Olympische Winterspiele

Herzschlagfinale! Gold für Friedrich/Margis im Zweierbob

Sotschi-Bilanz schon übertroffen. Silber für Skispringer. Busenblitzer-Malheur im Eistanzen. Nächste Enttäuschung für Pechstein.

Tag zehn in Pyeongchang – kann Deutschland Rang eins im Medaillenspiegel von Norwegen zurückerobern? Abendblatt.de hält Sie über die Olympischen Winterspiele auf dem Laufenden.

Deutschland übertrifft Sotschi-Bilanz

Das deutsche Olympia-Team hat schon am zehnten Wettkampftag in Pyeongchang die Medaillenbilanz der Spiele in Sotschi geknackt und damit sein Minimalziel erreicht. "Team D" kommt nach dem Olympiasieg von Bobpilot Francesco Friedrich im Zweier und der Silbermedaille der Skispringer im Teamwettbewerb auf zehn Gold-, sechs Silber- und vier Bronzemedaillen. Mit insgesamt 20 Medaillen übertrumpfte das Team die Sotschi-Marke von 19. Die offizielle Zielstellung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für Pyeongchang lautete in Anlehnung an das Ergebnis von 2014 "19 plus X".

Im Medaillenspiegel bleibt Deutschland Zweiter hinter Norwegen, das am Montag das Teamspringen souverän gewann und eine Goldmedaille mehr auf dem Konto hat (11/9/8). Dritter ist Kanada mit deutlichem Rückstand (6/5/6)

Deutschland und Norwegen können in Pyeongchang ihre eigenen Gold-Rekorde brechen. Deutschland hat bislang bei Olympia maximal zwölfmal triumphiert, 1998 in Nagano und vier Jahre später in Salt Lake City. In Utah reichte es damit nur zu Platz zwei hinter Norwegen, das dort mit 13-mal Gold eine nationale Bestmarke aufstellte.

Die Skandinavier haben ihre bisherige Rekordzahl an Medaillen bereits gesteigert. Mit 28 Plaketten haben sie bereits zwei mehr als bei ihren beiden bisherigen Rekordspielen 1994 und 2014 (je 26). Und zahlreiche weitere Medaillen winken, Norge hat noch rund 15 aussichtsreiche Kandidaten gegenüber zehn realistischen Anwärtern in der deutschen Mannschaft.

Silber für Skispringer

Andreas Wellinger und Co. packten sich an den Armen, dann sprangen sie auf das Siegerpodest und jubelten strahlend über das gemeinsam errungene Silber im Teamwettbewerb. Der zweite Platz hinter den überlegenen Norwegern war für Karl Geiger, Stephan Leyhe, Richard Freitag und Wellinger der erhoffte gelungene Abschluss für erfolgreiche Olympische Winterspiele in Südkorea. In einem Skisprung-Krimi setzte sich das DSV-Quartett am Montag hauchdünn vor den drittplatzierten Polen durch und sorgte damit im dritten Wettbewerb für das dritte deutsche Edelmetall der Männer.

„Für uns sind das riesige Spiele mit drei Medaillen. Darauf können wir stolz sein“, sagte Cheftrainer Werner Schuster und Überflieger Wellinger ergänzte: „Das hat hier unglaublich viel Spaß gemacht. Nach meinem Sprung hätte ich nicht gedacht, dass es noch aufgeht.“

Am Ende rettete das deutsche Team einen Vorsprung von 3,3 Punkten auf Polen zum Gewinn der Silbermedaille. Die überragenden Norweger waren indes kaum zu schlagen. So fehlten dem deutschen Team 22,8 Punkte auf die Skandinavier und das vierte Mannschaftsgold nach 1994, 2002 und 2014. Die Ausbeute kann sich aber sehen lassen, insbesondere Wellinger ist in Pyeongchang bereits im Einzel mit Gold von der Normal- und Silber von der Großschanze ins Rampenlicht gesprungen. Durch den neuerlichen Podestplatz ist der 22-jährige Bayer der erste deutsche Springer mit drei Medaillen bei den gleichen Winterspielen. „Das ist krass. Wenn mir einer gesagt hätte, dass ich hier mit drei Medaillen nach Hause fahre, hätte ich gesagt: 'Schöner Traum.'“, meinte Wellinger.

