Derby St. Pauli vs. HSV

"Alter Schwede" in Braun-Weiß, Vermummte auf St. Pauli

Der FC St. Pauli will Stadtmeister bleiben. Wie soll das gelingen, Herr Kauczinski? Der Trainer äußert sich auch zu Dudziak, der zum HSV wechseln könnte.

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Zwischenfall an der Osterstraße, Findling an der Elbe in Fan-Farben. Alles Wichtige zum Derby St. Pauli gegen den HSV im Blog.

Wann gab es zuletzt ein Hamburger Derby, das die Fans und die Beobachter so elektrisierte? Beim Zweitliga-Spiel des FC St. Pauli gegen den HSV an diesem Sonntag (13.30 Uhr Millerntorstadion, live bei Sky und bei abendblatt.de) geht es um entscheidende Punkte im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga. Für den HSV geht es um den direkten Wiederaufstieg, der notwendig ist – auch, um den klammen Verein finanziell am Leben zu halten.

Und der FC St. Pauli kann sich bei einem Sieg (das Hinspiel endete im Volksparkstadion 0:0) immerhin die Chance auf die Relegation erhalten. Denn Union Berlin hat zu dem Spitzentrio aus den beiden Hamburgern und Tabellenführer 1. FC Köln den Anschluss gefunden. Derzeit ist der HSV hinter Köln (5:1 über Arminia Bielefeld) und den Berlinern nur Dritter.

Relegation – das kann der HSV zwar, wie er zweimal unter Beweis stellte, sollte aber mit einem Erfolg auf St. Pauli wieder ins sichere Fahrwasser kommen. Entsprechend nervös ist die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf, weil die Spiele zuletzt "grottig" waren, wie zum Beispiel Aaron Hunt zugab. Und die Polizei sichert vor dem brisanten Derby die neuralgischen Punkte in der Stadt ab. Lesen Sie hier Nachrichten und Kurioses im Live-Blog.

Bates mit bandagiertem Oberschenkel

Kleiner Schock für den HSV im öffentlichen Abschlusstraining vor dem Derby am Sonnabend: Innenverteidiger David Bates kam mit bandagiertem linken Oberschenkel vom Platz. Der Schotte lief nach einem Pferdekuss nicht rund, beendete die Einheit aber gemeinsam mit den Kollegen. Ob sich seine Blessur auf die Startelf auswirken wird, war zunächst offen. Der FC St. Pauli trainierte geheim.

Wasserwerfer, Hundestaffel, berittene Polizei

Die Hamburger Polizei hat das Derby als Risikospiel eingestift. Sie wird mit Wasserwerfern, Hunde- sowie Reiterstaffeln vor Ort sein. Das hat auch schon im Volkspark bereits Eindruck gemacht. Nach Berichten von Abendblatt-Reportern gibt es im gesamten Stadtteil St. Pauli seit Sonnabendnachmittag eine größere Polizeipräsenz. Wahrscheinlich sind beim Derby selbst knapp 2000 Polizisten im Einsatz. Im Millerntorstadion gibt es einen neuen mobilen Zaun und ein Trenn-Netz. Rutschmatten sollen ebenfalls Hooligans zum Fallen bringen.

HSV-Fans bilden Pulk in Eimsbüttel

Am Freitagabend hatten sich in Eimsbüttel rund um die Osterstraße und den Hellkamp etwa 300 HSV-Fans versammelt, um sich gemeinsam auf das Derby einzustimmen. Die Polizei "beobachtete" die Szenerie, wie es hieß. Der Pulk wirkte auf viele bedrohlich. Als die Fans dann Richtung U-Bahn Osterstraße zogen, ließ die Polizei die Bahnen durchfahren, ohne zu halten. Der Pulk begab sich gegen Mitternacht dann geschlossen zu Fuß zur U-Bahnstation Hagenbecks Tierpark. Von weiteren Zwischenfällen wurde am Sonnabend nichts berichtet – außer, dass wie so oft Pyrotechnik abgebrannt wurde.

Anti-Gewalt-Appell von HSV-Trainer Wolf vor dem Stadtderby

"Alter Schwede" an der Elbe in Braun-Weiß

Mutmaßlich Fans des FC St. Pauli haben den Findling "Alter Schwede" an der Elbe mit den Vereinsfarben bemalt. Wie bei Instagram und Facebook zu sehen ist, strahlte der Steinkoloss am Sonnabend statt in aufgemaltem Gold wie zuletzt nun in den Farben Braun, Weiß und Rot.

Mal schauen, wie die Hamburg Port Authority (HPA) das findet, die zuletzt das aufgemalte Gold erst verschwinden lassen wollte, sich dann aber tolerant gabe, weil es so vielen Hamburgern gefiel. Allerdings: Der "Alte Schwede" ist imprägniert, die Farbe wird sicher vom Regen bald abgewaschen. "Hamburger Wetter" – ein Klassiker unter den Fangesängen am Millerntor.

Bedrohlicher Fan-Aufmarsch auf St. Pauli

Am Freitagabend gingen ebenfalls nach Polizeiangaben vom Sonnabend ab 22:44 Uhr Notrufe bei der Polizei ein, in denen es um 100 bis 300 Personen ging, die sich am Harald-Stender-Platz auf der Budapester Straße befänden und sich zum Millerntorplatz bewegten. Die Polizei registrierte eine Gruppe von 200 "mit roten Tüchern vermummten Personen", die mutmaßlich Fans oder Hooligans des FC St. Pauli waren. Dass sie sich mit den HSV-Fans in Eimsbüttel "treffen" wollten, gilt als wahrscheinlich. Bei einem zivilen Polizeiauto wurde eine Scheibe durch einen Wurf beschädigt.

Polizeisprecher Timo Zill erklärte: "Es ist richtig, bereits im Vorfeld die polizeilichen Maßnahmen hochgefahren zu haben. Bis zum Derby werden wir die relevanten Stadtteile weiter im Visier behalten."

Das Derby: Fernsehen, Livestream, Kneipe, Public Viewing

Wie das Abendblatt berichtete, wird das Hamburger Derby auch weltweit mit großem Interesse verfolgt. Fanclubs beider Vereine gibt es auf praktisch allen Kontinenten. Hier finden Sie alle öffentlichen Orte und Kneipen, wo sie den FC St. Pauli beim Heimspiel gegen den HSV am Sonntag verfolgen können, vom Hofbräuhaus bis zum Jolly Roger, von Blankenese bis Bergedorf.