Doping im Radsport

Zabel nach Cyclassics-Rücktritt auch bei Katusha gefeuert

Die Hamburger Agentur Upsolut zeigte sich erleichtert über den Rücktritt des einstigen Radstars. Rennstall Katusha, wo er Sportlicher Leiter war, zog Konsequenzen.

Hamburg. Die Konsequenz war so klar wie unausweichlich. Nach den Doping-Enthüllungen aus Frankreich und dem Geständnis von Erik Zabel in der „Süddeutschen Zeitung“ konnte der ehemalige Radsportstar natürlich nicht sportlicher Leiter der Vattenfall-Cyclassics bleiben. Veranstalter Upsolut hat dem 43-Jährigen immerhin die Möglichkeit gegeben, selbst die Konsequenzen aus seinen Lügen zu ziehen.

„Wir haben uns nach dem Untersuchungsbericht aus Frankreich bei ihm gemeldet und wussten auch, dass das Interview kommt“, sagte Upsolut-Sprecher Reinald Achilles, „wir haben dann am Wochenende telefoniert und er hat seinen Rücktritt angeboten und den Posten niedergelegt.“

Für das Rennen am 25. August in Hamburg hat Zabels Abgang keine Konsequenzen. Sein Posten bleibt auf unabsehbare Zeit unbesetzt. Seit 2011 war der gebürtige Berliner für das bedeutendste Radrennen in Deutschland tätig, hatte sich jedoch vor allem um die Jedermänner gekümmert.

Durch die neuerlichen Dopingenthüllungen im Radsport befürchtet Achilles keine Nachteile: „Nach 18 Jahren steht unsere Veranstaltung für sich, es gibt organisatorisch und inhaltlich keinerlei Einbußen. Für die Radsportbewegung ist es gut, wenn diese Fälle jetzt offenkundig werden.“

Für Zabel hat das Doping-Geständnis sogar noch weitreichendere Folgen. Der russische Radrennstall Katusha hat den früheren Top-Sprinter als Sportlichen Leiter suspendiert. „Die Enthüllungen beziehen sich auf Zabels Karriere als aktiver Rennfahrer von 1996 bis 2003 und stehen in keinem Zusammenhang mit dem Team Katusha. Trotzdem hat das Team-Management entschieden, Erik Zabel zu suspendieren. Als Mitglied der Bewegung für einen glaubwürdigen Sport (MPCC) verfolgt Katusha eine strikte Anti-Doping-Politik“, teilte der Rennstall am Dienstag mit. Zabel war bei den Russen insbesondere für die Sprinter zuständig. Sein Vertrag wäre Ende des Jahres ausgelaufen.