Basketball

FC Bayern – der perfekte Auftaktgegner für die Towers

Towers-Kapitän Beau Beech ist stolz auf seine neue Führungsrolle im Team.

Towers-Kapitän Beau Beech ist stolz auf seine neue Führungsrolle im Team.

Foto: Witters

Hamburg Towers haben in der Basketball-Bundesliga vor allem ein Ziel: immer besser zu werden. Montag geht's los.

Hamburg.  Die letzte Herausforderung vor dem Saisonstart in die Basketball-Bundesliga (BBL) scheint nun auch bewältigt. Die Beleuchtungsstärke in der heimischen edel-opitcs.de Arena beträgt jetzt 1400 Lux, 200 mehr als in der vergangenen Zweitligasaison. In der höheren Klasse, da besteht der übertragende Livestream Magenta Sport drauf, soll mehr Licht ins Spiel gebracht werden. „Im nächsten Jahr werden von uns sogar 1800 Lux in der Halle verlangt“, sagt Marvin Willough­by (41), Sportchef und geschäftsführender Gesellschafter des Aufsteigers Hamburg Towers.

Wer solche Probleme hat, darf sich glücklich schätzen. Und das tun die Wilhelmsburger auch vor ihrer Premiere in der höchsten Spielklasse am Montagabend (20.30 Uhr/Magenta Sport) beim deutschen Meister Bayern München.

„Wir freuen uns, dass es endlich losgeht, und wir sind stolz darauf, dass wir dabei sind“, sagt der neue Kapitän Beau Beech (25). Der alte, Spielmacher Achmadschah Zazai (32), hatte keinen neuen Vertrag erhalten. Beech bekam ihn, weil Trainer Mike Taylor (47) noch viel sportliches Potenzial in seinem US-Landsmann sieht. Und diese Einschätzung rechtfertigte der Drei-Punkte-Spezialist in der Vorbereitung. „Er hat sich weiterentwickelt, wie wir es uns von ihm erhofft hatten“, sagt Willoughby.

Weiterentwicklung, Willen, Charakterstärke

Die Begriffe Potenzial, Weiterentwicklung, Willen, Charakterstärke spielten bei der Zusammenstellung des Erstligakaders in den vergangenen Monaten die entscheidende Rolle. „Wir haben Spieler geholt, mit denen wir hoffentlich noch über die anstehende Saison hinaus arbeiten können, weil sie ihre Möglichkeiten bislang nicht ausgeschöpft haben“, sagt Willoughby. Gern hätte man deshalb mit einigen längerfristige Verträge abgeschlossen, „doch unsere wirtschaftlichen Verhältnisse geben das bislang nicht her“. Immerhin steigt der Etat gegenüber der vergangenen Zweitligasaison von 2,7 Millionen auf fast fünf Millionen Euro. Auftaktgegner Bayern München gibt das Fünffache aus.

Neun Abgänge stehen sieben Neuverpflichtungen gegenüber, und es könnten in den nächsten Wochen und Monaten noch mehr werden. Bis zum Beginn der Play-off-Runde im Mai 2020 können die Vereine ihre Kader umbauen oder komplettieren. Maximal 18 Profis dürfen während der Serie unter Vertrag genommen werden, bei den Towers sind es derzeit zwölf. Dazu kommen die beiden Nachwuchs-Spielmacher Justus Hollatz (18) und Osaro Jürgen Rich Igbineweka (21), die mit einer Doppellizenz auch beim Towers-Kooperationspartner SC Rist Wedel in der 2. Bundesliga Nord ProB dribbeln dürfen. Diese Spieler werden von der BBL nicht für das Team-Kontingent berechnet.

„Talentierte, willige Gruppe“

„Wir sind in der Lage, in der Saison zu reagieren“, sagt Willoughby. Das gilt für den Fall, dass es schlecht läuft, aber auch für den, dass es besonders gut läuft, Trainer und Sportchef glauben, zum Beispiel die Play-offs, die Plätze eins bis acht, anstreben zu können. Bisher ist allerdings kein Zielkorridor definiert. „Wir werden vor allem keine Nicht-Ziele ausgeben“, betont Willoughby und meint damit mutmaßlich den löblichen Vorsatz, nicht absteigen zu wollen.

Weil Mitaufsteiger Nürnberg keine Lizenz erhielt, spielt die Bundesliga in dieser Saison nur mit 17 Mannschaften, von denen allein der Tabellenletzte in die Zweite Bundesliga ProA zurückmuss. Wie die Towers im Verhältnis zur Konkurrenz aufgestellt sind, darüber macht sich Trainer Taylor noch keine Gedanken: „Wo wir stehen, wie gut oder schlecht die anderen sind, wissen wir, wenn wir gegen jedes Team einmal gespielt haben.“ Was der polnische Nationalcoach jetzt schon weiß: „Wir haben eine talentierte, willige Gruppe, die in der Vorbereitung jeden Tag ein bisschen besser geworden ist. Und das ist unser Anspruch: immer besser zu werden.“

Erfahrener Schaffartzik

Heiko Schaffartzik, der bislang letzte Neue, soll dazu seine Erfahrung beisteuern. Einen wie ihn hätten sie lange gesucht, sagt Willoughby, der 35-Jährige sei stets ein Wunschkandidat gewesen. „Heiko wollte nicht mehr in der Bundesliga spielen. Doch wir konnten ihn überzeugen, dass die Towers genau der richtige Verein für seine Ambitionen sind. Er hatte auch Anfragen anderer BBL-Clubs“, sagt der Sportchef. Schaffartzik will führen und spielen, Taylor wird ihn spielen und führen lassen.

Beim letzten Test in Frankfurt, den die Hamburger vergangenen Sonnabend 64:59 gewannen, stand der ehemalige Nationalspieler in der Starting Five. Ob das in München bei Schaffartziks Ex-Club auch der Fall sein wird, ließ Taylor offen. Das Auftaktspiel beim Meister passt ihm: „Dann wissen wir gleich, was uns in der Bundesliga maximal erwarten wird. Die Bayern sind der perfekte Gegner.“

Alle Bundesligaspiele der Towers werden in der Capellini-Lounge im Hamburger Ding, Nobistor 16 auf St. Pauli, live übertragen. Einlass ist jeweils eine Stunde vor dem Tip-off. Der Eintritt kostet 10 Euro. 200 Plätze sind vorhanden.