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Spieler verhöhnt: Supporters-Chef kritisiert HSV-Fans

Verrückte Erfolgsklausel bei Kinsombi. Hunt wird neuer Wolf-Berater. Warum der HSV höhere Pyro-Strafe als St. Pauli zahlen muss.

Die HSV-News am Mittwoch, den 8. Mai 2019:

  • Supporters-Chef kritisiert HSV-Fans
  • Saison-Aus bei Mangala
  • Blitzcomeback bei Hunt?
  • Verrückte Meister-Klausel bei Kinsombi
  • Zieht es U21-Trainer Weiß auf die Insel?
  • Van Drongelens Tränen beschäftigen Paderborn
  • Hunt berät jetzt seinen Trainer Wolf
  • Warum der HSV höhere Pyro-Strafe als St. Pauli zahlen muss
  • Hoffmann verhängt "Sabbel"-Verbot

Supporters-Chef kritisiert HSV-Fans

Am Ende konnten die Fans den Auftritt des HSV nur noch mit Galgenhumor ertragen. Beim 0:3-Debakel gegen Ingolstadt verhöhnten die Anhänger das eigene Team, indem jede gelungene Aktion des Gegners mit "Olé"-Rufen von den Rängen honoriert wurde. Eine Reaktion, die Supporters-Chef Tim-Oliver Horn nun kritisierte.

„Es ist nachvollziehbar, dass die Leute sauer werden, vorzeitig nach Hause gehen und die Stimmung kippt. Aber den Gegner anzufeuern, ist ein absolutes No-Go – das geht wirklich gar nicht", sagte er gegenüber "Rautenperle.tv". "Man kann pfeifen und pöbeln, das hat die Mannschaft sicherlich verdient", ergänzte Horn, der allerdings zugab, auch für diese Art von Frustration nur bedingt Verständnis zu haben. "Eigentlich bin ich auch davon kein Freund, weil pfeifen nichts bringt, man soll das Team lieber unterstützen. Aber wenn du nach einer wochenlangen Erfolglosserie 0:3 gegen einen Abstiegskandidaten verlierst, darf man auch zwischendurch mal seinen Unmut kundtun.“

Horns Begründung, warum die Zuschauer auch in schwierigen Zeiten und mauer Fußballkost in Hamburg nicht pfeifen sollten: „Die Leute niederzupfeifen verunsichert die Spieler natürlich.“ Bei all der Fankritik will Horn den Fokus nicht von den Fehlern der Verantwortlichen ablenken. In dem TV-Talk kritisierte er auch die Aufstellung von Hannes Wolf sowie die Einstellung einiger Profis.

Wegen der gekippten Stimmung im Volkspark hält Horn es für einen psychologischen Vorteil, dass der HSV nun auswärts beim Schlüsselspiel um den Aufstieg antritt. „Ich hoffe, dass es auswärts einfacher wird“, sagte er.

Horns Saisonprognose: „Wir gewinnen 1:0 in Paderborn und wenn wir ein Spiel erstmal gewonnen haben, gewinnen wir auch das zweite.“ Der Supporters-Chef schränkt aber ein: „Ob ich einen Sieg erwarten kann, weiß ich nicht, aber ich erwarte vollen Einsatz und kein Nebenhergetrabe sowie Begleitschutz wie bei den Gegentoren gegen Ingolstadt.“

Saison-Aus! Muskelfasseriss bei Mangala

Begräbt diese Diagnose alle Aufstiegsträume der Hamburger? Wie der Verein bestätigte, hat sich Orel Mangala im gestrigen Training einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. Damit fällt der Belgier rund drei Wochen aus. Diese bittere Nachricht bedeutet zugleich das Saison-Aus für den spielstarken Sechser. Selbst eine mögliche Relegation käme für Mangala voraussichtlich zu früh.

Blitzcomeback bei Hunt?

Dafür könnte Aaron Hunt ein Anfang der Woche noch schwer vorstellbares Comeback in Paderborn geben. Der Mittelfeldspieler trainierte am Mittwoch erstmals wieder mit der Mannschaft. Ob seine Fitness nun schon für einen Einsatz am Sonntag reicht, wird in den kommenden Tagen entschieden.

Aufatmen bei Hunt, Sorgenfalten bei der nächsten Personalie: Gotoku Sakai fehlte am Mittwoch wegen einer Fußprellung. Auch Rick van Drongelen (Prellung im Sprunggelenk) muss weiterhin aussetzen. Bei beiden droht ein Wettlauf gegen die Zeit.

Verrückte Meister-Klausel bei Kinsombi

Wenigstens Holstein Kiel glaubt noch an den HSV. Nicht nur im Aufstiegsrennen, sondern auch für die Zukunft. Die Schleswig-Holsteiner halten sogar einen Titel der Hanseaten in den nächsten vier Jahren nicht für ausgeschlossen. Anders ist diese Sonderklausel nicht zu erklären. Wie die "Sportbild" berichtet, muss der HSV 250.000 Euro für den Transfer von David Kinsombi an Kiel nachzahlen, wenn der Club Deutscher Meister wird.

Ähnliche Prämien sollen fällig werden, wenn die Hamburger sich für die Champions oder Europa League qualifizieren. Angesichts der aktuellen sportlichen Verfassung des HSV ist Kiel allerdings gut beraten, diese potenziellen Einnahmen nicht einzuplanen.

