Basketball

Warum die Hamburg Towers in Budapest trainieren

Der Bundesliga-Aufsteiger hat sein Trainingslager in Ungarn bezogen. Die vier Tage in der Hauptstadt sind extrem durchgetaktet.

Budapest.  Die Augen waren klein, als die Profis der Hamburg Towers am frühen Dienstagmorgen im Terminal eins am Helmut-Schmidt-Flughafen in Fuhlsbüttel eintrafen. Bereits um 4.30 Uhr hatten sich die Basketballer an der Edel-optics.de-Arena in Wilhelmsburg getroffen, um in das viertägige Trainingslager in Budapest aufzubrechen. „Das ist nicht meine Zeit. Aber ich freue mich richtig auf die Zeit in Ungarn. Das wird cool“, sagte Guard Malik Müller.

Und die Donaumetropole zeigte sich von ihrer besten Seite, als der 20 Personen umfassende Towers-Tross das mit drei Sternen klassifizierte Hotel Budapest im Stadtteil Orszagut bezog. Leicht bewölkt, 23 Grad, den Varosmajor-Stadtpark direkt vor der Tür. Unmittelbar nach der Ankunft nutzten die Spieler, die sich Doppelzimmer teilen, die Zeit, um sich zu akklimatisieren.

Willoughby hatte die Budapest-Idee

Die Idee, das Camp in Budapest abzuhalten, kam Geschäftsführer und Sportdirektor Marvin Willoughby (41), als er mit Harald Stein sprach. Der 52-Jährige war früher Nachwuchstrainer beim Deutschen Basketball Bund und ist ein alter Weggefährte des gebürtigen Hamburgers. Stein, der in der Basketballschule Vasas Akadémiá im Norden Budapests beschäftigt ist, schwärmte von den Bedingungen vor Ort und weckte so das Interesse Willoughbys.

Und das ganz zur Freude von Mike Taylor. Nach einem gemeinsamen Mittagessen und einem Teammeeting bat der Towers-Trainer seine Profis um 19.30 Uhr zur ersten Einheit in einer Sporthalle, die sich in unmittelbarer Hotelnähe befindet. „Das Hotel ist solide, die Wege sind kurz. Leider werden wir wenig von dieser wunderschönen Stadt sehen“, erklärte Taylor, der auf der 75-minütigen Busfahrt vom Flughafen zum Hotel kurz das Basketball-Fachsimpeln mit Co-Trainer Austen Rowland einstellte, als der Reisebus die Donau zum ersten Mal überquerte und er das prächtige Parlamentsgebäude erblickte. „Ein tolles Panorama“, sagte der 47-Jährige und knipste ein paar Erinnerungsfotos.

Taylor: "Es gibt noch einiges zu korrigieren"

Es dürften so ziemlich die einzigen Eindrücke gewesen sein, die der Bundesliga-Aufsteiger von der Stadt bekommt. Auch wenn kein Testspiel geplant ist, werden die Profis maximal gefordert sein. Bis zum Donnerstag sind jeweils zwei Einheiten pro Tag zu je 90 und 120 Minuten angesetzt. Am Freitag werden die Towers noch einmal in die Halle gehen, bevor der Flieger am Abend nach Frankfurt abhebt, wo am Sonnabend das finale Testspiel gegen die Fraport Skyliners vor dem Bundesligastart (30. September bei Bayern München) ansteht.

„Wir werden viel im Detail arbeiten. Auch wenn mir gefällt, was die Mannschaft in der Vorbereitung gemacht hat, gibt es noch einige Dinge zu korrigieren. Da kommt einiges auf die Jungs zu“, kündigte Taylor an. Es scheint, als müssten sich die Spieler weiterhin auf ausgeprägte Müdigkeit einstellen.