HSV-News

Wolf sammelt Hiobsbotschaften zum Trainingsauftakt

Nicht nur Lasogga muss abbrechen, Rückschlag für Hunt. Wolf von St. Pauli überrascht. Jansen reagiert auf Holtby-Petition.

Die HSV-News am Donnerstag, den 11. April:

  • Seeler sieht von Rückenoperation ab
  • Lasogga muss Training abbrechen
  • Rückschlag für Aaron Hunt
  • Für Hwang wird es eng
  • Wolf studiert den 1. FC Köln
  • Jansen reagiert auf Holtby-Petition
  • Wolf überrascht vom FC St. Pauli

Seeler muss mit Rückenschmerzen leben

HSV-Idol Uwe Seeler (82) lässt sich aus Angst vor einer Lähmung nicht an seinem ständig schmerzenden Rücken operieren. Seine Ärzte hätten ihm von dieser medizinischen Maßnahme abgeraten. "Sie sagten mir, dass der Eingriff zu nah am Spinalkanal wäre und dadurch die Gefahr einer Lähmung gegeben wäre", sagte Seeler der "Hamburger Morgenpost": "Die Gefahr ist mir zu groß. Ich möchte kein Risiko eingehen und muss stattdessen weiter die Schmerzen in Kauf nehmen."

Seeler wurde 2010 unverschuldet in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. "Seit diesem Unfall habe ich Rückenprobleme", sagte der ehemalige Stürmerstar des HSV: "Ich kann nicht lange gehen, muss immer wieder stehen bleiben."

Lasogga zwicken die Adduktoren

Für Pierre-Michael Lasogga war der späte Auftakt in die Trainingswoche ein kurzer. Der Torjäger beendete die Einheit am Donnerstagvormittag wegen Adduktoren-Problemen bereits nach einer halben Stunde.

Der Abbruch sei allerdings eine reine Vorsichtsmaßnahme, versicherte der 27-Jährige, der in dieser Saison bislang insgesamt sechs Pflichtspiele verletzt verpasst hat. "Wir wollten kein Risiko eingehen", sagte auch Hannes Wolf.

Rücken-Rückschlag bei Aaron Hunt

Ansonsten musste der HSV-Trainer Hannes Wolf weiter auf seinen Kapitän Aaron Hunt verzichten. Eigentlich hätte der 32-Jährige heute wieder trainieren sollen, nach einem kleinen Rücken-Rückschlag wurde dieses Vorhaben aber hinfällig.

"Er hat etwas gespürt, und darauf müssen wir dann reagieren", sagte Wolf. "Wir müssen weiterhin vorsichtig sein, weil die Verletzung schon dreimal aufgetreten ist", sagte der 37-Jährige angesichts der vergangenen Faserrisse seines Routiniers.

Hunt wird nach seiner Oberschenkelverletzung voraussichtlich erst nach dem Montagsspiel beim 1. FC Köln (20.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) wieder ins Mannschaftstraining einsteigen können.

Hwang wohl erst wieder gegen Aue dabei

Ob es für Hee-chan Hwang bis zum Topspiel reichen wird, erscheint ebenfalls unrealistisch. Der Südkoreaner absolvierte nach seinem auskurierten Muskelsehnenanriss im vorderen Oberschenkel am Donnerstag aber immerhin ein individuelles Programm.

Er sei zwar erst einmal auf einem guten Weg, sagte Wolf. "Aber auch da muss man ganz klar sagen, dass wir uns die Zeit nehmen müssen. Wenn noch einmal etwas passiert, dann ist die Saison zu Ende", so der Trainer.

"Wenn die Woche jetzt richtig gut läuft, reicht es vielleicht für eine Einwechslung", hatte Wolf am Vortag zu den Einsatzchancen des Stürmers gesagt. Im Heimspiel gegen Aue (20. April) soll Hwang endgültig wieder dabei sein. "Das wäre sehr schön", sagte Wolf heute.

"Am nächsten dran" an einer Kader-Rückkehr sei Josha Vagnoman. Bei den Trainingsspielen sechs gegen sechs sei der zuletzt am Inneband verletzte Verteidiger bereits wieder dabei gewesen.

Wolf hat den 1. FC Köln genau studiert

Den kommenden Gegner hat Hannes Wolf am Montagabend genau unter die Lupe genommen. "Die Liga ist unberechenbar", sagte er nach seinen Eindrücken vom turbulenten 4:4 des 1. FC Köln beim Kellerkind MSV Duisburg.

"Auch die unten können es halt. Das hat man gestern wieder gesehen", sagte Wolf. "Wenn du denen ein bisschen Raum gibst, dann sind die halt auch alle gut."

Über seine Herangehensweise an das Topspiel beim Tabellenführer sagte Wolf: "Die taktische Hilfe für die Mannschaft geht nur bis zu einem gewissen Punkt."

Ob er gegen eine mögliche Kölner Doppelspitze aus den ligaweiten Top-Torjägern Jhon Cordoba (16 Treffer) und Simon Terodde (28) mit einer Dreierkette agieren lassen würde, ließ Wolf noch offen.

Köln-Coach Anfang bangt um Vater

Bei Köln ist derweil offen, ob Trainer Markus Anfang am Freitag die obligatorische Pressekonferenz vor dem HSV-Spiel wird bestreiten können.