Die Entscheidung um den zweiten Platz fiel erst kurz vor Schluss. Mit einem Vorsprung von 0,6 Punkten war Polen in den letzten Sprung gegangen. Wellinger legte einen Satz von 134,5 Metern hin, Großschanzen-Olympiasieger Kamil Stoch folgte mit der gleichen Weite, hatte aber bessere Windverhältnisse und bekam daher weniger Punkte.

Friedrich/Margis krönen famose Aufholjagd

Francesco Friedrich hüpfte vollkommen losgelöst durch die Eisrinne, dann schnappte er sich eine Deutschland-Fahne und fiel seinem Anschieber Thorsten Margis um den Hals. Nach einer famosen Aufholjagd ist der siebenmalige Weltmeister aus Altenberg zeitgleich mit dem Kanadier Justin Kripps in der spannendsten Entscheidung der olympischen Bobgeschichte zum Zweier-Gold gerast.

"Wir haben uns zurückgekämpft, das ist unsere Stärke. Das ist fantastisch", sagte Friedrich und ergänzte mit Blick auf Kripps: "Es ist die pure Freude. Jedes Jahr kämpfen wir gegeneinander, jetzt sind wir beide Olympiasieger. Verrückt." Zwei Olympiasieger im Zweier hatte es zuvor nur 1998 in Nagano gegeben, als Pierre Lueders (Kanada) und Günther Huber (Italien) zeitgleich auf Rang eins lagen.

"Friedrich der Große" und Kripps lagen nach vier Läufen 0,05 Sekunden vor dem Letten Oskars Melbardis. Friedrichs nach dem ersten Tag noch führender Vereinskollege Nico Walther (+0,20) mit Anschieber Christian Poser und Johannes Lochner (Stuttgart/+0,28) mit Christopher Weber fuhren auf den Rängen vier und fünf knapp an Bronze vorbei.

Für Friedrich sah es nach zwei Läufen ebenfalls nicht gut aus, als er nur auf Rang fünf lag. Der 27-Jährige wechselte aber noch einmal die Kufen und lag damit im wahrsten Sinne des Wortes goldrichtig.

Durch seinen Erfolg ist Friedrich der siebte deutsche Pilot, der Olympiasieger im kleinen Schlitten wurde. Zuletzt hatte André Lange 2010 in Vancouver Gold gewonnen, bevor das deutsche Bobteam vier Jahre später in Sotschi erstmals seit 50 Jahren ohne Medaille blieb.

Ihle über 500 m chancenlos

Beim Goldlauf des Norwegers Havard Lorentzen über 500 m ist der erste Medaillentraum von Eisschnellläufer Nico Ihle bei den Winterspielen in Pyeongchang geplatzt. Der Chemnitzer, der im vergangenen Jahr auf gleichem Eis Vizeweltmeister geworden war, musste sich in 34,89 Sekunden mit dem achten Platz begnügen. Ihle hat nun am Freitag (3 Uhr MEZ) über die 1000 m eine zweite Chance.

Gold über die 500 m sicherte sich als erster Norweger seit Finn Helgesen 1948 Havard Lorentzen. In der olympischen Rekordzeit von 34,41 Sekunden lag der 25-Jährige eine Hundertstelsekunde vor dem Südkoreaner Cha Min Kyu. Bronze ging in 34,65 Sekunden an den Chinesen Gao Tingyu. Der Inzeller Joel Dufter landete mit 35,50 Sekunden auf dem 29. Platz.

Volunteers beklagen Arbeitsbedingungen

Von den Tausenden freiwilligen Helfern der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang haben nach Angaben der Organisatoren mehr als 140 ihren Dienst quittiert. Sie hätten die Spiele verlassen, weil ihre Arbeit nicht ihren Vorstellungen entsprochen habe, sagte OK-Sprecherin Nancy Park am Montag. Obwohl sie ausgewählt worden seien, seien zudem nahezu 2000 Volunteers erst gar nicht an ihren Arbeitsplätzen erschienen. Die meisten von ihnen hätten persönliche Gründe angegeben, andere seien mit den ihnen zugeteilten Plätzen nicht zufrieden gewesen.

