Let's Dance

Tag für die Tonne: Nach Lothar hat auch Liliana nix zu lachen

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Während sich die Welt über Lothar Matthäus' TV-Ausraster amüsiert, scheidet seine Ex in der siebten Runde von "Let's Dance" aus.

Köln. Während sich die Internet-Gemeinde über einen TV-Ausraster ihres Ex-Mannes amüsierte, hatte Liliana Matthäus am Mittwochabend eher weniger zu lachen: Nach der siebten Runde von "Let's Dance" musste sich das 23-jährige Model endgültig von der RTL-Tanzshow verabschieden. Mit ihrem Jive und Wiener Walzer konnten Matthäus und Tanzpartner Massimo Sinató weder Zuschauer noch Jury überzeugen. Damit verpassten beide knapp den Einzug ins Halbfinale. In der Vorschlussrunde dabei sind dagegen Maite Kelly, Moritz A. Sachs und der "Checker“ alias Thomas Karaoglan.

In der siebten "Let's Dance"-Runde mussten die vier verbliebenen Paare je zwei Tänze präsentieren. Zur Auswahl standen Jive, Rumba, Tango, Paso Doble, Cha Cha Cha und Wiener Walzer. Matthäus und Sinató mussten sich nach ihrem Wiener Walzer zu "Se Bastasse Una Canzone“ (Eros Ramazotti) und ihrem Jive zu "Candyman“ (Christina Aguilera) aus dem Tanzduell der Stars verabschieden. Schon nach der vierten Runde der Show hatte sich das Paar eigentlich von "Let's Dance" verabschieden müssen, proftitierte aber von dem verletzungsbedingten Ausscheiden Kristina Bachs und stieg somit wieder in den Wettbewerb ein.

Das endgültige Aus nahm Liliana Matthäus mit Fassung: "'Let's Dance' war eine große Bereicherung für mein Leben und ich danke Massimo, dass er mich so weit nach vorne gebracht hat", sagte die 23-Jährige. "Das Tanzen werde ich nicht aufgeben.“ Während das Paar die Jury um Roman Frieling, Harald Glööckler, Motsi Mabuse und Joachim Llambi mit hrem Walzer noch überzeugen konnte (31 Punkte), fiel das Urteil für ihren Jive weniger gut aus (24 Punkte). Dennoch lagen Matthäus/Sinató nach dem Jury-Urteil eigentlich auf Platz zwei. Nur das TV-Publikum ließ das Paar im Stich.

Die höchste Punktzahl des Abends erhielten Maite Kelly und Christian Polanc für ihren Tango zu "Palladio Allegretto“ und ihre Rumba zu "Eternal Flame“ (67 Punkte). Danach folgten Matthäus/Sinató (55), Moritz A. Sachs und Melissa Ortiz-Gomez (54) sowie der "Checker" und Sarah Latton (42).

Über sehr gute Quoten konnte sich unterdessen RTL freuen. Bis zu 6,03 Millionen Zuschauer sahen das Aus von Liliana Matthäus. Zum Halbfinale von "Let's Dance" bittet das Moderatoren-Duo Sylvie van der Vaart und Daniel Hartwich am nächsten Mittwoch, 11. Mai, um 20.15 Uhr. Bis dahin heißt es für die drei Halbfinalisten der „Checker“, Maite Kelly sowie Moritz A. Sachs trainieren, trainieren und trainieren. Das Finale findet am 18. Mai statt.

Lesen Sie auch den Bericht von Anna Maria Priebe (27. April):

Maite Kelly, der etwas andere Star

Seit fünf Wochen entzückt Maite Kelly, 31, bereits mit begeisternden Auftritten die Jury und Millionen von Zuschauern der RTL-Tanzshow "Let's Dance", heute (20.15 Uhr) tritt sie zum sechsten Mal aufs Parkett. Inzwischen gilt sie trotz ihrer pfundigen Figur als Favoritin auf den Titel. Doch haben die Auftritte der hauptberuflichen Sängerin tatsächlich das Potenzial, den Schlankheitswahn in der Fernsehunterhaltung zu beenden - auch über diese Show hinaus?

Nein, meint Medienwissenschaftlerin Joan Kristin Bleicher von der Universität Hamburg: "Ich glaube nicht, dass der Erfolg von Maite Kelly längerfristige Veränderungen der Schönheitsideale zur Folge hat." Dafür sei die Show in ihrer Wirkung einfach zu singulär. Doch momentan bezaubert Maite nicht nur die Jury der Sendung, sondern vor allem die Zuschauer, was den Machern der Sendung natürlich sehr gelegen kommt. Bleicher erklärt: "Ob ,Germany's Next Topmodel' oder andere Formate - im Fernsehen gibt es sendungsübergreifend gleiche Ideale von Schönheit." Das seien heute meist blonde Frauen mit schlanker Figur. "Maite sticht da hervor. Das sorgt für Aufmerksamkeit und Diskussionsstoff", ergänzt die Wissenschaftlerin. Diese Diskussion spielt sich insbesondere in den Internetforen ab.

Während die einen von dem Selbstbewusstsein des früheren Kelly-Family-Mitglieds begeistert sind, finden andere den sorglosen Umgang mit Übergewicht bedenklich. Aus vielen Kommentaren spricht zwar die Anerkennung für Maite Kelly, trotz ihrer Körperfülle bei einer Tanzshow anzutreten. Doch die meisten Zuschauer schwärmen vielmehr von der Leichtigkeit und der Geschmeidigkeit ihrer Darbietungen sowie ihrer positiven Ausstrahlung vor der Kamera.

Forum-Nutzerin Rosallie schreibt zum Beispiel: "Ich habe gestern nur ,Let's Dance' geschaut, weil ich gelesen hatte, dass Maite so toll tanzt. Da sie mir ohnehin schon immer recht sympathisch war, wollte ich es nun genau wissen." Diesen Punkt empfindet Medienwissenschaftlerin Bleicher als wichtig: "Maite hat einen großen Sympathiefaktor, sie ist bereits durch die Kelly Family bekannt. Die gilt vielen als Inbegriff der funktionierenden und liebevollen Familie." Es spielten neben dem Aussehen also andere Ideale eine Rolle.

Zwar schließt auch Bleicher nicht aus, dass die Auftritte von Maite Kelly übergewichtige Zuschauer ansprechen und womöglich sogar motivieren. Nach Aussagen des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbands (ADTV) begeistert sich das Publikum durch Shows wie "Let's Dance" durchaus verstärkt für den Tanzsport. Allerdings gibt Bleicher zu bedenken: "Maite ist ein Profi mit jahrelanger Bühnenerfahrung. Was sie in der Show macht, können andere Übergewichtige gar nicht ohne Weiteres leisten."

Zudem wird der Fokus in der Berichterstattung verstärkt darauf gelegt, wie viel Gewicht die Sängerin durch das Tanztraining schon verloren hat. Obwohl die Jury der Show betonte, man brauche zum Tanzen nicht Kleidergröße 34, wird auch bei Maite Kellys (ebenfalls etwas rundlicherem) Kollegen Moritz A. Sachs, 32, bekannt als Klaus aus der "Lindenstraße", immer wieder auf die Waage geguckt. Es geht also am Ende gar nicht darum, sich in seinem Körper wohlzufühlen, sondern darum, dass Tanzen die ultimative Diät ist. Maite Kelly sagte vor Beginn der Show: "Ich tanze für alle Dicken." Das ist zwar bewundernswert, aber das Echo dieser Botschaft wird schnell verhallen.

Mit Material von dpa und dapd