Ermittlungen

Fall Dominik Brunner - Beschuldigter will reden

München. Knapp vier Monate nach der Ermordung Dominik Brunners (gest. 50) auf dem Münchner S-Bahnhof Solln will einer der beiden Hauptverdächtigen sein Schweigen brechen.

Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Justizkreise berichtet, will der zur Tatzeit 17-jährige Sebastian L. mit dem Gutachter sprechen, den die Staatsanwaltschaft beauftragt hatte. Sein ein Jahr älterer Komplize Markus Sch. verweigere dagegen auch gegenüber dem Sachverständigen die Aussage. Die psychiatrischen Analysen sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem die Grundlagen für die Entscheidung des Gerichts liefern, ob der 18 Jahre alte Beschuldigte nach Jugendstrafrecht oder Erwachsenenrecht verurteilt wird.

"Focus" schreibt zudem, sie sollten auch die Frage der Schuldfähigkeit klären. Sobald die Gutachten vorliegen, will die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes erheben. Damit ist aber nicht vor Ende dieses Monats zu rechnen. Voraussichtlich soll es eher Februar werden. Der Prozess könnte dann in der ersten Hälfte dieses Jahres beginnen.

Die beiden Heranwachsenden sollen den Manager der Erlus AG aus Ergoldsbach im Kreis Landshut im September des vergangenen Jahres mit Faustschlägen und Tritten getötet haben, nachdem er sich schützend vor vier Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 13 und 15 Jahren gestellt hatte. Von diesen hatten die Schläger zuvor Geld verlangt. Die insgesamt 22 sehr schweren Verletzungen haben dann "in ihrer Gesamtheit zum Tod Dominik Brunners geführt".

Der dritte Beschuldigte, Christoph T., der bei diesem Erpressungsversuch, aber nicht bei dem tödlichen Überfall dabei war, muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung verantworten.