Derzeit verrichten den Angaben zufolge 14.000 Volunteers ihren Dienst. Die Zahl reiche derzeit aus. Park räumte ein, dass Volunteers schlechte Arbeitsbedingungen beklagt hätten. Park nannte Beschwerden, die unter anderem die Versorgung mit „Snacks und mit dem Transport“ beträfen. „Wir tun, was wir können, damit die Bedürfnisse der Volunteers erfüllt werden. Sie sind sehr wichtig für uns.“

Nächste Enttäuschung für Pechstein

Claudia Pechstein winkte nur kurz verhalten ins Publikum, Roxanne Dufter und Gabriele Hirschbichler stützten sich enttäuscht auf den Knien ab. Nach einem am Ende chaotischen Viertelfinal-Lauf in der Teamverfolgung ist die insgesamt zehnte olympische Medaille für Pechstein in weite Ferne gerückt.

Am Montag belegte die 45-jährige Berlinerin an der Seite von Hirschbichler und Dufter (beide Inzell) in 3:02,65 Minuten nur den sechsten Platz und verpasste den Einzug ins Halbfinale am Mittwoch klar. Die Bestzeit stellte Topfavorit Niederlande in olympischem Rekord von 2:55,61 Minuten auf. Das Oranje-Trio gewann das Rennen vor Mitfavorit Japan (2:56,09) und Kanada (2:59,02). Das vierte Halbfinal-Ticket lösten die USA (2:59,75). Für Pechstein und Co. geht es am Mittwoch im Rennen gegen China nur noch um Platz fünf.

Noch am Sonntag hatte Chef-Bundestrainer Jan van Veen die Ambitionen des Trios der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) offensiv verkündet - trotz der überwiegend enttäuschenden Leistungen auf den Einzelstrecken. "Wir können optimistisch sein. Wir laufen um die Medaille", sagte der Niederländer selbstbewusst: "Wenn sie zeigen, was sie können, geht es um den dritten Platz."

Gute Quote fürs ZDF

Das ZDF hat bei den Olympischen Spielen am Sonntag erneut mit Biathlon seine höchste Quote des Tages eingefahren. Die Übertragung des Massenstarts der Männer mit dem Schlussspurt zwischen Olympiasieger Martin Fourcade und Silbermedaillengewinner Simon Schempp verfolgten durchschnittlich 6,76 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 37,4 Prozent entsprach. Davon profitierte auch die anschließende Eisschnelllauf-Übertragung ohne deutsche Medaillenchancen, die 5,47 Millionen Zuschauer (31,1 Prozent) verzeichnete.

Biathlon unterstrich damit seine Rolle als dominierende Fernsehsportart im Winter ist. Platz eins belegt das Gold von Arnd Peiffer im Männersprint am 11. Februar mit 7,49 Millionen Zuschauern. Die Bronzemedaille von Laura Dahlmeier im Einzelrennen am 15. Februar erzielte den bislang höchsten Marktanteil von 47,4 Prozent.

Rechteinhaber Discovery verzeichnete über den gesamten Sonntag 4,2 Millionen Zuschauer bei seinem frei empfangbaren Sender Eurosport 1. Dies entsprach einem Tages-Marktanteil von 0,8 Prozent. Die meistgesehene Übertragung war der Lauf zum zweiten Gold des Österreichers Marcel Hirscher im alpinen Riesenslalom mit 500.000 Zuschauern in der Spitze.

Papadakis' Busenblitzer-Malheur

Oh, mon dieu! Eine winzige Prise Exhibitionismus kann im Eistanzen nie schaden, aber so weit wollte Gabriella Papadakis nun ganz bestimmt nicht gehen. Auch dass die eng geschnittenen Kleider mehr zeigen als verhüllen sollen, ist manchmal Programm.

Doch nach ihrem ungeplanten Busenblitzer-Auftritt war die Französin total am Boden zerstört. "Da ist mein schlimmster Alptraum ausgerechnet bei Olympia wahr geworden. Ich hatte keine Chance, ich konnte nur weiterlaufen und beten", saqte die 22-Jährige nach dem Kurztanz in der Gangneung Ice Arena.

Der Neckholder ihres grün glitzernden Kleides löste sich schon nach wenigen Sekunden, und von da an war das Duo nicht nur mit Samba und Rumba, sondern auch mit dem rutschenden Fummel der Europameisterin beschäftigt. Schnell machten Fotos mit entblößter Brustwarze im Netz die Runde, aber der Super-GAU blieb aus, mehr war letztlich dann doch nicht zu sehen.