Der Vater des 44-Jährigen war am Mittwoch im Nachholspiel des Spitzenreiters beim MSV Duisburg (4:4) mit einem Herzinfarkt im Stadion zusammengebrochen.

Den Zustand Daniel Anfangs bezeichnete der Verein am Donnerstag als "sehr ernst". Damit ist auch nicht sicher, ob Markus Anfang beim Spitzenspiel gegen den HSV am Montagabend auf der Bank sitzen wird.

"In solchen Situationen wird der Fußball zur Nebensache, jetzt geht es nur um die Gesundheit von Markus' Vater", sagte Kölns Geschäftsführer Armin Veh (HSV-Trainer von 2010 bis 2011).

Wolf ist von St.-Pauli-Beben "überrascht"

Auch zur Doppel-Entlassung beim FC St. Pauli wurde Hannes Wolf am Donnerstag befragt. Ob er überrascht gewesen sei von der Demission von Trainer Markus Kauczinski und Sportchef Uwe Stöver, wollte ein Reporter wissen. "Ein bisschen", entgegnete Wolf.

"Ich finde eigentlich, dass St. Pauli in der Summe eine sehr gute Saison gespielt hat", sagte der HSV-Trainer, der sich über die Vorgänge beim Stadtrivalen aber kein weiteres Urteil erlauben wollte.

Jansen reagiert auf Holtby-Petition

Sieben Wochen noch wollen Lewis Holtbys Fans für den Verbleib des zum Saisonende aussortierten Publikumslieblings kämpfen. So lange läuft die entsprechende Online-Petition, die bislang mehr als 4500 Anhänger unterstützt haben (Stand 11. April, 12 Uhr).

Die Chancen auf eine Kehrtwende bei den Entscheidern stehen gleichwohl bei null. Ganz im Gegenteil hat Marcell Jansen in der Causa nun zu einem Gegenschlag ausgeholt und vielmehr einen Sinneswandel unter den HSV-Profis angemahnt.

"Ich würde gerne eine Online-Petition zu dem Thema starten – wie bringen wir in der 2. Liga wieder unsere Leistung, und wie marschieren unsere Führungsspieler voran", wird der Präsident des Gesamtvereins in der "Bild"-Zeitung zitiert.

Holtby wird auf diese Retourkutsche vorerst nicht weiter reagieren können – zumindest nicht auf dem Platz. Denn gegen den 1. FC Köln fehlt der 28 Jahre alte Rheinländer am Montag gelbgesperrt.

Und das Training am Donnerstag musste Holtby nach einem Schlag aufs Sprunggelenk vorzeitig beenden.

Lewis Holtby singt kölsches Liedgut (2013)

Hat Hannover mehr Erfolg bei Krösche?

Beim HSV scheiterte eine Verpflichtung Markus Krösches als Sportchef auch an der Ablöseforderung des SC Paderborn von angeblich rund vier Millionen Euro. Jetzt ist Krösche ins Visier von Hannover 96 geraten.

Dessen Clubchef Martin Kind bestätigte nun dem Sportbuzzer, dass der akut abstiegsbedrohte Bundesligist an dem 38-Jährigen interessiert sei. "Wir beschäftigen uns mit ihm", sagte der Unternehmer.

Außerdem im Gespräch als Nachfolger des am Dienstag freigstellten Managers Horst Heldt: Ex-HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer (55) und der Ex-Leverkusener Jonas Boldt (37), der in jüngerer Vergangenheit ebenfalls schon in Hamburg gehandelt worden war.

Bei Krösche hat Hannover allerdings harte Konkurrenz: Nach Informationen von "Bild" und "Sportbild" soll auch RB Leipzig Krösche für einen Management-Posten in Betracht ziehen.

Uli Stein stellt Ernst-Happel-Vergleich an

Der ehemalige HSV-Torhüter Uli Stein hat Frankfurts österreichischen Coach Adi Hütter mit einer Hamburger Legende verglichen. "Hütters Einstellung zum Fußball erinnert mich an die meines früheren HSV-Trainers Ernst Happel, mit dem wir 1983 gegen Juventus den Europapokal der Landesmeister gewannen", schreibt der mittlerweile 64 Jahre alte Stein im aktuellen "Kicker".

Happel "sagte uns, dass wir Spaß am Fußball haben und den Fans etwas bieten sollen, damit sie begeistert nach Hause gehen. So denkt auch Hütter, diese Einstellung ist toll", so Stein. "In Frankfurt hat er eine Mannschaft vorgefunden, die das sehr gut umsetzt." Mit zwei Deutschen Meisterschaften, einem Pokalsieg und dem Landesmeister-Cup ist Happel der bis heute erfolgreichste HSV-Trainer.

Jubilar Schnoor macht sich HSV-Sorgen

Ein anderer verdienter HSV-Torhüter hat heute seinen Ehrentag: Horst Schnoor ist nun 85 Jahre alt. Mit der Meistermannschaft im Jahr 1960 begründete Schnoor einst den späteren Ruhm der Rothosen.

Und während der Jubilar der eigenen Zukunft positiv entgegenblickt, zeichnet er für seine aktuellen Nachfolger auf dem grünen Rasen ein eher düsteres Bild.

"Mit dieser Truppe ginge es in der kommenden Saison postwendend wieder nach unten", sagte Schnoor dem Abendblatt zur Folge eines möglichen Aufstiegs. "Aber das wissen Ralf Becker und Hannes Wolf sicher."