Stiftung müsse in Ruhe getroffen werden. (küp/pts)