FC St. Pauli

Christopher Buchtmann: Ich bin nicht faul

Trainer Jos Luhukay (l.) klatscht nach dem Spiel gegen Fürth mit Christopher Buchtmann (r.) ab, den er in der 77. Minute eingewechselt hatte.

Trainer Jos Luhukay (l.) klatscht nach dem Spiel gegen Fürth mit Christopher Buchtmann (r.) ab, den er in der 77. Minute eingewechselt hatte.

Foto: Witters

St. Paulis Mittelfeldspieler reagiert auf die Aussagen von Trainer Luhukay zu seiner aktuellen Leistungsfähigkeit.

Hamburg.  Als die weitaus meisten Mitspieler nach dem Vormittagstraining schon im Kabinentrakt verschwunden waren, legte Christopher Buchtmann am Dienstag gemeinsam mit dem neuen Stürmer Viktor Gyökeres und Torwart Svend Brodersen noch eine Extraschicht mit Torschüssen von der Strafraumgrenze ein. Es waren einige hübsche Treffer in die oberen Ecken dabei, an einer überdurchschnittlichen Schusstechnik hat es dem Mittelfeldspieler ja ohnehin noch nie gemangelt.

Zuletzt aber reichte diese Fähigkeit nicht aus, um in den ersten beiden Zweitligaspielen der neuen Saison in der Startelf zu stehen. Gerade einmal 13 Minuten plus Nachspielzeit hatte er beim 1:3 gegen Greuther Fürth am vergangenen Freitag mitwirken dürfen, ohne am Rückstand noch etwas ändern zu können. Zuvor beim 1:1 in Bielefeld hat­te Buchtmann sogar die gesamte Spielzeit über 90 Minuten auf der Reservebank zugebracht.

Wieder in den Spielrhythmus kommen

Wer den 27-Jährigen kennt, weiß nur zu genau, dass er sich mit einem solchen Dasein nicht wirklich auf Dauer arrangieren kann. „,Buchti‘ war neun Wochen raus. Dann begann die Vorbereitung, er musste an der eigenen Leistungsfähigkeit arbeiten, konditionell wieder top werden und seine Form annähernd erreichen. Damit kämpft er, da muss er zulegen. Das habe ich offen mit ihm besprochen. Er weiß, welchen Weg er gehen muss. Das waren jetzt die ersten Schritte, um wieder in den Spielrhythmus zu kommen“, erklärte Trainer Jos Luhukay, warum er Buchtmann noch nicht wieder als möglichen Startelfspieler betrachtet hat. Dabei verweist der Niederländer auf die Daten, die das Trainerteam für jedes Spiel und auch für jedes Training erhält.

St. Pauli unterliegt und bangt um Avevor:

„Man sieht, dass er rein körperlich gesehen noch nicht wieder auf einem hohen Niveau ist. Wenn die Basiseigenschaften nicht vorhanden sind, und ich hätte ihn gegen Fürth von der ersten Minute an aufgestellt, hätte es sein können, dass er sich nach 30 oder spätestens 60 Minuten wieder eine neue Verletzung zuzieht. Oder die alte bricht wieder auf. Dann sind wir viel weiter weg als jetzt“, holte Luhukay weiter aus.

Mehr Läufe mit höherer Intensität

Am Dienstag nun bestätigte Buchtmann das Gespräch mit dem Trainer vor dem Auftaktspiel in Bielefeld. „Er hat mir seine Gründe erklärt, mich aber auch gelobt und mir gesagt, dass ich von meinen Fähigkeiten her ein unheimlich wichtiger Spieler werden kann, aber auch an ein, zwei Stellschrauben drehen muss und er mich damit schützen will“, berichtete Buchtmann am Dienstag.

Konkret geht es darum, dass er im Training mehr Läufe mit höherer Intensität absolvieren und mehr Sprints anziehen soll. „Damit ist dann alles ein bisschen mehr gefestigt, und im Spiel passiert nichts, wenn ich es da mache“, sagte Buchtmann und zeigte sich einsichtig. „Ich habe in den letzten Trainingseinheiten damit angefangen und denke, dass ich auch gut dabei war.“

Zehn Tage nach OP wieder im Training

Wichtig ist ihm auch klarzustellen, dass er nach seiner Operation im Mai, als er ein Loch in seiner Bauchdecke schließen ließ, sehr wohl wieder trainiert habe. „Ich habe nicht neun Wochen Pause gemacht. Nur zehn Tage nach der Operation habe ich mit einem Programm begonnen, das ich mit den Athletiktrainern abgesprochen habe. Ich habe insgesamt 14 Läufe und ein Kraftprogramm absolviert. Das Ziel war, dass ich zum Trainingsauftakt auf demselben Stand bin wie die anderen Jungs. Beim Laktattest war ich jedenfalls nicht ganz unten“, sagte er jetzt. „Es soll nach außen nicht so aussehen, dass ich faul wäre.“

Ist Buchtmann also schon am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) im DFB-Pokalspiel beim VfB Lübeck wieder eine Option für St. Paulis Startelf, zumal sich Positionskonkurrent Finn Ole Becker noch mit einer Wadenzerrung herumschlägt? „Ich fühle mich gut. Wenn der Trainer mich braucht, bin ich da. Ich weiß, was ich am Ball kann“, sagt der Mann mit dem starken linken Fuß selbstbewusst.

Und wie lange könnte er durchhalten? „Es gab bisher kein Spiel in meiner Profizeit, in dem ich den Arm gehoben habe und eher rauswollte“, berichtete er mit einigem Stolz. So soll es auch künftig bleiben.

Interesse an Dominik Schmidt vom Ligakonkurrenten Holstein Kiel hat der FC St. Pauli nach Informationen des Portals liga-zwei.de als Ersatz für den mit einem Wadenbeinbruch lange ausfallenden Christopher Avevor. Der 32 Jahre alte Innenverteidiger Schmidt ist seit vier Jahren bei den Kielern, sein Vertrag läuft im Sommer kommenden Jahres aus.