Neue Touristenattraktion

Magdeburger Zoo expandiert: Mehr Affen und Elefanten

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Rochus Görgen und Maria Böhme

Die Magdeburger Elefanten und Schimpansen bekommen Gesellschaft - in neuen Häusern will der Zoo künftig deutlich mehr Tiere halten.

Magdeburg. Der Magdeburger Zoo plant millionenschwere Investitionen in neue Elefanten- und Affenhäuser. Bis zum Jahr 2015 sollen in die Häuser, ein Restaurant und neue Parkplätze rund zwölf Millionen Euro investiert werden. Das neue Affenhaus koste weniger als die notwendige Sanierung und Erweiterung des bestehenden Hauses, sagte Zoodirektor Kai Perret am Montag. Auch die beiden Magdeburger Elefanten sollen neue Spielgefährten und eine modernere Anlage bekommen.

Bislang leben im Magdeburger Zoo nur die indische Elefanten-Dame Birma und der afrikanische Bulle Mwana. Nach dem Bau einer neuen Dickhäuter-Anlage wäre dann Platz für sechs bis acht Elefanten - plus dem dann geplanten Nachwuchs. Perret sprach beim Elefantenbereich von „einem ganz großen Wurf“. Vor allem Jungtiere ziehen regelmäßig neues Publikum an.

Auch die beiden Schimpansen Wubbo und Nana sollen ein neues Zuhause bekommen. Ihr bisheriges Gebäude, das ursprünglich sowohl für Schimpansen als auch für Orang-Utans angelegt war und erst im Jahr 2000 eröffnet wurde, ist baufällig. Die Haltung von Orang-Utans wurde im Magdeburger Zoo nach Schimmelpilzproblemen am Gebäude und dem Tod zweier Tiere aufgegeben.

Im neuen Affenhaus wäre dann auf 500 Quadratmetern Platz für bis zu 15 Schimpansen, zunächst soll es aber nur eine Gruppe von sechs bis acht Tieren werden. Die Menschenaffen gelten als Publikumslieblinge in den Zoos. Als ganz neue Tierart sollen in einer anderen Anlage künftig zudem Blutbrustpaviane zu bestaunen sein - auch vom neuen Restaurant aus.

Bis zum Jahr 2015 sollen rund zwölf Millionen Euro investiert werden. In den vergangenen Jahren waren bereits acht Millionen Euro unter anderem in das Eingangsgebäude gesteckt worden. Auch das Haus für die Nashörner war neu geschaffen worden - dort sorgt derzeit der Nashorn-Baby Mala mit seiner Mutter Mana für einen Publikumsandrang. Zusammen werden somit 20 Millionen Euro investiert - davon werden 16 Millionen Euro als Kredit aufgenommen und 4 Millionen Euro zahlt die Stadt, wie Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) erläuterte.

Für die Besucher bedeutet das größere Angebot aber auch höhere Kosten. Derzeit muss für ein normales Ticket acht Euro gezahlt werden, künftig könnten es je nach wirtschaftlicher Entwicklung zehn oder zwölf Euro sein, sagte Trümper. An das Preisniveau der Zoos in Leipzig oder Hannover mit derzeit doppelt so hohen Preisen werde man aber nicht anknüpfen. Dies sei wegen der Größe des Zoos auch gar nicht möglich. Trümper sagte zu dem Neubau für die Affen: „Das ist ein ganz einfaches Haus - keine architektonische Nummer“.

Gleichzeitig rechnet der Zoo mit einer deutlich steigenden Zahl an Besuchern. So kamen im vergangenen Jahr 266 000 Menschen oder acht Prozent mehr als im Vorjahr in den Zoologischen Garten. Vom Jahr 2015 an sollen es jeweils 350.000 Besucher sein. Der Magdeburger Zoo war 1950 als Heimattiergarten mit 50 Säugetieren und 280 Vögeln gestartet. Heute werden auf 160.000 Quadratmetern mehr als 800 Tiere und fast 200 Arten gezählt.