HSV-News

Papadopoulos schon in China – DFB reduziert Pyro-Strafe

Kyriakos Papadopoulos hat beim HSV keine Zukunft mehr.

Kyriakos Papadopoulos hat beim HSV keine Zukunft mehr.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

HSV-Erfolg vor Gericht. Hoffmann will in Zukunft andere Wege gehen. Papadopoulos trainiert bei neuem Club. Neuer Job für Magath.

Die HSV-News am Freitag, den 17. Januar 2020:

Papadopoulos trainiert schon bei Club in China

Findet Abwehrspieler Kyriakos Papadopoulos sein Glück in China? Wie der "Kicker" berichtet, absolviert der Grieche aktuell ein mehrtägiges Probetraining bei Shanghai Shenhua. Kommt es zu einem Wechsel des 27 Jahre alte Top-Verdieners, würde der HSV rund eine Million Euro an Gehalt einsparen, das Papadopoulos noch bis Saisonende zustünde.

Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass Leverkusen auf einen vertraglich festgeschrieben Millionenbetrag im Falle eines Weiterverkaufs verzichtet. Hierfür sieht Sportvorstand Jonas Boldt, der den Kontrakt einst zu Leverkusener Zeiten aushandelte, den Club allerdings auf einem guten Weg.

Weil er im Profiteam von Dieter Hecking keine Perspektive mehr sah, hatte sich Papadopoulos im Oktober zur U21 versetzen lassen. Für den Januar erteilte ihm der HSV die Freigabe, dem Training fernzubleiben, um sich einen neuen Verein zu suchen. Dieser Plan scheint nun aufzugehen.

HSV: DFB reduziert Pyro-Strafe deutlich

Großer Erfolg für den HSV in Frankfurt: Das DFB-Sportgericht hat die Geldstrafe wegen der Pyrotechnik-Vorfälle beim Stadtderby am 16. September 2019 gegen den FC St. Pauli deutlich reduziert. Die Hamburger wurden in der Berufungsverhandlung zu einer Strafe von 140.000 Euro verurteilt, wovon 47.000 Euro für sicherheitstechnische und gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden können. Der HSV wird das neue Urteil akzeptieren und auf einen erneuten Protest verzichten.

"Ich bin sehr froh, dass das Gericht großen Teilen unserer Argumentation folgen konnte", sagte der spürbar gut gelaunte Clubboss Bernd Hoffmann dem Abendblatt. Nach dem ersten Urteil am 20. Dezember sollte der HSV noch 200.000 Euro bezahlen. Der DFB-Kontrollausschuss hatte sogar eine Geldbuße von 250.000 Euro beantragt.

Die Geldstrafe für St. Pauli ist derweil von ursprünglich 120.000 Euro auf 90.000 Euro reduziert worden. Der Kon­trollausschuss hatte ursprünglich eine Strafe von 180.000 Euro gefordert.

Darum wurde die Pyro-Strafe reduziert

"Die Beweisaufnahme hat heute ergeben, dass die Vorfälle beim Lokalderby im September weniger gravierend waren als die Ausschreitungen beim vorangegangenen Aufeinandertreffen im März.", sagte der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts Hans E.Lorenz. Damals hatte das DFB-Sportgericht dem HSV eine Straße von 150.000 Euro auferlegt.

"Die erste Halbzeit verlief diesmal störungsfrei. Die Spielverzögerung zu Beginn der zweiten Halbzeit betrug 3:20 Minuten und damit weniger als ursprünglich angenommen", ergänzte Lorenz.

Hoffmann bietet DFB und Fans runden Tisch an

Das Urteil ist eine krachende Niederlage für die Gerichtsbarkeit des DFB. Eine Reduzierung von insgesamt 110.000 Euro hat es in der Geschichte des Verbands noch nie gegeben. Perspektivisch will sich der HSV aber nicht damit zufriedengeben, in regelmäßigen Abständen mit dem DFB über die Höhe der Strafen wegen der Vorfälle der eigenen Anhänger zu verhandeln. "Wir haben deshalb einen runden Tisch unter Einbeziehung des DFB und der Fans vorgeschlagen", sagte Hoffmann.

Auch Lorenz hatte kürzlich an der Wirkung der Pyro-Geldstrafen gezweifelt. „Der Umstand, dass so etwas sanktioniert wird, führt nicht zur Lösung des Problems“, sagte Lorenz. „Wir reagieren ja immer nur." Viel wichtiger als Strafen sei die Kommunikation mit den Fans. „Die Strafen können allenfalls Motivation sein, den Dialog mit den Fans aufrechtzuerhalten oder zu intensivieren.“ Diesen Weg strebt auch der HSV seit Längerem an.

Neuer Job für Magath im Profifußball

Felix Magath kehrt als Funktionär in den Profifußball zurück: Laut der "Fränkischen Nachrichten" soll der Ex-HSV-Spieler und -Trainer einen neu geschaffenen Posten bei der Onlinedruckerei Flyeralarm, dem Sponsor des Drittligisten Würzburger Kickers, des österreichischen Erstligisten Admira Wacker und der deutschen Frauenfußball-Bundesliga, übernehmen.

