Fussball-Regionalliga

Ohne Marcell Jansen gab es für den HSV nichts zu holen

Der Schlusspunkt! Victorias Joshua Freude zeigt selbige nach seinem Treffer zum 5:2 gegen den HSV III.

Der Schlusspunkt! Victorias Joshua Freude zeigt selbige nach seinem Treffer zum 5:2 gegen den HSV III.

Foto: André Matz / HA

Vicky siegte verdient, weil der HSV III kein gutes Spiel machte. Vicky II trifft nach zwölf Sekunden, Tornesch guckt eine Woche auf Tabelle.

Happy End in fünf Minuten. Ohne Marcell Jansen (Urlaub) gab es für den HSV III im Oberligaspiel beim SC Victoria nichts zu holen. Durch einen Dreierschlag in der 85., 87. und 89. Minute siegte Vicky verdient, weil der HSV III kein gutes Spiel machte, wie auch Trainer Christian Rahn zugab.

Victoria hatte die 120 Minuten (6:7 n. E.) aus dem Pokalspiel am Mittwoch gegen Altona in den Beinen, tat sich lange schwer. „Es war eher eine Kopfsache“, sagte Dennis Bergmann, der das 3:2 erzielte, nachdem eine Minute zuvor Maximilian Danzer alleinstehend die Führung für den HSV III vergab. „In der Situation habe ich mir an den Kopf gefasst und dachte, dass er den zu 100 Prozent macht. Da haben wir Glück gehabt“, gestand Bergmann heilfroh. Denn: „Beim HSV III spielen einige unserer früheren Spieler. Gegen die will man natürlich nicht verlieren.“

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Rekordtor an der Hoheluft. Außergewöhnlich schläfrig präsentierte sich Nord-Bezirksligist SC Poppenbüttel im Spitzenspiel beim Tabellenführer SC Victoria II. Trotz eigenem Anstoß lag der SCP bereits nach zwölf Sekunden nach einem dilettantischen Ballverlust mit 0:1 hinten! Torschütze: Kaim Mateusz. Das polnische Top-Talent aus der eigenen A-Jugend netzte noch zweimal, am Ende hieß es 4:1 für Vicky II.

„Unsere erste Halbzeit war haarsträubend und vogelwild. Das frühe Gegentor hat uns in eine Art Schockstarre versetzt“, konstatierte Poppenbüttels Trainer Yorck Maennich. „Unser Pressing hat von Beginn an super funktioniert. Genau so haben wir das trainiert“, zeigte sich Victorias Trainer David Eybächer mit Blitztreffer und Sieg zufrieden. Dreierpacker Mateusz, der zusammen mit Melih Berber über die rechte Seite ununterbrochen für Alarmstimmung in Poppenbüttels Abwehr sorgte, staunte indessen über sich selbst: „So schnell habe ich nie ins Tor getroffen.“ Geht es nach Coach Eybächer, wird er dies bald häufiger tun: „Kaim agierte bislang in seiner Spielweise noch zu wild, musste daher lange auf seine Chance warten. Er ist superfleißig, ehrgeiziger als alle anderen. Wenn er so zurückzahlt, ist das top.“


Zwei Elferhelden. Regionalligist Altona 93 entwickelt ein Faible für Begegnungen gegen Favoriten. Nach dem 4:1 gegen den VfL Wolfsburg II luchste der AFC nun Spitzenteam Weiche Flensburg beim 1:1 einen Zähler ab. „Das war ein glücklicher Punkt, aber mit viel Leidenschaft erkämpft“, pustete Altonas Manager Andreas Klobedanz nach der Partie durch.

