HSV-News

Pyro-Strafen für HSV und St. Pauli: Anklage geht in Berufung

HSV-Fans zünden im Stadtderby beim FC St. Pauli Pyrotechnik.

HSV-Fans zünden im Stadtderby beim FC St. Pauli Pyrotechnik.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Hickhack um HSV-Testspiel in Lübeck. Hecking erklärt Systemwechsel. Bozenik-Transfer droht zu platzen. Landet Papadopoulos in Moskau?

Die HSV-News am Mittwoch, den 22. Januar 2020:

Pyro-Strafe gegen HSV und St. Pauli: Kontrollausschuss geht in Berufung

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fordert nach dem Pyro-Chaos im Hamburger Zweitliga-Derby zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV härtere Strafen. „Unserer Meinung nach sind die ausgesprochenen Geldstrafen zu gering für die Vorkommnisse im Stadion. Deshalb haben wir fristgerecht Berufung zum DFB-Bundesgericht eingelegt und warten nun die schriftlichen Urteilsbegründungen des DFB-Sportgerichts ab“, sagte der Vorsitzende des Kontrollausschusses, Anton Nachreiner.

Richter Hans E. Lorenz hatte die ursprünglich gegen den HSV und St. Pauli ausgesprochenen Strafen vergangene Woche in Frankfurt am Main nach Einsprüchen der beiden Vereine auf 140.000 beziehungsweise 90.000 Euro reduziert. Nach dem ersten Urteil vom 20. Dezember hätten der HSV 200.000 und sein Stadtrivale 120.000 Euro zahlen sollen.

Vor Beginn des Derbys am Millerntor (16. September) hatten Anhänger beider Lager unter anderem Feuerwerksraketen und Rauchbomben gezündet. Die extreme Rauchentwicklung hatte eine Verzögerung nach sich gezogen. Der DFB-Kontrollausschuss hatte damals eine deutlich höhere Geldstrafe für die beiden „Wiederholungstäter“ gefordert: Der HSV sollte zunächst 250.000 Euro zahlen, St. Pauli 180.000 Euro.

Bilder des Derbys FC St. Pauli – HSV:

Nach ähnlichen Vorfällen in der vergangenen Saison war der HSV bereits zu einer Geldstrafe in Höhe von 150.000 Euro verdonnert worden, St. Pauli musste eine Strafe in Höhe von 100.000 Euro begleichen. Auch wegen dieser Sanktion wurde der HSV in dieser Spielzeit so extrem zur Kasse gebeten wie kein anderer deutscher Profiverein – am Ende waren es insgesamt 294.000 Euro. Der Club hat daher angekündigt, noch in dieser Saison vor einem Spiel Pyrotechnik testweise an festen Punkten im Stadion kontrolliert abbrennen zu wollen.

Die höchste Strafe wegen des Abbrennens von Pyrotechnik hatte im vergangenen Jahr der FSV Mainz 05 zahlen müssen. Wegen der Vergehen der Fans im Pokalspiel beim 1. FC Kaiserslautern wurden die Rheinhessen zu einer Geldstrafe von 166.000 Euro verurteilt.

Shanghai winkt ab – HSV-Verteidiger Papadopoulos nach Moskau?

Die Hoffnungen von Kyriakos Papadopoulos auf einen Wechsel vom HSV zu Shanghai Shenhua haben sich laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung zerschlagen. Der griechische Innenverteidiger und der chinesische Erstligist konnten sich demnach nicht einigen. Laut dem griechischen Portal „Sport24“ hat Dynamo Moskau Interesse an dem Innenverteidiger.

Beim HSV spielt Papadopoulos (27) keine Rolle mehr. Zuletzt trainierte er auf eigenen Wunsch bei der U-21-Mannschaft, war aber dort freigestellt, um sich einen neuen Verein zu suchen. Sein Vertrag in Hamburg läuft im Juni aus. Bei einem vorzeitigen Wechsel könnte der HSV viel Geld sparen. Papadopoulos, der in Hamburg seit Januar 2017 unter Vertrag steht, gehört zu den Topverdienern des Zweitligaclubs.

HSV-Trainer Hecking erläutert geplanten Systemwechsel

So viel Ballbesitz, wie man vermuten könnte, hat der HSV gar nicht. Das Portal "Transfermarkt" kommt auf eine Quote von 56,3 Prozent. Der VfB Stuttgart (68,8), aber auch Hannover (65,4), Darmstadt (60,2) und Bochum (59,9) sind mehr und länger am Ball als der Tabellenzweite.

Trainer Dieter Hecking aber ist das immer noch zu viel. Er kündigte nach dem (durch Konter herausgespielten) 2:0-Sieg beim FC Basel am vergangenen Sonntag für die zweite Saisonhälfte einen Systemwechsel an: "Warum sollen wir immer die Wilden spielen, die vorne draufgehen und dann selber unter Druck geraten, weil ein Konter mal reicht. Unser Plan für die Rückrunde wird ein anderer werden als in der Vorrunde.“

Aber wie sieht er aus: tief stehen, Gegner kommen lassen, Ball erobern und dann blitzschnell umschalten? Hecking wurde am Mittwoch konkreter. "Du wirst bei eigenem Ballbesitz nicht verhindern können, dass der Gegner sich hinten reinstellt", sagte der Trainer, "aber bei gegnerischem Ballbesitz kannst du dich anders verhalten. Wir müssen bei einem flachen Abstoß nicht immer schon vorn zustellen." Dadurch eröffne sich bei eigener Balleroberung viel mehr Raum im Rücken der gegnerischen Viererkette.