Demnach soll Magath eine Art „Sportchef von Flyeralarm“ werden – ähnlich wie Ralf Rangnick, der im Red-Bull-Kosmos als „Head of Sport and Development Soccer“ tätig ist. Das in Würzburg ansässige Unternehmen Flyeralarm hat für Montag zu einer Pressekonferenz geladen, bei der Magath vorgestellt werden soll. Am selben Tag wird der 66-Jährige zudem in Wien erwartet, dort wird sich dann die Vereinsführung von Admira Wacker zu der Personalie äußern.

Vagnoman steht auf der Liste für Olympia

Josha Vagnoman darf von Olympia träumen. Der momentan wegen eines Fußbruchs verletzte Außenverteidiger steht laut der "Bild" auf der vorläufigen Liste, die U-21-Nationaltrainer Stefan Kuntz der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada übergeben hat. Der finale 18-köpfige Kader wird im Juni bekannt gegeben. 32 Spieler müssen also noch gestrichen werden. Trotzdem stehen Vagnomans Chancen gut, bei den Sommerspielen in Tokio dabei zu sein.

Kuntz schätzt die Qualitäten des 19-Jährigen. Vor seiner Verletzung hatte sich der HSV-Profi einen Platz in der ersten Elf des DFB-Nachwuchses erkämpft. Sollte Vagnoman im Laufe der Rückrunde wieder fit werden und Spielpraxis sammeln, darf er sich konkreter mit einer Reise nach Japan beschäftigen.

Außerdem stehen einige "ältere" Spieler, von denen Kuntz allerdings nur drei nominieren darf, auf der Liste. Es sind unter anderem prominente Namen wie Thomas Müller, Mats Hummers, Max Kruse und Sandro Wagner, wie der Coach in einem Interview auf dfb.de mitteilte.

Olympia-Aus für Bakery Jatta

Vagnomans Teamkollegen Bakery Jatta geht dagegen leer aus. Der Flügelstürmer steht nicht auf der vorläufigen Liste für Olympia. Der DFB hatte zwischenzeitlich über eine Einbürgerung und Nominierung Jattas nachgedacht, letztlich dann aber doch Abstand von der Idee genommen. Daran ändert sich auch für die Spiele nicht Tokio nichts. Dadurch könnte Jattas Debüt für die A-Nationalmannschaft Gambias im Laufe des Jahres konkreter werden.

Was Hecking im Trainingslager verändert hat

Am letzten Tag des Trainingslagers in Lagos hat Dieter Hecking ein positives Fazit gezogen. "Wenn wir nächstes Jahr hier wieder hinkommen könnten, wäre das gut", sagte der HSV-Trainer, der insbesondere die Infrastruktur, den Service und die Bedingungen vor Ort lobte.

Sportlich hat der Coach den Schwerpunkt auf das zuletzt ausbaufähige Umschaltspiel gelegt. „Das haben wir als Schwachstelle ausgemacht.“ Gegen Seoul habe sich die Mannschaft im Vergleich zum Schalke-Spiel vor einer Woche (0:4) „deutlich verbessert“ präsentiert. „Jeder hat jetzt verstanden, dass er mitarbeiten muss", sagte Hecking.

Abwehrspieler Timo Letschert hat sich positiv über die im Trainingslager einstudierten Veränderungen im HSV-Spiel geäußert. „Wir sollen als Verteidiger früher rausschieben und draufgehen, wenn der Gegner am Ball ist. Das hat gegen Seoul schon ganz gut geklappt", sagte der Niederländer.

HSV-Coach Hecking: „Wer das glaubt, ist auf dem Holzweg“

Jairo und Harnik reisen vorzeitig ab

Beim Vormittagstraining in Lagos fehlten die verletzten Offensivspieler Jairo Samperio (Oberschenkel) und Martin Harnik (Wade). Während Harnik seit dem 0:4-Testspiel gegen Schalke vor einer Woche pausiert, soll Jairos Blessur nicht so schlimm sein. Der Spanier war am Donnerstag beim 1:1 gegen den FC Seoul nach 66 Minuten zwangsweise ausgewechselt worden.

Beide Spieler werden heute schon aus dem Trainingslager abreisen, um sich in Hamburg genauer untersuchen zu lassen. "Wir hoffen, dass sie spätestens Mittwoch wieder ins Training einsteigen", sagte Trainer Hecking. Im Laufe der kommenden Woche soll auch Kapitän Aaron Hunt (Bänderriss) wieder mit der Mannschaft trainieren.

Hinterseer fällt gegen Basel aus

Im dritten Test der Wintervorbereitung am Sonntag beim Schweizer Topclub FC Basel (15 Uhr) werden neben Harnik und Jairo auch Kapitän Aaron Hunt und Stürmer Lukas Hinterseer fehlen. Hunt soll nach seinem Bänderriss in der kommenden Woche wieder mit dem Team trainieren. Hinterseer hat sich nach dem Test am Donnerstag gegen den FC Seoul (1:1) einen Magen-Darm-Infekt zugezogen. So bleibt Hecking am Sonntag gegen Basel nur noch Bobby Wood als Alternative im Sturmzentrum.

Hecking dürfte somit noch einmal bewusst geworden sein, dass er für die Rückrunde durchaus noch eine Verstärkung im Angriff vertragen könnte. Noch immer pokert Sportvorstand Jonas Boldt um eine Verpflichtung des Slowaken Robert Bozenik (20) von MSK Zilina.

Dieter Heckings Fazit zum 1:1 des HSV gegen den FC Seoul