Hamburg Towers

Als Mike Taylor in Ulm Hausverbot erhielt

Michael Richard Taylor (47) ist im zweiten Jahr Trainer der Hamburg Towers.  Im Winter soll sein Vertrag verlängert werden.

Michael Richard Taylor (47) ist im zweiten Jahr Trainer der Hamburg Towers. Im Winter soll sein Vertrag verlängert werden.

Foto: Witters

Der Towers-Trainer kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der Mexikaner Jorge Gutiérrez soll das Team führen.

Hamburg. Mike Taylor kann mit seinen 47 Jahren bereits auf eine beeindruckende Karriere als Basketballtrainer zurückblicken. Wo er auch war, stellte sich alsbald der Erfolg ein. So auch bei den Hamburg Towers, mit denen er am 30. April in die Bundesliga (BBL) aufstieg. Jetzt führt ihn der Spielplan an seine bisher längste Wirkungsstätte zurück, nach Ulm. Dort treten die Hamburger am Sonntag (15 Uhr, magentasport.de) an, und Taylor rechnet mit einem freundlichen Empfang. Bei den Ulmer Fans ist er immer noch äußerst beliebt.

„Es war eine sehr schöne Zeit“, sagt Taylor über seine acht Jahre in Ulm (2003–2011). Dort lernte er seine Ehefrau Alice Dietl kennen, führte das Team aus der 2. Liga bis in die Play-offs der BBL, ein Szenarium, das er in Hamburg gern wiederholen würde. Bloß an seinen letzten Arbeitstag hat er unschöne Erinnerungen. Weil er bei einer Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Bremerhaven wohl ohne Absprache mit dem Vorstand mitteilte, dass sich beide Seiten nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnten, wurde Taylor umgehend freigestellt, erhielt Haus- und Hallenverbot. Über die Hintergründe rätselt er noch heute. Als polnischer Nationaltrainer kehrte er 2016 zum Supercup erstmals nach Ulm zurück – als gern gesehener Gast.

„Große Teams coachen sich selbst“

Auch am Sonntag rechnet Taylor nicht mit einer feindseligen Atmosphäre, schließlich hat sich der Tabellenvorletzte (1:6 Siege) in der Bundesliga bisher viele Freunde gemacht. Auch in Ulm (13.; 2:5 Siege) ist zu befürchten, dass die Hamburger nur weitere Erfahrungen gewinnen werden. Taylor schreckt das nicht, er glaubt an sein Team, sieht es als wichtigste Aufgabe, dass sich in der Mannschaft schnell ein „Aggressive
Leader“ findet. „Gute Teams lassen sich vom Trainer führen, große Teams coachen sich selbst“, sagt der US-Amerikaner.

Einer, der den Takt vorgibt, auf den seine Mitspieler hören, der Stimmung ins Spiel bringt, könnte der Mexikaner Jorge Gutiérrez (30) werden. Der Ex-NBA-Profi überzeugte vergangenen Sonnabend trotz der 87:93-Niederlage gegen Göttingen bei seinem Bundesliga-Debüt. Weil Gutiérrez und Justus Hollatz (18) jetzt als Spielmacher gesetzt sind, wird sich die Rolle von Heiko Schaffartzik verändern. Der 35-Jährige erfüllte bislang nicht die hohen Erwartungen und wird vorerst weniger Einsatzzeit erhalten. Ein Jahr Spielpause haben bei ihm Spuren hinterlassen.