Unwetter in Deutschland

Heftige Gewitter verursachen Schäden in vielen Bundesländern

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Überflutete Straßen und Keller, eine eingestürzte Hörsaldecke, umgestürzte Bäume: Es blitzt und donnert in weiten Teilen Deutschlands.

Berlin. Schwere Sommergewitter und starke Regenfälle haben am Donnerstag weite Teile Deutschlands überzogen und zahlreiche Sachschäden verursacht. In Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Bayern stürzten Bäume um. Teilweise war der Auto- und Bahnverkehr behindert. Der Deutsche Wetterdienst weitete am Abend seine Unwetterwarnungen auf weitere Bundesländer aus; betroffen sind demnach auch Teile von Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

In Sachsen-Anhalt wurden Teile der Stadt Aschersleben überflutet. Die Kanalisation habe die starken Regenfälle nicht bewältigen können, sagte am Abend ein Sprecher der Polizei in Bernburg (Saale). Mehrere Keller seien vollgelaufen. Entlang der Bundesstraße 6n seien Böschungen abgerutscht. In Ilbersdorf wurde den Angaben zufolge ein Hochspannungsmast beschädigt.

In Dortmund blieb ein 67 Jahre alter Rentner mit seinem Auto in einer mehr als ein Meter hoch überfluteten Unterführung stecken. Er wurde von drei Jugendlichen gerettet, wie die Polizei mitteilte. An der Universität stürzten Teile einer Zwischendecke ein. Dabei sei niemand verletzt worden, sagte Feuerwehrsprecher Boris Thiemrodt. Die Feuerwehr habe Studenten gebeten, das Gebäude zu verlassen, den Strom abgestellt und Wasser aus dem Keller abgepumpt. Das vor allem von Geisteswissenschaftlern genutzte Gebäude sollte am Freitag mit Einschränkungen wieder freigegeben werden.

Ein durch Blitzschlag umgestürzter Baum sorgte im Zugverkehr zwischen Essen und Bochum für Behinderungen. Züge wurden teils über Gelsenkirchen umgeleitet, es gab Verspätungen. Am Dortmunder Flughafen zwang das Unwetter zwei Maschinen zu Warteschleifen. Die Piloten hätten sich entschieden, das Gewitter über der Stadt abzuwarten, sagte Flughafensprecher Marc Schulte.

In Oberbayern, der Oberpfalz und in Unterfranken wurden erhebliche Schäden angerichtet. Straßen wurden überflutet, Keller liefen voll. Nach einer vorläufigen Bilanz der Polizei mussten zwei Menschen mit Unterkühlungen ambulant behandelt werden. Bei einem Verkehrsunfall wegen Aquaplanings verletzte sich eine Frau.

Heftige Gewitter zogen am Donnerstag auch über Thüringen hinweg. In Teilen Ostthüringens stürzten Bäume um, liefen Keller voll und wurden Straßen überschwemmt, wie die Polizei mitteilte. Die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, die Schäden zu beseitigen. Im Raum Rudolstadt fiel zeitweise der Strom aus. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Leipzig kamen innerhalb von nur einer Stunde teils mehr als 30 Liter Regen vom Himmel.

Auch in den nächsten Tagen soll sich die Serie der Sommergewitter fortsetzen. Ein neues Frontensystem war aus Frankreich im Anmarsch. „Da könnte wieder einiges volllaufen“, sagte Karl-Heinz Nottrodt vom Wetterdienst Essen. Die Luft kühle sich vorerst kaum ab. „Deshalb kann es jederzeit wieder losgehen.“

(dpa/abendblatt.de)

( (dpa/abendblatt.de) )