HSV

Torwart Frank Rost bleibt trotz Patzer im Rennen

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Ein Fehler von Rost liefert keine Vorentscheidung im Zweikampf mit Drobny. Der HSV beendet den Liga-Total-Cup in Gelsenkirchen als Dritter.

Gelsenkirchen. Die Beine gekreuzt verfolgte Frank Rost von der Bank aus, was sich da in seinem ehemaligen "Wohnzimmer" so abspielte. Im Tor stand sein neuer Konkurrent Jaroslav Drobny. Und der machte seine Arbeit ordentlich, hielt, was zu halten war. Etwas mehr als 60 sportlich zumeist sehr überschaubare Minuten des Liga-Total-Cups in der Schalker Veltins-Arena später war er dann sicher: dieses Wochenende war im verschärften Kampf um die Nummer eins für die neue Saison nicht nur gut für ihn gewesen.

Immerhin war er es, der am ersten Spieltag des terminlich fragwürdigen Vorbereitungsturniers in Gelsenkirchen gepatzt und somit die 1:2-Niederlage gegen den Gast- und seinen Ex-Arbeitgeber Schalke 04 eingeläutet hatte. Nach der Führung von Ruud van Nistelrooy (6.) und dem unhaltbaren Ausgleich von Edu ließ der 37-Jährige in der 49. von nur 60 Minuten Spielzeit einen harmlosen Schuss von Jermaine Jones aus gut 28 Metern passieren. Ein Rückschlag im engen Konkurrenzkampf um den einen Posten zwischen den Pfosten.

Nicht für HSV-Trainer Armin Veh . "Ich will nicht nach jedem Spiel sagen, wer vorn liegt und wer nicht", sagt der 49-Jährige, der in den letzten Tagen bemüht war, mit vorgefertigten Meinungen aufzuräumen. So auch mit den Gerüchten, durch die Verpflichtung des 30-jährigen Drobny würde der beim HSV-Vorstand in Ungnade gefallene Rost spätestens zu Saisonbeginn durchs Raster fallen. Es hieß, der neue Zweikampf würde weniger sportlich denn aus politischen Gründen entschieden werden - für Drobny. "Frank war in dem Spiel wie zuvor in der gesamten Vorbereitung sehr präsent", lobt Veh, "er hat stark gehalten und einen richtig guten Eindruck gemacht. Nicht nur gegen Schalke, auch insgesamt. Der Fehler ärgert ihn mehr als mich. Ich nehme diese Spiele nicht zu ernst."

Das sieht Drobny sicher anders. Der Tscheche gab sich bislang eher zurückhaltend und ruhig. Selten war der Zugang von Hertha BSC mit seinen neuen Kollegen zu sehen. Drobny hielt sich vornehmlich an David Jarolim, seinen Landsmann und Zimmerkollegen in Längenfeld. Zwar konnte der Torhüter in den Tests sehr wohl mit starken Paraden überzeugen, allerdings ist das verbale Zusammenspiel mit den Vorderleuten ebenso wie seine fußballerischen Fähigkeiten am Ball ausbaufähig. Jarolim sieht sich selbst in einer Zwickmühle: "Jaroslav ist ein toller Kerl und super Torwart", sagt er, "aber ich mag auch Frank. Ich kann und will mich zu diesem Thema lieber nicht äußern."

Und während sich die Torwartfrage in der letzten Woche vor dem Bundesligaauftakt gegen den FC Schalke 04 klären soll, werden morgen die ersten Akteure degradiert. "Maximal 25 Spieler werden am Ende im Kader stehen", hatte Veh angekündigt. Erste Streichkandidaten sind David Rozehnal und Eric Maxim Choupo-Moting. Mickael Tavares wurde ein Vereinswechsel bereits nahegelegt, während Henrik Dettmann, Robert Labus, Lennard Sowah und Änis Ben-Hatira, dessen Vorspielen in Mainz und bei West Ham erfolglos war, in die U 23 zurückgestuft werden.

HSV gegen Schalke: Rost - Diekmeier (31. Benjamin), Demel, Westermann (50. Rozehnal), Zé Roberto - Jarolim, Rincón (31.Tesche) - Son (31. Castelen), Kacar, Pitroipa (47. Choupo-Moting) - van Nistelrooy.

Tore: 1:0 van Nistelrooy (6.), 1:1 Edu (42.), 1:2 Jones (49.).

HSV gegen Köln: Drobny - Diekmeier, Demel (48. Labus), Westermann (43. Benjamin), Zé Roberto (31. Kacar) - Jarolim (50.Sowah), Tesche - Castelen (48. Dettmann), Pitroipa (31. Son), Choupo-Moting - van Nistelrooy (43. Rincón).

Tore: 1:0 van Nistelrooy (27.), 2:0 Kacar (36.), 3:0 Son (55.)