Zuletzt in Sandhausen (1:1) und Darmstadt (2:2) habe der HSV dies schon teilweise umgesetzt. Hecking: "Da war unser Spiel nach vorn schon deutlich besser als vorher."

HSV-Testspiel in Lübeck kann stattfinden

Für HSV-Trainer Dieter Hecking und seine Assistenten Dirk Bremser und Tobias Schweinsteiger soll es eine Reise in die eigene Vergangenheit werden – und ein letzter Test, bevor die 2. Bundesliga ihren Betrieb wieder aufnimmt. Doch zunächst drohte das für den morgigen Donnerstag (18.30 Uhr) geplante Vorbereitungsspiel beim VfB Lübeck auszufallen.

"Der Platz soll nicht so gut sein, wir müssen mal gucken", sagte Hecking am Mittwoch nach dem Vormittagstraining, "wir brauchen schon ordentliche Bedingungen." Bremser und der HSV-Greenkeeper hätten bei einer Begehung am Dienstag festgestellt, dass der Rasen des Stadions an der Lohmühle sehr seifig sei – was allerdings auf der Facebook-Seite des VfB so nicht zu lesen war.

Am Mittwochnachmittag fiel die Entscheidung: Das Spiel kann stattfinden. Der HSV hatte in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte bereits Testspiele gegen den FC Schalke 04 (0:4), den FC Seoul (1:1) und beim FC Basel (2:0) bestritten.

Hecking: Ampel für Hunt steht auf Grün

Kann der HSV für die zweite Saisonhälfte mit Aaron Hunt planen? Acht der ersten 18 Spiele hat der Kapitän verpasst, nur viermal stand er über die vollen 90 Minuten auf dem Platz. Um nicht von den verletzungsanfälligen Oberschenkeln des Routiniers abhängig zu sein, hat der HSV Louis Schaub vom 1. FC Köln geholt.

Im Testspiel beim FC Basel (2:0) am vergangenen Sonntag kam Hunt (33) nicht zum Einsatz. Abgeschrieben hat ihn Trainer Dieter Hecking aber offenbar nicht. Im letzten Vorbereitungsspiel beim VfB Lübeck, so es denn stattfinden kann, soll Hunt eine Halbzeit bestreiten. "Er hat in den vergangenen Tagen einen Schritt nach vorn gemacht", sagte Hecking am Mittwoch, "die Ampel steht auf Grün."

Wenig Interesse an HSV-Spiel gegen Nürnberg

Das letzte Punktspiel im Volksparkstadion liegt fast acht Wochen zurück, wenn der HSV am 30. Januar (20.30 Uhr) den 1. FC Nürnberg empfängt, doch der Aufgalopp ins neue Zweitliga-Jahr reißt die Fans nicht gerade aus dem Sattel. Acht Tage vor dem Anpfiff sind 20.000 der 57.000 Plätze noch nicht besetzt.

Woran mag es liegen? Der Termin, ein Donnerstagabend, ist zunächst gar nicht so ungünstig, wie es scheint – immerhin ist der Tag danach in Hamburg schulfrei. Für das Umland, aus dem traditionell viele HSV-Anhänger heranpilgern, gilt das allerdings nicht. Und auch manchen Nürnberg-Fan mag die 600 Kilometer weite Anreise mitten in der Woche abschrecken. Und der Gegner? Trägt zwar einen der großen Fußballnamen in Deutschland, kämpft aber nach dem Abstieg aus der Bundesliga gegen den freien Fall in die Drittklassigkeit.

Es könnte sich jedoch auch ein allgemeiner Zuschauerschwund beim HSV abzeichnen. Schon zum letzten Heimspiel gegen Heidenheim am 6. Dezember, einem Freitag, waren nur 42.190 Zuschauer gekommen. Der Durchschnitt, 47.790, liegt unter dem der Vorsaison (48.889). Immerhin: Für das Spiel gegen Karlsruhe am 8. Februar, einem Sonnabend, sind schon mehr als 43.000 Karten verkauft worden.

Transfer von HSV-Wunschspieler Bozenik droht zu platzen

Mit Wunschstürmer Robert Bozenik sind sich die Verantwortlichen des HSV grundsätzlich einig, doch mit seinem Club MSK Zilina gestalten sich die Gespräche schwierig.

Die Slowaken nahmen den 20-Jährigen nun auch ins Trainingslager in die Vereinigten Arabischen Emirate mit – und ließen den HSV wissen, dass man stark unterschiedliche Preisvorstellungen habe.

Dem Vernehmen nach sollen die Hamburger drei Millionen Euro geboten haben, Zilina aber das Doppelte fordern. Erschwerend kommt hinzu, dass es mehrere Clubs geben soll, die auch Zilinas Preisvorstellungen erfüllen wollen. Gibt es keine baldige Annäherung, könnte der Transfer zeitnah platzen.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung hat sich Bozenik zudem von seinem Berater Martin Petras getrennt. Der soll den Wechsel zum HSV in die Wege geleitet haben. Als weitere Interessenten gelten ZSKA Moskau, der englische Zweitligst Brentford und Feyenoord Rotterdam.

Ex-HSV-Arzt Philip Catalá-Lehnen im Podcast:

Philip Catalá-Lehnen lüftet Geheimnis um Ex-HSV-Star Petric