Zweite Liga

St. Paulis neue Stabilität im Abstiegskampf

Das Innenverteidiger-Duo Kalla und Thorandt überzeugte bei der Nullnummer in Duisburg. Frontzeck sieht aussortierten Avevor nicht als Sündenbock.

Hamburg. Dass sich die Profis des FC St. Pauli über einen freien Montag freuen durften, hatten sie zu einem Großteil auch Jan-Philipp Kalla zu verdanken. Der 26-Jährige hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der Kiezclub am Sonntag beim 0:0 gegen den MSV Duisburg erstmals seit dem 24. Spieltag (1:0 in Aalen) ohne Gegentor blieb. Auch an jenem 3. März spielte Kalla nicht auf der Außenverteidigerposition, sondern im Abwehrzentrum. Bereits in der Jugend lief er häufig als Abwehrchef auf, spielte im Profibereich jedoch zumeist auf den Flügeln. "Ich habe diese Position schon immer gerne gespielt", sagte Kalla nach dem Spiel und ergänzte: "Ich bin gegen Duisburg sehr gut reingekommen, habe die ersten Bälle zum Mann bekommen und Zweikämpfe gewonnen. Das war wichtig für mich."

Wie wichtig Stabilität im Abstiegskampf sein kann, belegten die vergangenen Wochen. Immer wieder brachten Unachtsamkeiten in der Defensive die St.-Pauli-Profis um den Lohn der Arbeit. Im Kurztrainingslager vor dem Duisburg-Spiel in der Klosterpforte in Harsewinkel entschied Trainer Michael Frontzeck daher, den zuletzt schwächelnden Christopher Avevor aus dem Team zu nehmen. Der 49-Jährige stellte aber klar, dass die 21 Jahre alte Leihgabe von Hannover 96 nicht als Sündenbock für die jüngsten Unsicherheiten im Defensivverbund herhalten soll.

"Ich wollte Avevor schützen und habe ihn in solch einem Nervenspiel deshalb nicht gebracht", sagte Frontzeck, der sehr zufrieden mit dem Defensivverhalten seiner Mannschaft und der Leistung seiner beiden Innenverteidiger Kalla und Markus Thorandt war. "Wenn sich keiner mehr verletzt, ist das mehr als eine Option für das Spiel gegen Braunschweig", so Frontzeck.

Thorandt und Kalla verliehen St. Pauli deutlich mehr Stabilität, ließen kaum große Chancen des Gegners zu und beteiligten sich zudem immer wieder klug am Aufbauspiel. "Man hat als Innenverteidiger den ganzen Platz vor sich. Da ist es leichter, den Spielaufbau zu betreiben", sagte Kalla.

Am kommenden Sonntag will St. Pauli im Heimspiel gegen den bereits feststehenden Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig den Klassenerhalt vorzeitig perfekt machen. Bleibt das Frontzeck-Team mit Innenverteidiger Kalla auch gegen den Tabellenzweiten erneut ohne Gegentor, winkt sicher nicht nur ein weiterer freier Tag, sondern vor allem auch die Gewissheit, dass in der kommenden Saison weiterhin Zweitligafußball am Millerntor gespielt wird.