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Sakai verlängert, Hahn wechselt und bleibt erstklassig

Flamengo wirbt erneut um Walace. Kapitän verliert mit Japan. Van Drongelen beendet Saison mit Sieg. Vagnoman will verlängern.

Flamengo wirbt erneut um Walace

Flamengo Rio de Janeiro soll einen neuen Versuch unternommen haben, Walace vom HSV in seine brasilianische Heimat zurückzuholen. Nach einem Bericht von "Globo Esporte" will de Club in der kommenden Woche ein Leihgeschäft erzielen. Ein entsprechendes Vorhaben war noch im Winter gescheitert, da für den HSV nur ein Verkauf denkbar gewesen war.

Inzwischen hat sich die Verhandlungsposition des HSV verschlechtert. Der Club ist in die Zweite Liga abgestiegen, Walace (23) hat sich durch wiederholte Eskapaden ins Abseits gespielt. Der HSV hatte ihn im Januar 2017 für 9,2 Millionen Euro von Grêmio Porto Alegre geholt. Der neue Trainer Christian Titz hat ihn in die zweite Mannschaft versetzt, nachdem sich Walace geweigert hatte, vom defensiven Mittelfeld in die Abwehr zu wechseln. Sein Vertrag gilt noch drei Jahre.

Immerhin: Es soll einen Mitbewerber geben. Laut italienischen Medien möchte der AC Florenz Walace als Ersatz für Ex-HSV-Profi Milan Badelj holen, der auf dem Absprung ist.

Hahn kehrt nach Augsburg zurück

André Hahn hat das für ihn enttäuschende Kapitel HSV nach nur einer Saison abgeschlossen. Der Rechtsaußen kehrt vom Bundesliga-Absteiger zum FC Augsburg zurück, wo er zwischen Januar 2013 und Sommer 2014 seine erste Bundesligastation hatte und zum (allerdings nur einmaligen) Nationalspieler aufstieg. Hahn (27) unterschrieb bei dem Bundesligaclub einen Vierjahresvertrag. Sein bisheriger beim HSV wäre noch drei Jahre gültig gewesen.

„André Hahn hat seit seinem Abgang vom FC Augsburg viel Erfahrung in der Bundesliga und im internationalen Fußball gesammelt und wird uns in den kommenden Jahren weiterhelfen können, unsere Ziele zu erreichen. Wir freuen uns auf seine Rückkehr und gewinnen mit ihm einen torgefährlichen Offensivspieler“, sagte FCA-Geschäftsführer Sport Stefan Reuter.

Dem Vernehmen nach zahlen die Augsburger eine Ablöse von drei Millionen Euro – die Hälfte dessen, was der HSV vor einem Jahr für Hahn an Borussia Mönchengladbach überwies. Hahn sagte: "Ich freue mich, wieder zurück in Augsburg zu sein, weil ich mich hier sehr wohlgefühlt und dem Verein viel zu verdanken habe."

Hahn war für den HSV bei 23 Bundesliga-Einsätzen nicht über drei Tore hinausgekommen. In den Planungen von Trainer Christian Titz und dem neuen Sportvorstand Ralf Becker für den Neustart in der Zweiten Liga spielte er keine Rolle. Vor einem Jahr war Stürmer Michael Gregoritsch (24) für fünf Millionen Euro vom HSV zum FCA gewechselt, in der abgelaufenen Saison war der Österreicher 13-mal erfolgreich.

Sakai verlängert bis 2020

Gotoku Sakai bereitete sich mit der japanischen Nationalmannschaft gerade gedanklich auf das Spiel gegen Ghana vor, da fuhr sein Berater Guido Walter am Mittwochvormittag am Volkspark vor. Es galt, mit dem neuen HSV-Vorstand letzte Details zu klären. Am frühen Nachmittag war dann die Einigung erzielt: Kapitän Sakai wird seinen auslaufenden Vertrag bis 2020 verlängern. Das gab der Bundesliga-Absteiger bekannt.

