Würdigung einer großen Liebe

"Du bist das Feuer, das ich nicht löschen kann"

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US-Autoren veröffentlichen Liebesbriefe von Richard Burton an Liz Taylor. Das Skandal-Paar aus Hollywood war zwei Mal verheiratet.

Los Angeles. Noch heute werden sie als das Liebespaar in Hollywood bezeichnet. Zweimal haben sie sich ewige Treue geschworen, zweimal haben sie sich scheiden lassen. Richtig loslassen konnten Richard Burton und Elizabeth Taylor, 78, einander jedoch niemals wirklich. Burton starb 1984 im Alter von nur 58 Jahren.

Drama war ein steter Wegbegleiter des illustren Glamour-Paares. Öffentliche Streitereien, Probleme mit Alkohol, blaue Briefe vom Vatikan, als Burton und Taylor auf dem Set von "Cleopatra" eine verhängnisvolle Affäre anfingen.

Jetzt haben die US-Autoren Sam Kashner und Nancy Schönberger ein Buch geschrieben, das die Liebschaft erneut ins Rampenlicht schiebt. "Furious Love: Elizabeth Taylor, Richard Burton, and the Marriage of the Century", so der Titel. Darin enthalten sind Liebesbriefe von Burton und Taylor - handgeschriebene Zeilen, die zeigen, welche Sehnsucht und romantische Verbindung das Paar tatsächlich auszeichnete. So schreibt Burton 1973 in einem Brief, kurz nach der ersten Trennung von Liz Taylor: "Ich bin für immer von den Göttern bestraft, weil sie mir das Feuer gegeben haben, das ich einfach nicht löschen kann. Und dieses Feuer bist Du (Taylor)." In einem anderen Brief gibt der Star zu, dass er nicht immer der "beste Ehemann war". Er schlägt vor, dass die Liebe triumphieren sollte. "Du musst wissen, dass ich Dich liebe. Du musst wissen, dass ich Dich nicht immer gut behandelt habe. Aber Fakt ist, dass wir einander missverstehen und doch auf derselben außerirdischen Wellenlänge denken. Ich liebe Dich, ich werde Dich immer lieben. Komm zurück zu mir, so schnell Du nur kannst."

Liz Taylor hatte den Autoren bei der Zusammenstellung des Buches geholfen, weil sie "die Erinnerung an Richard Burton weiterleben lassen wollte". Er war, so sagt die Diva heute, "ein Mann mit großer Präsenz und großer Leidenschaft". In einem Zeitalter, da Prominenz so schnelllebig wie ein heißer Kaffee ist, sei es schön, einen großartigen Schauspieler derart zu würdigen, glaubt Taylor.

Das Paar hatte sich 1962 bei den Dreharbeiten zu "Cleopatra" in Rom kennengelernt. Die Liebschaft war so welterschütternd, dass sich sogar der Vatikan gezwungen sah, die Ehebrecher öffentlich zu ermahnen. Aber selbst der Papst konnte Burtons Liebe zu Taylor nicht eindämmen. In einem leidenschaftlichen Brief an seine Herzensdame schreibt Burton: "Wenn Du mich verlässt, dann sehe ich keine andere Wahl, als mein Leben zu beenden. Für mich gibt es kein Leben mehr ohne Dich." Nach der zweiten Eheschließung der beiden im Jahre 1975 dachte auch Liz Taylor, dass die Ehe mit Burton für immer halten würde. Sie schrieb: "Liebster Ehemann, jetzt aber! Du bist wieder mein Mann. Und ich habe Neuigkeiten für Dich. Keine weiteren Ehen oder Scheidungen. Für immer, Deine Frau." Nur ein Jahr später standen beide erneut vor dem Scheidungsrichter.

Liz Taylor war insgesamt achtmal verheiratet. Aber Hollywood-Experten glauben, dass Burton und Taylor "seelenverwandt" waren und trotz aller Versuche "niemals wirklich voneinander lassen konnten", wie Bob Strauss, Entertainment-Journalist aus Los Angeles, vermutet. Die jetzt veröffentlichten Briefe handeln aber nicht nur von Liebe und Leidenschaft. In einem Brief an Taylor gibt Burton zu, dass er nur noch deshalb vor der Kamera stehe, weil er "den Wunsch nach mehr Geld" verspüre. Geradezu als Macho outet er sich, als er schreibt, dass "Männer, die schauspielern, so ein bisschen wie Weichlinge daherkommen". In einem seiner letzten Briefe vor seinem Tod soll Burton gefragt haben, ob sie es noch einmal mit ihm versuchen möchte. Liz Taylor verrät heute, sie hätte Ja gesagt.