Die über weite Strecken überlegenen Gäste wussten weder eine knapp halbstündige Überzahl nach einer Gelb-Roten Karte für Altonas Bujar Sejdija noch einen Foulelfmeter durch Jovan Vidovic zum Sieg zu nutzen. Altonas Keeper Tobias Grubba tauchte in die linke Ecke ab und parierte Viddovics Flachschuss. „Ein Torwart wie Tobias ist für uns pro Saison fünf bis sechs Punkte wert. Das war heute einer davon“, sagte Klobedanz. Ebenfalls zum Elferhelden wurde Eintracht Norderstedts Lars Huxsohl. Er parierte beim Duell der Eintracht in Havelse - fast zeitgleich wie Grubba gegen Flensburg - nach einer guten Stunde Spielzeit Tobias Fölsters Versuch. Und es kam noch besser: Evans Nyarko schoss die Eintracht in der 90. Minute zum 1:0-Auswärtssieg. St. Pauli II hingegen unterlag Holstein Kiel II ausgerechnet durch einen Treffer des früheren St. Paulianers Laurynas Kulikas mit 0:1 und steht wieder auf einem Abstiegsplatz.


Das Wunder von Tornesch. Bei der Saisonabschlussfahrt auf Mallorca erfuhr Union Tornesch Anfang Juni von der plötzlichen Chance auf den Oberligaaufstieg aufgrund des Rückzuges des Wedeler TSV. Also verkürzte das Team die feuchtfröhliche Sause auf der spanischen Ferieninsel, kehrte zurück in heimische Gefilde und siegte im Entscheidungsspiel völlig überraschend gegen den favorisierten VfL Lohbrügge mit 2:1.

Doch wer hätte gedacht, dass einer der größten Außenseiter des letzten Jahrzehnts in der Oberliga Hamburg nun tatsächlich die etablierten Clubs ins Schwitzen bringt? Selbst ohne ihren Knipser Björn Dohrn (erzielte schon acht Treffer) bezwang Tornesch Concordia mit robuster Kampfkraft und etwas Glück durch einen Treffer von Sven Kulicke mit 1:0. Der Aufsteiger bleibt daheim ungeschlagen, hat satte 16 Zähler auf dem Konto. Macht aktuell Rang sieben. „Es ist schon geil, was hier abgeht. Wir trainieren nur zweimal die Woche, haben 14 Ausfälle - und gewinnen trotzdem. Ich wusste, dass wir in der Oberliga bestehen können“, sagte Erfolgscoach Thorben Reibe nach der Partie. Dementsprechend euphorisiert schrien die Spieler im Kreis ihre Freude heraus. „Was machen wir jetzt die ganze Woche? Auf die Tabelle schauen!“, hallte es über den Kunstrasenplatz am Großen Moorweg.

Concordias Trainer Frank Pieper schaffte es immerhin, sein Wort des Abends mehr als deutlich in den Vordergrund zu rücken: „Da ist heute viel Unnötiges passiert. Sulieman Omar begeht zwei unnötige Fouls und fliegt vom Platz. Wir spielen daher unnötig eine Stunde lang in Unterzahl. Wir müssen das 1:0 machen, kriegen stattdessen nach einem unnötigen Fehler das 0:1 - und so fahren wir völlig unnötig ohne Punkte nach Hause.“


Geht runter wie Öl. Oberligist TuS Osdorf spielt eine merkwürdige Saison. Erwartet der geneigte Betrachter Siege von den Blomkamplern, läuft meistens nichts. Ist das Team eigentlich chancenlos, läuft es zu gerne zu Hochform auf. Dem 2:1 am ersten Spieltag bei Titelanwärter FC Teutonia 05 ließ die Mannschaft nun ein deutliches 4:1 gegen den TSV Sasel folgen. Jeremy Wachter und Toni Rohrbach trafen doppelt. „Ich habe nicht unbedingt mit drei Punkten gerechnet. Aber dieser Sieg geht runter wie Öl“, gab Osdorfs Trainer Philipp Obloch zu. Anleihen bei der Vorsaison sollten sie in Osdorf tunlichst trotzdem nicht nehmen. In jener punktete der HEBC vornehmlich gegen Kontrahenten aus den oberen Tabellenregionen – und stieg am Ende ab.