Pink-Floyd-Gründer

Waters: Sender distanzieren sich wegen Antisemitismus

Roger Waters ist Gründer der Band Pink Floyd.

Roger Waters ist Gründer der Band Pink Floyd.

Foto: Igor Vidyashev / imago/ZUMA Press

Am 14. Mai soll Pink-Floyd-Gründer Roger Waters in Hamburg auf einem Konzert spielen, das vom NDR präsentiert wird.

Berlin.  Die Pink-Floyd-Legende Roger Waters ruft zum Boykott von Israel ab und hat auf Konzerten Schweine-Ballons mit aufgemalten David-Sternen gezeigt. Die antisemitschen Äußerungen kosten den Musiker zunehmend Rückhalt bei Radiosendern und in der Öffentlichkeit.

Nach dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) erklärten inzwischen auch der Bayerische Rundfunk (BR), der Südwestrundfunk und der Norddeutsche Rundfunk (NDR) ihre Zusammenarbeit mit dem 74-jährigen Musiker für beendet. SWR1 BW teilte am Montag über Twitter mit, der Sender sei aus der Präsentation der Tournee des Sängers ausgestiegen. „Damit reagiert der SWR auf Antisemitismus-Vorwürfe gegen das Pink-Floyd-Gründungsmitglied“, hieß es zur Begründung.

WDR-Ausstieg hat Symbolwirkung

Auch eine BR-Sprecherin sagte dem Evangelischen Pressedienst, die Rundfunkanstalt habe „sich nach dem Ausstieg des WDR aus der Kooperation mit Roger Waters entschieden, aufgrund von dessen umstrittener Haltung gegenüber Israel die Medienpartnerschaft mit sofortiger Wirkung ebenfalls zu beenden“. Ursprünglich wollte Bayern2 das Konzert des Künstlers in München präsentieren.

„Wir merken aber, dass nun ein klares Signal gefragt ist. Den Auftritt von Roger Waters wird Bayern2 natürlich dennoch wie geplant journalistisch und kritisch im Programm begleiten“, erklärte die Sprecherin. Auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) geht auf Distanz zu Waters. Waters’ Auftritte am 1. und 2. Juni 2018 in Berlin würden nicht von den RBB-Wellen Antenne Brandenburg und radioBerlin 88,8 präsentiert.

NDR 90,3 und das „Hamburg Journal“ nehmen nach Angaben des Senders vom Montag ebenfalls Abstand von der geplanten Präsentation eines Konzerts des britischen Sängers und Komponisten. Waters sei wegen der Unterstützung einer Boykott-Kampagne gegen Israel in die Schlagzeilen geraten, hieß es. Daher werde der vorgesehene Vertrag mit dem umstrittenen Musiker nicht unterzeichnet.

Roger Waters ist 2018 in Deutschland auf Tournee

„Bild.de“ hatte am Sonntagabend berichtet, dass der WDR aus seiner Kooperation mit Waters aussteigt. „Zu dieser Zusammenarbeit hatten den WDR in den vergangenen Tagen kritische Stimmen, vor allem jüdischer Mitbürger, erreicht“, sagte eine Sprecherin der Rundfunkanstalt am Montag. „Der Musiker trat in der Vergangenheit mit anti-israelischen Aktionen in die Öffentlichkeit. WDR Intendant Tom Buhrow sieht in der Absage ein Signal des Verstehens an die jüdischen Gemeinden.“

Waters ist Unterstützer der Boykott-Kampagne gegen Israel (BDS). Im kommenden Jahr wird er mit seiner Show „Us + Them“ auf Tournee gehen und dabei auch in Deutschland Station machen. Die Sender WDR, SWR, BR und NDR waren Konzert-Kooperationen für die Konzerte in Köln, Mannheim, München beziehungsweise Hamburg eingegangen. (epd/ac)