Terroranschläge

Facebook und Twitter helfen bei Suche nach Freunden in Paris

Mit einer Facebook-Suche können besorgte Internet-Nutzer ihre Freunde und Verwandte in Frankreich ausfindig machen.

Mit einer Facebook-Suche können besorgte Internet-Nutzer ihre Freunde und Verwandte in Frankreich ausfindig machen.

Foto: Screenshot Facebook / BM

Nach den Anschlägen von Paris sorgen sich viele Menschen um die Sicherheit von Freunden. Dienste im Internet helfen bei der Suche.

Berlin.  Facebook und andere Internetportale bieten nach den Anschlägen von Paris Dienste an, mit denen besorgte Nutzer nach Freunden und Verwandten suchen können. Menschen in Paris können ihren Bekannten signalisieren, dass sie sich in Sicherheit befinden.

Bei Facebook läuft die Suche über den so genannten „Saftey Check“. Wer nach Verwandten und Freunden in Paris sucht, dem wird dort sofort eine Liste mit den befreundeten Nutzern angezeigt, die sich in Paris befinden könnten. Facebook liest dabei aus, ob diese Nutzer Paris als Heimat angegeben haben oder sich an einem Ort in der Stadt markiert haben. Freunde können dann ihre Freunde in Paris direkt anschreiben.

Auf der anderen Seite können Facebook-Nutzer in Paris allen Nutzern in der eigenen Freundesliste mitteilen, dass sie in Sicherheit sind. Facebook sendet Mitgliedern mit Standortdaten der französischen Hauptstadt sogar eine Erinnerung dazu. Der Dienst des sozialen Netzwerks kam das erste Mal bei dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan 2011 zum Einsatz. Tausende Menschen hatten so in Asien ihre Verwandten gesucht und vielfach gefunden.

Innenministerium startet digitalen Suchdienst

Das französische Innenministerium hat einen ähnlichen Suchdienst im Internet eingerichtet. Auf der Internetseite des Ministeriums können Angehörige und Freunde eine Suchanzeige nach Vermissten aufgeben. Frei übersetzt heißt es dort: Seien Suchende „ohne Nachricht von einem geliebten Menschen und möchten sein Verschwinden melden“, dann könnten sie dazu ein Online-Formular ausfüllen. Gleichzeitig können hier Hinweise auf Tote, Verletzte oder den Tathergang abgegeben werden.

Im Gegensatz zum Facebook-Dienst gibt es hier jedoch keinen Hinweis, der den sicheren Verbleib von Freunden sofort anzeigt. Stattdessen verspricht das Innenministerium jedoch, dass sich Polizeibeamten umgehend telefonisch bei den Suchenden melden.

Neben der systematischen und offiziellen Suche nach Vermissten finden sich auch weitere Hilfsangebote im Internet. Unter dem Stichwort „#porteouverte“ (Offene Tür) laden Pariser Bürger andere Menschen ein, bei ihnen zu übernachten. Das Angebot richtet sich unter anderem an Touristen wie die Besucher des gestrigen Fußballspiels zwischen Deutschland und Frankreich. Aber auch Zeugen der anschließenden Schießereien und Explosionen sollen so eine sichere Unterkunft finden.