Trotzdem könnte der Vorfall den Ausgang der olympischen Eistanz-Konkurrenz beeinflussen. Denn leicht gehemmt liefen die Ex-Weltmeister verständlicherweise schon. Und gehen nun mit einem Rückstand von knapp zwei Punkten auf ihre schärfsten Rivalen Tessa Virtue und Scott Moir aus Kanada in die Kür-Entscheidung.

Massot trainiert allein fürs Schaulaufen

Die Showeinlage für die Eiskunstlauf-Gala am Sonntag (1.30 MEZ) muss Paarlauf-Olympiasieger Bruno Massot derzeit allein einstudieren. Aljona Savchenko liegt mit einer Grippe flach. „Sie hat am ganzen Körper Schmerzen und schläft viel“, sagte der gebürtige Franzose am Montag. Auch er verspürt verstärkt Rückenschmerzen: „Ich fühle mich noch nicht entspannt. Aber der Druck hat sich gelöst, und ich habe das Gefühl, ich spüre den Schmerz von vier Jahren Training.“

Die Ärzte hätten ihm wegen seiner akuten Bandscheiben-Probleme geraten, eine dreiwöchige Pause einzulegen. „Aber das geht nicht, wir wollen erst noch Shows in der Schweiz laufen und dann im März Weltmeister werden“, betonte Massot (29). Danach werde man sich über die Zukunft auf dem Eis unterhalten. Er werde auf jeden Fall im Eiskunstlaufsport bleiben und später Coach werden.

Savchenko (34) deutete in einem Interview mit Sportschau.de an, die Karriere fortsetzen zu wollen: „Meine Meinung hat sich nicht geändert. Jetzt würde ich sogar noch bis zu den nächsten Olympischen Spielen weitermachen. Aber unser Trainer Alexander König geht nach Berlin. Das liegt alles nicht nur in meinen Händen.“ König zieht zum 1. Mai aus dem Allgäu in seine Heimat zurück.

Curling: Schweden als erstes Männerteam im Halbfinale

Die schwedischen Curler haben als erstes Team das Halbfinale erreicht. Die Skandinavier um Erfolgs-Skip Niklas Edin kassierten zwar in ihrem siebten Vorrundenspiel mit einem 3:10 gegen die Schweiz die erste Niederlage. Doch das Team um den Sotschi-Dritten Edin, der schon zweimal WM- und sechsmal EM-Gold gewonnen hat, kann dennoch nicht mehr von einem der ersten vier Plätze verdrängt werden.

Gute Chancen haben nun auch die zweitplatzierten Schweizer mit 5:2 Siegen. Curling-Mutterland Kanada indes hat nach zuvor vier Siegen dreimal in Folge verloren und muss um den Halbfinaleinzug bangen.

Finnland strickt fürs präsidiale Baby

Der Liebling aller Finnen hat einen neuen Spielkameraden. Lennu, der so unglaublich grinsende Hund des Staatspräsidenten Sauli Niinistö, die Sensation des Internets von Jyväskylä bis Turku, kann nun endlich um ein Royal Baby herumtollen. Die Ankunft des präsidialen Stammhalters am 2. Februar zieht Kreise bis zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang – im finnischen Team ist das Strickfieber ausgebrochen.

"Wir stricken eine Decke für das Präsidenten-Baby", berichtet Antti Koskinen. Der Trainer der Snowboarder fiel auf, als er während des Wettbewerbs an der Halfpipe Stricknadel (puikot) und Wolle (villalanka) herausholte: "Wir alle stricken ein kleines Quadrat, und am Ende fügen wir alles zusammen." Nur bei einem Skispringer zieht diese Masche nicht: Eetu Nousiainen arbeitet lieber an einem Schal. Nicht, weil er keine Kinder mag, sondern, weil es da ja noch einen anderen gibt. "Vielleicht wird er für den Hund des Präsidenten", sagt er lachend. Für Lennu. Zudem sei Handarbeit äußerst beruhigend, und: "In Finnland tun wir das alle! Jeder kann stricken."

