Regionalliga Nord

200 Lübeck-Fans randalieren nach dem Spiel bei Altona 93

Polizisten begleiten Lübecker Fans zu Fuß, nachdem die Busfahrt zuvor gestopppt wurde.

Polizisten begleiten Lübecker Fans zu Fuß, nachdem die Busfahrt zuvor gestopppt wurde.

Foto: HA/Matthias Popien

Hamburger verpassen Punktgewinn gegen den VfB. Nach dem Spiel randalieren Lübeck-Fans im Bus, mehrere Scheiben gehen zu Bruch.

Aufsteiger Altona 93 hat beim 1:2 (0:0) gegen Titelkandidat VfB Lübeck unglücklich erst unmittelbar vor Schluss seine zweite Niederlage in der Regionalliga Nord hinnehmen müssen. Nach dem Spiel sorgten rund 200 randalierende Gästefans für einen Polizeieinsatz.

Vor 2531 Fans in der Adolf-Jäger-Kampfbahn hatte der mutig auftretende AFC in der ersten Halbzeit die besseren Chancen. Furkan Aydin zwang Lübecks Keeper Benjamin Gommert zu einer Glanzparade (4.), und Luis Hacker zielte mit einem fulminanten Fernschuss nur knapp daneben (26.).

Altona 93 bekommt umstrittenen Elfmeter

Nach dem Wechsel schenkte Altonas Verteidiger Christian Rohweder Lübeck die Führung. Seinen Stellungsfehler nutzte Patrick Hobsch zum 0:1 (56.). Vier Minuten später glich Altonas Kapitän Marco Schultz durch einen umstrittenen Handelfmeter aus. Doch in der 87. Minute köpfte Dongsu Kim den VfB Lübeck im Anschluss an einen Eckball noch zum Sieg.

Bei Altona überzeugte bis auf Rohweders Aussetzer vor allem die starke Arbeit gegen den Ball. Die in der zweiten Hälfte stärkeren Lübecker besaßen im früheren St. Paulianer Yannick Deichmann ihren stärksten Akteur.

Fan-Randale nach dem Spiel

Kurz vor dem Ende kam es zu einem ersten Aufreger im Lübecker Block. Laut Polizei versuchten Fans, einen Begrenzungszaun einzureißen. Augenzeugen berichteten dagegen lediglich von normalem Torjubel am Zaun. Beamte marschierten in den Block und setzten Pfefferspray gegen einen VfB-Fan ein. Die Situation entspannte sich zunächst – bis auf anhaltende Schmährufe in Richtung des in Lübeck ungeliebten FC St. Pauli.

Nach dem Spiel ging es allerdings weiter. Die Gästefans sollten in zwei extra für sie bereitgestellten Gelenkbussen zum Hauptbahnhof gebracht werden. Im Bus betätigten einige von ihnen nach Polizeiangaben aber die Notentriegelung, zwei Scheiben gingen zu Bruch. Schließlich stiegen die Lübeck-Anhänger an der Max-Brauer-Allee/Ecke Palmaille wieder aus dem Fahrzeug aus.

Lübeck und St. Pauli sind sich nicht grün

Anschließend wurden die krawallbereiten VfB-Anhänger zu Fuß zum Bahnhof Altona begleitet, von wo aus sie ein Zug zurück nach Lübeck brachte. Der Fußmarsch wurde von weiteren Gesängen gegen St. Pauli begleitet.

Die Fangruppen beider Lager hatten sich in der Vergangenheit wiederholt duelliert. Nach Auseinandersetzungen beim Schweinske Cup 2012 wurde das traditionsreiche Hamburger Hallenturnier in der Folge sogar eingestellt. Am 11. August treffen der VfB und St. Pauli in der ersten DFB-Pokalrunde an der Lübecker Lohmühle aufeinander.