Handball

HSV Hamburg: Als einzige Frau ist sie immer dabei

Physiotherapeutin
Christina Dressel
(32) macht die
Handballer des
HSV Hamburg
(HSVH) seit nun
neun Jahren fit.

Physiotherapeutin Christina Dressel (32) macht die Handballer des HSV Hamburg (HSVH) seit nun neun Jahren fit.

Foto: HSV/Huter

Die Team-Physiotherapeutin Christina Dressel muss den Handballern auch mal wehtun. Auch Ansprechpartnerin für private Sorgen.

Hamburg. Zum 17. Mal in dieser Saison bestieg Christina Dressel am Freitagmittag den Teambus des Handball Sport Vereins Hamburg. Klaglos und „in bester Laune“ nahm die einzige Frau an Bord auf ihrem Stammsitz Platz. „Zweite Reihe, direkt hinter den Trainern“, zeigt die Physiotherapeutin der Zweitligahandballer vor der gut siebenstündigen Fahrt ins 530 Kilometer entfernte Mörfelden-Walldorf. Dort, vor den Toren Frankfurts, ist der HSVH-Tross vor dem Auswärtsspiel am Sonnabend (19.30 Uhr/sportdeutschland.tv) beim TV Hüttenberg im Hotel des Sponsors einquartiert.

„Es ist jetzt meine achte Saison mit der Mannschaft“, sagt die 32-Jährige vom Lans Medicum, die 2010 anfing, die U-23-Reserve der damaligen HSV-Bundesligamänner zu kneten und zu tapen. In der Oberliga ging es nach Poppenbüttel, Schwartau, höchstens Flensburg. Jetzt opfert sie regelmäßig ihr Wochenende. Nach Spielschluss in Hüttenberg geht es direkt auf die Autobahn. Erwartete Rückkehr? Fünf Uhr am Sonntagmorgen. Das muss man mögen – „oder handballverrückt sein“, sagt Dressel, die familiär vorbelastet ist, selbst als 1,65 Meter kleine Außen bei der SG Altona aktiv war. Mit 24 Jahren verließ die Westfälin ihre Heimat Hamm. Vater Franz Dressel ist Geschäftsführer des Ligakonkurrenten ASV Hamm-Westfalen.

„Einfach nur Massage gibt es bei mir nicht“

Die vorzeitige Anreise zum Erstligaabsteiger Hüttenberg (32:34 Punkte), gegen den es für die Hamburger (30:36) in der Hinrunde eine 25:31-Niederlage mit einem 8:20 zur Pause setzte, verschaffe ihr Mehrarbeit. „Freitagabend werde ich einige Jungs noch mal behandeln“, sagt Dressel. Besonders freue es sie, wenn zuvor länger verletzte Spieler auch dank ihrer Arbeit zurück zu alter Stärke finden. „So wie Finn Wullenweber, der jetzt im Turbogang ist“, sagt sie über den besten Torjäger der vergangenen Wochen. Manchmal müsse sie „den Jungs auch wehtun. Einfach nur Massage gibt es bei mir nicht. Die Spieler kommen, wenn sie Beschwerden haben“, beschreibt Dressel, die auch Ansprechpartnerin für private Sorgen und Nöte ist.

Ob es ein Vorteil sei, ausgeruht ins Spiel am Folgetag zu gehen, statt bei Anreise am Spieltag direkt antreten zu müssen, könne sie aus physiotherapeutischer Sicht nicht eindeutig beantworten. Da spiele der mentale Spannungsaufbau eine größere Rolle. „Und die Ergebnisse haben bisher auch keine Tendenz geliefert“, sagt die Frau, die am Spielfeldrand immer dabei und allzeit bereit ist.