Flugverkehr

Ryanair: Jeder vierte Morgenflug durch Warnstreik verspätet

Kaum Auswirkungen des Pilotenstreiks bei Ryanair

Die Pilotengewerkschaft zeigte sich trotzdem mit dem Streikverlauf zufrieden.

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Ryanair hat sich am Freitag bei den Passagieren wegen Unannehmlichkeiten durch den Pilotenstreik entschuldigt. Es gab Verspätungen.

Dublin/Frankfurt.  Die irische Billigfluglinie Ryanair hat sich am Freitag bei ihren Passagieren wegen Unannehmlichkeiten während des Piloten-Warnstreiks in Deutschland entschuldigt. Es hätten aber keine Flüge storniert werden müssen, wie Ryanair in Dublin mitteilte.

Flüge der Airline starten unter anderem an den Flughäfen Frankfurt am Main, Köln/Bonn, Bremen, Berlin, Hamburg und Weeze am Niederrhein. Neun der 36 Morgenflüge konnten der Airline zufolge nur verspätet starten. Ryanair bezeichnete den Warnstreik als eine „unnötige“ Aktion. Es hätten sich nur wenige Piloten daran beteiligt.

Passagiere in Deutschland atmen auf

Viele Passagiere, die um ihren Weihnachtsurlaub gefürchtet hatten, waren erleichtert. „Die Stimmung ist echt entspannt“, berichtete der Sprecher des Flughafens Weeze, Holger Terhorst, während am Freitagmorgen das Boarding für den ersten Ryanair-Flug lief. „Die Gäste sind sehr geduldig.“

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte sich zuvor zufrieden mit dem Warnstreik gezeigt. Weitere Streikaufrufe wird es laut Cockpit bis einschließlich zum zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) nicht geben, so Sprecher Markus Wahl.

Pilotengewerkschaft nennt Warnstreik „zufriedenstellend“

Allerdings habe die Fluggesellschaft „leider Druck auf die Piloten“ ausgeübt, sagte Wahl. In Frankfurt-Hahn habe etwa der Sicherheitsdienst einen streikenden Piloten aufgefordert, das Gelände zu verlassen.

Es war der erste Ausstand in der über 30-jährigen Ryanair-Geschichte. Er war von der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit initiiert worden. Ryanair hatte der Gewerkschaft ein Gespräch am 5. Januar in Frankfurt angeboten, aber die Zusammensetzung der Tarifkommission abgelehnt. Dies stieß auf großen Ärger bei den Piloten. Man lasse sich von der Fluglinie nicht vorschreiben, mit wem verhandelt werde, hieß es.

Weitere Verhandlungen geplant

Wie es nun weitergehe, hänge davon ab, ob Ryanair bereit sei, mit der Gewerkschaft auf Augenhöhe zu verhandeln, sagte Wahl. Falls das Unternehmen die Zusammensetzung der Tarifkommission weiterhin nicht akzeptiere, müsse über eine Eskalation nachgedacht werden.

In Irland werden sich am 3. Januar Vertreter von Ryanair und der Gewerkschaft Impact Trade Union treffen. Das Unternehmen hatte die irische Gewerkschaft schriftlich als Interessenvertretung für die Piloten anerkannt – allerdings erst nach massivem Druck.

Gewerkschaftsvertreterin Ashley Connolly sprach von einem historischen Erfolg. Die Billig-Airline hatte es zuvor grundsätzlich abgelehnt, Gewerkschaften als Vertreter der Mitarbeiter anzuerkennen. (dpa/sth)