U21-Trainer Weiß auf die Insel?

Steht beim HSV ein kurioser Trainerabgang bevor? Der intern in der Kritik stehende U21-Coach Steffen Weiß soll laut der "Bild" eine Anfrage aus der Zweiten englischen Liga vorliegen haben. Er soll den Club darüber informiert haben und zu Gesprächen auf die Insel zum FC Brentford (Tabellen-Elfter) gereist sein.

Diese Personalie erscheint deshalb verwunderlich, weil die Hamburger keine großen Stücke auf Weiß halten. Der mit 30 Jahren noch junge Trainer stand nach einem Katastrophenstart schon zu Saisonbeginn kurz vor dem Rauswurf, durfte dann aber doch bleiben. Im Sommer könnte dennoch Schluss für den Nachfolger von Christian Titz sein – unabhängig von einem Engagement in England.

Van Drongelens Tränen beschäftigen Paderborn

Im Sommer wäre Markus Krösche fast beim HSV gelandet. Sein Wechsel scheiterte letztlich an der zu hohen Ablöseforderung des mittlerweile verstorbenen Paderborn-Bosses Wilfried Finke. Und so war der Weg in Hamburg frei für Ralf Becker, während Krösche in Paderborn blieb. Am Sonntag (15.30 Uhr/Sky und im Abendblatt-Liveticker) treffen beide Teams aufeinander. Die Ostwestfalen wähnen sich im Vorteil – und machen diese These an den Tränen von Rick van Drongelen fest.

„Wenn man gesehen hat, wie Rick van Drongelen nach dem Abpfiff gegen Ingolstadt weinend vom Platz gegangen ist, weiß man, welcher Druck dort herrscht“, sagt Krösche. „Der HSV muss uns schlagen. Wir sind da deutlich entspannter, haben nichts zu verlieren und können befreit aufspielen.“ Van Drongelen war am Sonnabend nach einem Wortgefecht mit den HSV-Ultras weinend in die Kabine gegangen.

Hunt wird Wolf-Berater

Hannes Wolf wechselte seine Formation zuletzt häufig. Erfolg brachte jedoch keine seiner Varianten. Seit sieben Ligaspielen wartet der HSV nun schon auf einen Sieg. Nun soll auch die Erfahrung von Aaron Hunt helfen, dass in den letzten zwei Partien doch noch die Wende gelingt. Der verletzte Kapitän steht Wolf ab sofort als Berater zur Seite. Schon beim gestrigen Training war zu beobachten, wie der Trainer seinen Spielmacher immer wieder in seine Gedanken einbezog. Beide standen in permanentem Austausch auf dem Platz.

Laut der "Bild" soll Hunt sogar in die Spielanalyse einbezogen werden. "Aaron ist extrem erfahren und ein wichtiger Ansprechpartner", sagt Wolf. Der 32 Jahre alte Routinier soll vor allem dabei helfen, die Spieler, die Wolfs Maßnahmen nach den jüngsten Misserfolgen kritisch bewerten, von den taktischen Ideen zu überzeugen. Hunt scheint nicht nur als Kapitän für diese Rolle geeignet zu sein. Zuletzt hatte er immer wieder betont, dass dem HSV nur als Einheit der Aufstieg noch gelingen kann.

Ob Hunt für dieses Ziel noch einmal aktiv mitwirken kann, ist dagegen weiter unklar. Das Endspiel in Paderborn könnte für den Kreativmann noch zu früh kommen. Eventuell kann er am letzten Spieltag gegen Duisburg sein Comeback geben. Wenn es dann nicht schon zu spät ist...

Warum der HSV höhere Pyro-Strafe als St. Pauli zahlen muss

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Satte 150.000 Euro muss der HSV für seine Pyro zündelnden Fans beim Stadtderby im Millerntor-Stadion zahlen. Nach einem Einspruch der Hamburger darf ein Drittel der Summe für sicherheitstechnische, infrastrukturelle und gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden, teilte der DFB mit.

Eine offene Frage bleibt allerdings noch: Warum fällt die Strafe 50.000 Euro höher aus als die von St. Pauli (100.000 Euro), obwohl beide Fanlager in gleichem Maße zu Pyro-Fackeln griffen? Die HSV-Anhänger sind Wiederholungstäter, der DFB spricht deshalb von einem "fortgesetzten, unsportlichen Verhalten".

In der Strafentabelle der laufenden Saison nimmt der Club aus dem Volkspark (250.350 Euro) im Übrigen den einsamen Spitzenplatz ein. Hertha BSC (165.250 Euro) folgt auf Platz zwei, St. Pauli (116.800 Euro) ließ sich mit Ausnahme des Derbys kaum etwas zuschulden kommen und liegt auf Rang sechs.

Hoffmann verteilt Maulkörbe

Weniger Reden, mehr Taten für sich sprechen lassen. Diese Binsenweisheit scheint für den Saisonendspurt das Motto von Clubboss Bernd Hoffmann zu sein. Der Vorstandschef soll laut der "Bild" allen Mitarbeitern des Vereins per WhatsApp-Nachricht ein Redeverbot in der Öffentlichkeit erteilt haben. Alle sollten aufhören "zu sabbeln" – lediglich "Arbeit" sei gefragt, soll er geschrieben haben. Die einzige Ausnahme erhält Trainer Hannes Wolf für die Pressekonferenz vor dem bedeutenden Spiel in Paderborn.