Zweite Liga

St.-Pauli-Sieg: Jos Luhukay wird plötzlich warm ums Herz

"So wie die Menschen St. Pauli leben, so spielt diese Mannschaft auf dem Platz." Zwei Youngster spielten sich in die Herzen.

Hamburg. So kann es gehen: Aus der Not heraus wegen vieler Verletzungen mussten zwei Youngster ran – und die trafen am Sonntag zum dramatischen 2:0-Sieg des FC St. Pauli über die nie aufgebende Mannschaft von Sandhausen. Finn Ole Becker (8.) und Viktor Györkeres (45+1) haben mitgeholfen, die Serie ungeschlagener Spiele auszubauen. Beide haben zum ersten Mal getroffen. Györkeres stand in der Zweiten Liga erstmals in der Startelf.

Und gleichzeitig wurde der Derby-Fluch endgültig vertrieben. Er besagt, dass, wer im Hamburger Derby zwischen dem HSV und dem FC St. Pauli gewinnt, in den folgenden Spielen nachhaltig schlechte Ergebnisse holt. Fluch ade!

Sandhausens Trainer Koschinat lobt St. Paulis Tempo

Sogar Sandhausens Trainer Uwe Koschinat lobte, seine Mannschaft sei mit dem Tempo der Spieler des FC St. Pauli nicht klargekommen. Das Ergebnis gehe in Ordnung. Jos Luhukay bemängelte, dass das dritte Tor nicht geschossen wurde, aber Torhüter Robin Himmelmann aber die Führung festgehalten habe. "Gleichzeitig hatten wir sehr gute Umschaltmomente." Luhukay wurde sogar philosophisch: „So wie die Menschen St. Pauli leben, so spielt diese Mannschaft auf dem Platz. Was die Jungs auf dem Rasen vorleben, bekommen sie gleichzeitig auch an Unterstützung zurück "

Das war umso bemerkenswerter, als Luhukay schon vor der Saison eine Wutrede gehalten hatte, die es in sich hatte. Beobachter hatten dem neuen Trainer da schon keine große Zukunft prophezeit. Jetzt wird es Luhukay offenbar richtig warm ums Herz.

Robin Himmelmann hielt St. Paulis Führung fest

Der FC St. Pauli blieb jetzt zum fünften Mal hintereinander unbesiegt. In der Tabelle verbesserte sich St. Pauli mit jetzt zwölf Punkten auf Platz sechs. Youngster Becker nutzte die Gunst des Augenblicks zur Führung. Kein Gegenspieler griff den 19-Jährigen an, der per Distanzschuss traf. Der für den verletzten Dimitrios Diamantakos in die Startelf gerückte Viktor Gyökeres stocherte beim zweiten Tor den Ball in der Nachspielzeit der ersten Hälfte aus fünf Metern Entfernung über die Linie.

Die größten Sandhäuser Chancen verhinderte St. Paulis Schlussmann Robin Himmelmann mit Paraden gegen Kevin Behrens (76.), den früheren Hamburger Aziz Bouhaddouz (84.) und Julius Biada (90.). Auch Marvin Knoll und Ryo Miyaichi hatten noch hervorragende Möglichkeiten zum Ausbau der Führung in der dramatischen Schlussphase.

FC St. Pauli gegen Sandhausen – die Statistik

Trainer Jos Luhukay fehlten zahlreiche verletzte Profis, darunter Abwehrchef James Lawrence und Torjäger Dimitrios Diamantakos. Beide haben großen Anteil am Aufschwung der Mannschaft in den vergangenen Wochen.

Luhukay konnte sich erneut auf die Unterstützung der Zuschauer im Millerntor-Stadion verlassen. „Es ist noch nicht so lange her, dass wir eine Wahnsinnsatmosphäre und ein tolles Erlebnis hier hatten“, sagte der Niederländer vor dem Spiel. Gemeint ist der 2:0-Derby-Sieg gegen den Hamburger SV vor knapp zwei Wochen.