102 Finnen sind am Start in Südkorea – etwa die Hälfte mache mit, sagt Koskinen. In Sotschi 2014 wurde daraus ein gigantischer Schal, der in Rio de Janeiro 2016 noch verlängert wurde. Gold an der Wolle also geht definitiv an Suomi

Eishockey: US-Frauen im Finale

Die USA kämpfen zum dritten Mal in Serie um die olympische Goldmedaille im Fraueneishockey. Das US-Team gewann am Montag das erste Halbfinale gegen Finnland klar mit 5:0 (2:0, 2:0, 1:0) und zog damit ins Endspiel am Donnerstag ein. Gegner ist dann entweder Kanada oder das Team der Olympischen Athleten aus Russland (OAR). Sowohl 2010 als auch 2014 hatte Kanada das Olympia-Endspiel gegen die USA gewonnen. Das Spiel um Bronze findet bereits am Mittwoch statt.

Überschattet wurde das Halbfinale von einer Verletzung der Finnin Ronja Savolainen, die mit dem Gesicht voran in die Bande geknallt war. Savolainen wurde einige Minuten später vom Eis getragen. Über die Schwere ihrer Verletzung wurde zunächst nichts bekannt.

Skicross: Deutsche wollen Medaille

Die deutschen Skicrosser peilen auch ohne die verletzte Heidi Zacher bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang die Medaillenränge an. "Vor acht Jahren in Vancouver waren wir Neulinge, Exoten. 2014 in Sotschi wollten wir schon eine Medaille - und so treten wir auch hier an", sagte Heli Herdt, Sportlicher Leiter der Freestyler im Deutschen Skiverband (DSV), am Montag: "Wir wollen um die Medaillen mitfahren."

Zwar schmerze der Ausfall von Zacher, die Mitte Januar einen Kreuzbandriss erlitten hatte. Aber die jüngsten Erfolge "lassen hoffen, dass einer durchkommt". Die Achtelfinals der Männer starten am Mittwoch, die der Frauen am Freitag (beide 13.15 OZ/5.15 MEZ). Die Generalprobe vor den Spielen hatte Paul Eckert gewonnen.

"Beim Rennen hier vor zwei Jahren bin ich Zweiter geworden", sagte der 27-Jährige: "Da hat man ein positives Gefühl." Der olympische Kurs "taugt mir", sagte Eckert, er warnte jedoch: "Auf der einen Seite ist es cool für die Athleten, wenn der Kurs so breit und groß ist, aber zu viert ist das so eine Sache. Da hat man wenig Spielraum." Der Zielsprung sei zudem "eher fliegen als springen".

Doping: CAS bestätigt Doping-Verfahren

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat ein Verfahren gegen den russischen Olympia-Curler Alexander Kruschelnizki eingeleitet. Wie der CAS am Montag bei den Winterspielen in Pyeongchang mitteilte, wird sich die Ad-hoc-Kammer mit dem Fall des Olympia-Dritten im Mixed-Wettbewerb beschäftigen. Ein Termin für die Anhörung steht laut CAS noch nicht fest. Nach der positiven A-Probe, bei der laut russischen Medienberichten Meldonium bei Kruschelnizki nachgewiesen wurde, sollte am Montagmittag zunächst die B-Probe analysiert werden. Kruschelnizki hat Doping bestritten.

Eishockey: Team Korea soll weiterspielen

Das vereinte koreanische Eishockeyteam der Frauen könnte auch nach den Olympischen Spielen in Pyeongchang weiter zusammenspielen. "Es wäre eine gute Sache, es bis 2022 weiterzumachen, zu Olympia zu gehen und diese Mannschaft als Botschaft des Friedens zu haben", sagte Rene Fasel, Präsident der Weltverbandes IIHF, am Montag auf einer Pressekonferenz im Gangneung Hockey Centre: "Wir sollten es wirklich fortsetzen."

Die gemeinsame Mannschaft aus 23 Spielerinnen aus dem Süden und zwölf aus dem Norden war in Pyeongchang auf große Begeisterung getroffen. Insgesamt kamen 15.000 Zuschauer zu den vier Spielen. "Es ist ein Symbol für olympische Friedensspiele", sagte Olympia-Organisationschef Lee Hee Beom, "nur der Sport kann Menschen über jegliche Art von Barrieren vereinen."

Allerdings ist die Chance, dass sich das Team Korea für Peking 2022 qualifiziert, gering. Fasel kündigte zwar an, das Frauenturnier in vier Jahren von derzeit acht auf zehn Mannschaften aufzustocken. Doch aktuell belegt Südkorea Platz 22 der Weltrangliste, Nordkorea liegt auf Rang 25. In Pyeongchang kassierte das vereinte Team, als Gastgeber automatisch qualifiziert, in vier Spielen 22 Gegentore und erzielte lediglich einen Treffer.

