Heimatstadt ihres Großvaters

Auf Stippvisite: Katherine Heigl besucht Esslingen

Ein bißchen Hollywood-Glamour im baden-württembergischen Esslingen: Schauspielerin Katherine Heigl besuchte die Heimatstadt ihres Opas.

Esslingen. Hollywood-Schauspielerin Katherine Heigl (“27 Dresses“, „Grey's Anatomy“) hat am Freitag die Heimatstadt ihres deutschen Großvaters besucht und sich ins Goldene Buch Esslingens eingetragen. Es sei eine „sehr bewegende Erfahrung“ gewesen, das Haus ihres Großvaters zu sehen, sagte die 33-jährige Amerikanerin bei ihrer Stippvisite vor dem Kinostart ihres neuen Films „Einmal ist keinmal“ (19. April). Sie hoffe, dass Esslingen auch bei ihren künftigen Filmtouren zu einer festen Station werde.

Reinhold Ferdinand Engelhard, der Großvater Heigls, wurde nach Angaben von Esslingens früherem Kulturreferenten Peter Kastner im Jahr 1903 als Sohn eines Bierbrauers in dem Neckarstädtchen geboren. 1927 wanderte er mit seinem älteren Bruder Hans in die USA aus, wo er später heiratete. Seine Tochter Nancy Engelhard ist Katherine Heigls Mutter. Sie hat den Filmstar nach Deutschland begleitet, der diesmal mit blondem Bob vor die Kameras trat.

Die schwäbische Küche ist Heigl wohlvertraut: „Meine Mutter kocht die ganze Zeit Spätzle“, sagte sie mit einem verschmitzten Lachen. Auch den Kartoffelsalat hätten sie mal versucht zu machen, aber das sei an zu viel Öl gescheitert. Zu Weihnachten gebe es bei ihnen immer deutsche Plätzchen, wie Pfeffernüsse. Auch eine deutsche Eigenschaft habe sie an sich entdeckt: „Ich bin sehr ordentlich und reinlich“, sagte sie. Die Pünktlichkeit habe sie aber nicht geerbt, und auch den sprichwörtlichen schwäbischen Geiz nicht. „Nein, das habe ich nicht mitbekommen.“

Ihr Großvater starb, als sie sechs Jahre alt war, berichtete die Schauspielerin, die nach eigenen Angaben auch auf der väterlichen Seite deutsche Wurzeln hat. Aber sie habe noch Erinnerungsstücke von ihrem Esslinger Opa, etwa ein selbst gemachtes Schmuckkästchen, eine Spielzeugküche und eine Wassermühle. Er habe ein Händchen für solche Handwerksarbeiten gehabt. Ohnehin spricht sie voller Bewunderung von ihm: Praktisch ohne Geld sei er damals nach Amerika gegangen und habe sich dort etwas aufgebaut. „Er konnte die ganze Familie nachholen.“

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