„Wir sind froh, mit Gotoku einen weiteren Führungsspieler in unseren Reihen zu wissen, der sich klar zum HSV bekannt hat und Verantwortung übernimmt“, sagte HSV-Kaderplaner Johannes Spors. Außenverteidiger Sakai hatte bereits nach dem letzten Saisonspiel gegen Borussia Mönchengladbach erklärt, in Hamburg bleiben zu wollen. Er ist nach Lewis Holtby der zweite Stammspieler, der seinen Vertrag trotz des Abstiegs verlängert hat. Aaron Hunt könnte in Kürze folgen.

Sakai (27) war 2015 vom VfB Stuttgart zum HSV gekommen und im November 2016 von Markus Gisdol als Nachfolger von Johan Djourou zum Kapitän befördert worden. Ob Sakai dieses Amt behält, hat der neue Trainer Christian Titz noch nicht entschieden.

... und verliert mit Japan

Gotoku Sakai hat mit der japanischen Nationalmannschaft das letzte Testspiel vor der Nominierungsfrist für den endgültigen WM-Kader verloren. Die „Samurai Blue“ unterlagen im heimischen Yokohama Ghana mit 0:2 (0:1). Thomas Partey (8. Minute) und Emmanuel Boateng (51., Elfmeter) trafen für die Afrikaner, die in der WM-Qualifikation überraschenderweise gescheitert waren.

HSV-Kaiptän Sakai wurde wie auch Dortmunds Shinji Kagawa zur zweiten Halbzeit eingewechselt. Der gebürtige Hamburger Kwasi Okyere Wriedt (Bayern München) feierte sein Nationalmannschaftsdebüt für Ghana, er ersetzte für die letzten acht Minuten Torschütze Boateng.

Japans Nationaltrainer Akira Nishino will nach seinem Debüt seinen noch 27-köpfigen Kader am Donnerstag auf das WM-Soll von 23 Spielern reduzieren. Erst im April hatte er das Amt vom entlassenen Bosnier Vahid Halilhodzic übernommen. HSV-Flügelspieler Tatsuya Ito war von ihm nicht berücksichtigt worden.

Vagnoman will offenbar doch bleiben

Toptalent Josha Vagnoman will dem HSV trotz Offerten aus dem Ausland auch in der Zweiten Liga die Treue halten. Der 17 Jahre alte linke Verteidiger, der in der abgelaufenen Saison sein Bundesligadebüt gegeben hatte, werde nach seinem Spanien-Urlaub einen Vertrag bis 2021 unterschreiben, berichtet die „Bild“-Zeitung.

Vagnoman habe sich bereits „vor einiger Zeit“ darauf verständigt, seinen 2019 auslaufenden Vertrag zu verlängern. Erst dann seien die Angebote gekommen. Der Juniorennationalspieler wurde unter anderem mit den Premier-League-Clubs Chelsea, Arsenal und Manchester City sowie Borussia Dortmund und RB Leipzig in Verbindung gebracht.

Van Drongelen siegt mit Hollands U21

Rick van Drongelen hat die Saison mit einem Sieg beendet. Der HSV-Verteidiger gewann mit der niederländischen U-21-Nationalmannschaft ein Testspiel in Paraguay mit 3:2 im Elfmeterschießen. Nach regulärer Spielzeit stand es 1:1.

Zum Matchwinner der Niederländer wurde Torwart Joël Drommel, der zwei Elfmeter der Gastgeber parieren konnte. Van Drongelen (19) stand über die gesamte Spielzeit auf dem Feld. Sein nächster Einsatz für die „Jong Oranje“ ist am 6. September in der EM-Qualifikation in England.

