Basketball

Louis Olinde ist Hamburgs neuer Nationalspieler

Louis Olinde wurde mit Bamberg Meister und Pokalsieger.

Louis Olinde wurde mit Bamberg Meister und Pokalsieger.

Foto: imago/HMB-Media

Der Basketballer wurde bei den Towers ausgebildet, spielt jetzt Bundesliga in Bamberg und will in die NBA.

Hamburg. Kurz vor 14 Uhr am Donnerstagnachmittag wusste Louis Olinde endlich Bescheid. Der 21-Jährige wird am heutigen Freitag (20 Uhr, frei zugänglich bei magentasport) in Vechta sein Debüt für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft gegen den WM-Dritten Frankreich geben. Das teilte ihm Bundestrainer Henrik Rödl auf der internen Teamsitzung mit.

Olinde ist nach Towers-Sportchef Marvin Willoughby (2001–2003/35 Spiele) und Ismet Akpinar (seit 2017/41 Spiele), der jetzt für Besiktas Istanbul spielt, erst der dritte gebürtige Hamburger seit 2000, der das Nationaltrikot überstreifen darf. „Es ist mir eine große Ehre“, sagt Olinde. Die Berufung in die A-Nationalmannschaft ist für den 2,05 Meter großen Flügel- und Aufbauspieler, der alle deutschen Jugend- und Juniorenmannschaften durchlaufen hat, der nächste Schritt in seiner Karriere, die wohl von Geburt an vorgezeichnet war.

Vater Wilbert Olinde war in Göttingen (1977–1987) einer der ersten US-Stars in der Bundesliga, wurde dreimal Meister, zweimal Pokalsieger. Mutter Ursula warf in Göttingen den Basketball in der Zweiten Liga. Die Eltern und der jüngere Bruder Jason (19), ein Fußballer, werden in Vechta auf der Tribüne sitzen. „Ich freue mich über Louis’ sportliche Entwicklung, aber auch über seine Art, wie er mit anderen Menschen umgeht, stets höflich, immer respektvoll“, sagt Wilbert Olinde (64).

Darum wird Olinde Nationalspieler

Louis Olinde wechselte 2016 von den Hamburg Towers, damals 2. Bundesliga ProA, zu den Brose Baskets Bamberg in die erste Klasse, dribbelte in den ersten beiden Jahren auch für deren Farmteam 1. FC Baunach in der ProA. „Louis hat in dieser Saison in Bamberg eine wichtige Rolle gespielt. Er ist vielseitig einsetzbar, beweglich, ein starker Verteidiger und guter Rebounder, der zuletzt auch sehr gut geworfen hat“, begründet Rödl die Berufung Olindes.

Der Bundestrainer kennt ihn aus seiner Zeit als Juniorencoach (2014–2017), hat seinen Werdegang verfolgt. „Louis hat viel Potenzial, und er hat seine Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft“, sagt Rödl.

Die EM-Qualifikationsspiele gegen Frankreich und am Montag (21 Uhr, magentasport) in Newcastle gegen Großbritannien sind für Rödl wichtige Tests vor der Olympia-Qualifikation Ende Juni in Split (Kroatien) und perspektivisch für die EM im September 2021, die auch in Deutschland stattfindet.

Schafft Olinde den Sprung in die NBA?

Das Team ist als einer der vier Gastgeber für die Europameisterschaft gesetzt, muss dennoch die Qualifikation spielen, deren Ergebnisse für die Weltrangliste zählen. „Natürlich würde ich gern bei der Olympia-Quali dabei sein, auch bei der EM, aber jetzt muss ich erst mal gegen Frankreich Leistung zeigen“, sagt Olinde.

Sein Vierjahresvertrag in Bamberg läuft im Sommer aus, im Juni hofft er von einem Club der nordamerikanischen Profiliga NBA beim sogenannten Draft engagiert zu werden.

„Louis kann das schaffen“, sagt sein sportlicher Ziehvater Willoughby, mit dem Olinde vergangenes Wochenende in der Wilhelmsburger edel-optics.de Arena wieder mal privat trainierte. „Louis hat einen hohen Basketball-IQ, er versteht das Spiel zu lesen, trifft fast immer die richtigen Entscheidungen. Solche Spieler sind selten.“ Dass er eines Tages noch mal für die Towers auflaufen wird, glaubt Willoughby nicht. „In den nächsten Jahren werden wir ihn uns leider nicht leisten können.“