Zweite Liga

HSV Hamburg: Handballer peilen höheren Etat an

Marc Evermann führt den Handball Sport Verein Hamburg seit April 2016 als Vereinspräsident.

Marc Evermann führt den Handball Sport Verein Hamburg seit April 2016 als Vereinspräsident.

Foto: TimGroothuis / WITTERS

350 Partner und Sponsoren als Ziel. Am Sonntag wollen die Zweitligamänner vier Runden vor Saisonschluss Tatsachen schaffen.

Hamburg. Die Fußballer haben den Aufstieg krachend verpasst, die Basketballer selbigen kräftig gefeiert. Die Hockeyclubs ermitteln an diesem Wochenende ihre Meister – und selbst die Handballerinnen haben ihren Europapokalplatz bereits sicher. Fehlen zum Kehraus in den Mannschaftssportarten noch die Zweitligamänner des Handball Sport Vereins Hamburg. Vier Runden vor Saisonschluss will auch der Aufsteiger am Sonntag in der Sporthalle Hamburg Tatsachen schaffen. Im direkten Duell mit Abstiegskandidat Eintracht Hagen (15 Uhr/sportdeutschland.tv) fehlt ein Punkt, um das erklärte Saisonziel, den Klassenerhalt, rechnerisch festzuzurren.

Es wäre „der verdiente und vorzeitige Lohn für eine klare Leistungssteigerung in der Rückrunde“, wie es Vereinspräsident Marc Evermann ausdrückt. Nicht ohne Stolz. „Wir haben in dieser Saison das Wesen einer jungen Mannschaft gesehen“, bewertet der 47-Jährige die anfängliche Berg- und Talfahrt, die in den entscheidenden Saisonwochen mehr Gipfel als Talsohlen erlebte. „Man sieht eine klare Entwicklung. Die Mannschaft ist stabiler, robuster, selbstbewusster geworden, hat einen tollen Charakter gezeigt“, sagt Evermann, der den Verein seit dem Neuaufbau im April 2016 führt.

350 Partner und Sponsoren als langfristiges Ziel

Zeit, sich auf dem Erreichten auszuruhen, haben der Clubboss und seine Mitstreiter um Vizepräsident Martin Schwalb, Geschäftsführer Sebastian
Frecke und Vermarkter Tim Steffens (Lagardere) nicht. Wollen sie auch nicht, denn es gibt neue Ziele. „Jetzt im Mai, Juni, Juli wird die Arbeit gemacht“, bestätigt Evermann: „Wir wollen zur neuen Saison unseren Etat aufstocken, uns gemeinsam mit Partnern und Sponsoren auch in dieser Beziehung weiterentwickeln.“ Nicht übers Knie gebrochen, sondern „seriös und auf breiten Beinen“. Auf gut 120 Förderer kommen die Handballer, „bis zu 350 könnten es langfristig einmal sein“, sagt Evermann. Die Signale, zusätzliche Einnahmen generieren zu können, seien da, die Gespräche positiv. Zudem arbeite man intensiv „an weiteren Marketingtools und Werbeflächen“.

Mehr als zwei Millionen Euro hat der HSVH zur Premierenspielzeit im Unterhaus bewegt. Die avisierten 30 Prozent Mehreinnahmen konnte der Aufsteiger, der mit der MultiBank Group einen Hauptsponsor präsentierte, nahezu erreichen – und verteilen: Die Spieltagsorganisation ist beim Zuschauer­krösus der Zweiten Liga (Schnitt: 3551) ebenso professionell wie kostspielig. Mit Clubidol Stefan Schröder (37), der gegen Hagen letztmals im Kader steht, als Jugendkoordinator und Juniorentrainer Sven Rüstbült (U 19/U 18) wird der sportliche Unterbau zur nächsten Saison „optimiert“, wie Evermann sagt. Der Überbau bleibt dagegen überwiegend zusammen, ein weiterer Torhüter dürfte noch vor Saisonende vorgestellt werden.