Farfán widmet Tor Guerrero

Im Kampf gegen seine Dopingsperre hat der frühere HSV-Stürmer Paolo Guerrero eine weitere Solidaritätsbekundung erhalten. Jefferson Farfán widmete sein Tor zum 2:0-Endstand im Testspiel gegen Schottland seinem Kollegen aus der peruanischen Nationalmannschaft. Kapitän Guerrero ist derzeit wegen Kokainmissbrauchs gesperrt und darf bei der WM deshalb nicht spielen. Am Freitagabend hatte der peruanische Verband FPF mitgeteilt, dass der frühere Münchner und Hamburger in der Angelegenheit vor das Schweizer Bundesgericht zieht.

Jansen macht weiter

Marcell Jansen (32) will auch nach dem Abstieg von der Ober- in die Landesliga für die dritte Mannschaft des HSV auflaufen. „Wenn man Bock hat zu kicken, dann schaut man nicht darauf, welche Liga das ist. Teil dieser Mannschaft zu sein, in der unser Innenverteidiger zugleich auch der Zeugwart ist, das hat mich wieder fühlen lassen, was ich am Fußball liebe und wie er auch sein muss“, sagte der frühere Nationalspieler der „Hamburger Morgenpost“.

Jansen hatte seine Profikarriere 2015 beendet. Inzwischen wirkt er als Aufsichtsrat für den Verein.

Hannover will Badelj

Hannover 96 will laut Medienangaben den früheren HSV-Profi Milan Badelj verpflichten. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch). Demnach hieße es aus dem Umfeld des 29 Jahre alten kroatischen Nationalstürmers, dass der Mittelfeldspieler des AC Florenz zurück in die Bundesliga wolle und mit 96 in Kontakt stehe.

Badelj war 2014 vom HSV nach Florenz gewechselt und ist nun ablösefrei. Auch der AC Mailand soll indes interessiert sein.

Drexler wechselt zu Van-der-Vaart-Club

Dominick Drexler wird dem neuen Sportvorstand Ralf Becker nicht von Holstein Kiel zum HSV folgen. Der 28 Jahre alte Leistungsträger verlässt das Zweitliga-Überraschungsteam der vergangenen Saison und schließt sich für vier Jahre dem FC Midtjylland an. Dies gab der dänische Meister, bei dem in den vergangenen beiden Jahren Ex-HSV-Kapitän Rafael van der Vaart unter Vertrag gestanden hatte, am Mittwoch bekannt. Die Ablöse könnte laut dänischen Medien bei 2,5 Millionen Euro liegen.

„Der FC Midtjylland ist ein Topclub in der dänischen Super League. Das war ein wichtiges Kriterium für mich, denn ich möchte um Titel spielen“, sagte Drexler, der in der vergangenen Zweitligasaison mit 12 Toren und 11 Assists auf sich aufmerksam gemacht hatte. FCM-Sportdirektor Svend Graversen betonte, dass sich sein Club gegen Interessenten aus der Bundesliga durchgesetzt habe. Mit Midtjylland spielt Drexler die Qualifikation zur Champions League.

El Maestro soll Union übernehmen

Neuer Job für den früheren HSV-Cotrainer Nestor El Maestro: Der Berliner Zweitligist 1. FC Union steht nach Informationen des „Berliner Kurier“ angeblich vor der Verpflichtung des serbisch-stämmigen Engländers als neuen Cheftrainer. El Maestro, 2014 beim HSV Assistent von Mirko Slomka, trainierte zuletzt Spartak Trnava, das in der Slowakei erstmals seit 1973, damals noch in der Tschechoslowakei, wieder den Titel gewann.

Dort verabschiedete sich El Maestro vor neun Tagen, und die Internetplattform „Webnoviny.sk“ zitierte den 35-Jährigen mit dem klangvollen Künstlernamen: „Wenn wir auf meine berufliche Geschichte schauen, ist der logische Schritt die österreichische Liga oder die deutsche Liga. Wir sprechen eigentlich von der deutschen Zweiten Bundesliga. Aber das ist ein ausgezeichneter Wettbewerb, es wäre sehr interessant für mich.“

El Maestro, gebürtig unter dem Namen Jevtic, würde André Hofschneider ersetzen, der nach Saisonende seinen Posten bei den Köpenickern verloren hatte.