Eistanz: Lorenz/Polizoakis im Finale

Die Oberstdorfer Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis sind ins olympische Finale getanzt. Die dreimaligen deutschen Eistanz-Meister erreichten auf Rang 17 die Kür der besten 20 Paare am Dienstag (10.00 Ortszeit/02.00 MEZ). „Wir können sehr zufrieden sein, auch wenn die letzte Hebung besser hätte sein können“, sagte Bundestrainer Martin Skotnicky am Montag in der Gangneung Eisarena. 59,99 Punkte zu lateinamerikanischen Klängen waren ordentlich, wenn auch knapp unter ihrer Saisonbestleistung (61,09).

„Jeder Fehler ist hier ein Weltuntergang, deshalb hatte ich bei der Hebung einen Herzinfarkt“, gestand die 22-jährige Lorenz. Ihr gleichaltriger Partner Polizoakis erwischte ihren Fuß nicht ganz, rettete aber das Element. „Wir sind super zufrieden, das Teamevent war eine gute Erfahrung als Einstieg hier“, meinte der in Deutschland geborene Sohn einer tschechischen Mutter und eines griechischen Vaters.

In Führung gingen die Team-Olympiasieger Tessa Virtue/Scott Moir. Die Kanadier stellten mit 83,67 Punkten eine Rekordmarke im Kurztanz auf. Zweite sind ihre Trainingskollegen Gabriella Papadakis und Guillaume Cizeron (81,93) aus Frankreich vor Madison Hubbell/Zachary Donohue (USA/77,75).

Ski alpin: Shiffrin-Freund nach Hause geschickt

Der französische Ski-Rennläufer Mathieu Faivre, auch bekannt als Freund von US-Superstar Mikaela Shiffrin, hat aus disziplinarischen Gründen vorzeitig die Heimreise von den Olympischen Spielen in Pyeongchang antreten müssen. Dies bestätigte David Chastan, Chef der französischen alpinen Männer-Mannschaft, der Nachrichtenagentur AFP.

Grund für die Maßnahme sind laut Chastan Bemerkungen von Faivre nach dem Riesenslalom der Männer am Sonntag, die "nicht mit dem Mannschaftsgeist vereinbar sind". Der 26 Jahre alte Mannschafts-Weltmeister, der auch in Pyeongchang für den Teamwettbewerb vorgesehen war, hatte nach seinem siebten Rang verärgert auf Fragen von Journalisten reagiert.

"Wenn ihr nur wüsstet, was ich über die gesamte Gruppe denke", sagte Faivre und ergänzte: "Ich fahre hier nur für mich." Auf derartige Aussagen reagieren die Franzosen seit dem Eklat um die französische Fußball-Nationalmannschaft bei der WM 2010 in Südafrika sensibel. Das französische NOK vertritt eine harte Linie gegen Sportler, die im Verdacht stehen, Frankreich nicht mit Stolz zu vertreten.

Die Franzosen hatten im Riesenslalom die Plätze drei (Alexis Pinturaut), fünf (Thomas Fanara), sechs (Victor Muffat-Jeandet) und sieben belegt. Faivre gehörte der französischen Mannschaft an, die 2017 bei der WM Gold im Team-Wettbewerb gewonnen hatte.

Bob: Schneider macht Hoffnung

Bobpilotin Stephanie Schneider ist im Abschlusstraining der Winterspiele am Montag im Olympic Sliding Centre Bestzeit gefahren. Die mit Annika Drazek am Dienstag ins olympische Rennen gehende Oberbärenburgerin kam zuvor im fünften Trainingslauf auf Rang fünf. Bestzeit fuhr in diesem Durchgang die US-Pilotin Jamie Greubel Poser. Die Oberhoferin Mariama Jamanka kam mit Lisa-Marie Buckwitz auf die Plätze sieben und vier. Anna Köhler aus Winterberg landete mit Erline Nolte auf den Rängen zwölf und elf.

Viele Bobteams fahren im Training nicht die besten Kufen oder riskieren nicht alles am Start. Daher sind Platzierungen und Zeiten nicht aussagekräftig hinsichtlich des Rennens. Es wird mit jeweils zwei Läufen am Dienstag und Mittwoch ausgetragen.

