Der ehemalige HSV-Trainer im Abendblatt

Thomas Doll: "Der HSV sollte Beiersdorfer auf ewig dankbar sein"

Belek. Trainingslager sind ähnlich wie Klassentreffen. Sobald sich der Trainingstag dem Ende neigt, nutzen viele Verantwortliche die räumliche Nähe, um auf einen Sprung bei alten Freunden vorbeizuschauen. Auch Hamburgs früherer Trainer und Spieler Thomas Doll, der sich ebenfalls mit seinem Erstligateam Genclerbirligi in Belek auf die Rückrunde vorbereitet, besuchte seine früheren HSV-Kollegen im Mannschaftshotel "The Dome". Im Abendblatt spricht der 43-Jährige über...

... seine neue Aufgabe in der Türkei: "Nach einem Jahr Pause war es für mich ein guter Einstieg zurück ins Geschäft. Ich hatte wieder richtig Lust auf Fußball. Genclerbirligi ist ein gut geführter Verein, hat Top-Bedingungen und viel Potenzial."

... seine Zukunft: "Natürlich möchte ich irgendwann zurück in den deutschsprachigen Raum - auch wenn das nicht einfach wird. Ich habe eine schwierige Zeit hinter mir, in der auch im Privaten einiges schief lief. Aber nun fühle ich mich gut, heirate meinen Schatz im Juni und gucke positiv nach vorne. Ob ich meinen auslaufenden Vertrag verlängere, weiß ich aber noch nicht."

... den HSV in dieser Saison: "Ich hätte sehr gerne gesehen, wie sich die Mannschaft ohne Verletzungspech geschlagen hätte. Besonders Paolo Guerrero war gerade in großer Form. Aber auch so traue ich dem Team einiges zu. Der HSV könnte bis zum Schluss um den Titel spielen."

... Bruno Labbadia: "Für ihn war es wichtig, dass er nach seiner schwierigen Rückrunde mit Leverkusen in Hamburg sofort wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden hat. Aus der Ferne scheint mir, dass er sehr gute Arbeit abliefert - besonders wenn man bedenkt, dass er im Sommer nur sehr wenig Zeit hatte."

... die Trennung von Sportchef Dietmar Beiersdorfer : "Ich konnte mit ihm im Sommer mitfühlen. Didi hat beim HSV alles aufgebaut, wovon die Mannschaft heute profitiert. Er war Tag und Nacht für den Verein im Einsatz. Der HSV sollte ihm auf ewig dankbar sein. Nun wird er seinen Weg in Salzburg machen."

... die Notwendigkeit eines Sportchefs: "Ein Trainer sollte Trainer bleiben, schließlich kann niemand alles auf einmal machen. Aktuell profitiert man beim HSV ja auch davon, dass die Sommertransfers schon im Vorfeld von Beiersdorfer, Bernd Hoffmann und Bernd Wehmeyer vorbereitet wurden. Man braucht im Fußball einfach jemanden, der sich permanent und intensiv um den Spielermarkt kümmert."