Fußball-WM 2010 in Südafrika

Katerstimmung in Deutschland - Spanien im Freudentaumel

"Schland o Schland" - der Traum ist aus: Lange Gesichter und offene Trauer auf deutschen Fanfesten gegen grenzenlose Freude in Spanien.

Frankfurt/Main/Madrid. "Schland o Schland" - der Traum ist ausgeträumt . Enttäuschte Deutschland-Fans zogen gestern traurig, aber zumeist friedlich von den jeweiligen Public-Viewing -Plätzen in den verschiedenen Städten nach Hause. In Berlin, wo sich an Deutschlands größter Fanmeile zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule rund 350.000 Zuschauer versammelt hatten, gab es bis kurz vor Mitternacht keine größeren Zwischenfälle, wie eine Polizeisprecherin der Nachrichtenagentur DAPD sagte. Es gab kleinere Rangeleien, von größeren Zusammenstößen wurde aber nichts bekannt. Einen großen spanischen Auto-Corso gab es in der Hauptstadt nicht. Vereinzelt schwenkten spanische Fans ihre Fahnen aus dem Auto. „Es ist viel ruhiger als in den vergangenen Tagen“, sagte die Sprecherin. Auch in Frankfurt am Main blieb es - von kleineren Rangeleien abgesehen - zunächst ruhig. Ein paar Autofahrer hupten und schwenkten spanische Fahnen, aber auch hier gab es „keinen Corso im eigentlichen Sinn“, sagte ein Polizeisprecher der DAPD.

Die Spanier feierten dagegen überschwenglich ihren ersten Einzug ins WM-Finale. Mit Hupkonzerten und Feuerwerkskörpern jubelten zehntausende Menschen in Madrid. Die größte Party fand vor dem Bernabeu-Stadion statt, wo die Menge das 1:0 im Halbfinale gegen Deutschland auf einer riesigen Leinwand verfolgen konnte. Nach dem Schlusspfiff zog die jubelnde Menge zum Boulevard Paseo de la Castellana und schwenkte spanische Flaggen. Von vielen Balkonen schallten „Ole, Ole, Ole“-Rufe. Auch in anderen Großstädten wie Barcelona und Cadiz feierten Tausende den ersten Einzug Spaniens in ein WM-Finale. Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero sprach einem „ungemein glücklichen Tag“. Die spanische Elf habe „intelligent, elegant, als Team und mit Leidenschaft“ gespielt, sagte er dem Radiosender Cadena SER.