Abfahrt: Rebensburg im Training weit zurück

US-Skistar Lindsey Vonn und Sofia Goggia aus Italien haben im zweiten Training für die Olympia-Abfahrt ihren Status als Favoriten untermauert. Goggia war hinter Stephanie Venier aus Österreich am Montag die zweitschnellste Starterinn, Vonn wurde im Jeongseon Alpine Centre Dritte. Viktoria Rebensburg dagegen war mit 2,25 Sekunden Rückstand weit hinter den Spitzenplätzen zurück. Im ersten Training tags zuvor waren es gut zweieinhalb Sekunden Rückstand. Rebensburg verschwand nach den erneut verpassten Top 15 nach dem Training ohne eine Stellungnahme aus dem Zielbereich.

Vonn fuhr die letzten Meter der Übungsfahrt aufrecht und sah in einigen Passagen noch Verbesserungspotenzial vor dem Rennen am Mittwoch (3.00 Uhr MEZ). „Ich bin oben nicht so gut gefahren, da habe ich etwas Zeit verloren. Unten kann ich ein paar Anpassungen machen. Da habe ich Sofias Lauf angeschaut, und sie ist eine etwas andere Linie gefahren“, sagte die 33 Jahre alte Olympiasiegerin von 2010.

Vonn hat ihren Startplatz innerhalb des US-Teams in der Abfahrt ebenso sicher wie Mikaela Shiffrin, die im zweiten Training mit 1,80 Sekunden Rückstand ins Ziel kam. Ob Shiffrin allerdings antritt, ist weiterhin unklar. Nach Angaben einer Sprecherin könnte die Entscheidung erst am Dienstagabend (Ortszeit) fallen.

Snowboard: Österreicherin in Big Air vorne

Snowboarderin Anna Gasser aus Österreich hat ihre Rolle als Anwärterin auf das erste olympische Gold im Wettbewerb Big Air eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In der Qualifikation für das Finale am Freitag (9.30 Uhr OZ/1.30 Uhr MEZ) erzielte die Weltmeisterin mit 98,00 Punkten die mit Abstand beste Wertung.

Überraschend nicht Finale der besten zwölf stehen die Amerikanerin Hailey Langland, Siegerin der X-Games 2017, und die finnische WM-Zweite Enni Rukajarvi. Deutsche Athletinnen sind nicht am Start.

Doping: Russischer Curling-Coach dementiert

Der russische Curling-Coach Sergej Belanow hat den Dopingverdacht gegen ein Mitglied des Olympia-Teams aus Russland zurückgewiesen. „Es wäre dumm, das gleiche Mittel zu nehmen, das für so viel Wirbel gesorgt hat. Und er ist nicht dumm“, sagte Belanow, Trainer der Damen-Auswahl, am Montag bei den Winterspielen von Pyeongchang. In der A-Probe des Curling-Bronzemedaillengewinners Alexander Kruschelnizki waren russischen Medienberichten zufolge Spuren der verbotenen Substanz Meldonium gefunden worden.

Konstantin Wybornow, Sprecher des Teams der „Olympischen Athleten aus Russland“, wollte den Namen des verdächtigen Athleten und Details nicht bestätigen. Er erklärte aber, dass die B-Probe am heutigen Montag geöffnet werden soll. „In jeder Situation beschädigt eine positive Dopingprobe den Ruf eines Sportlers, eines Verbands, der Sportnation“, sagte Wybornow.

Die weiteren russischen Curler zeigten sich geschockt. „Es ist wie ein Sturm über uns hereingebrochen“, sagte Viktoria Moissejewa, Mitglied des Damen-Teams, nach der 2:11-Niederlage gegen die Schweiz. „Wir hätten nie gedacht, dass das im Curling passieren könnte. Wir hoffen alle, dass die B-Probe negativ ist.“

Die 27-Jährige äußerte sich zudem über eine mögliche Manipulation eines Getränks Kruschelnizkis aus dem eigenen Team während des Trainingslagers, die der Athlet Medienberichten zufolge selbst befürchtet. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand das tun kann und dann nachts ruhig einschlafen kann“, sagte Moissejewa. „Er wüsste, dass er nicht nur das Leben eines Einzelnen zerstört hat, sondern des ganzen Landes.“