Der HSV im Trainingslager

3:0 im Test! Das letzte Aufgebot zeigt sich torhungrig

Foto: WITTERS

Der HSV besiegt im Halbfinale des Antalya-Cups Kayserispor locker mit 3:0. Es gibt Aufregung um Elias Verletzung.

Kundu. Sollte Robin Dutt gestern Abend den Fernseher angemacht haben, dürfte Freiburgs Trainer zunächst einmal verblüfft gewesen sein. Denn anders als zuvor angekündigt übertrug Eurosport zunächst Eurogoals statt des versprochenen Testspiels zwischen dem HSV, Freiburgs Auftaktgegner zum Rückrundenstart am 16. Januar, und Kayserispor. Erst dreieinhalb Minuten nach dem Anpfiff kamen alle TV-Zuschauer auf ihre Kosten, als der Sportkanal doch auf Sendung ging. Verpasst hatten sie bis dahin genauso wenig wie die 400 Zuschauer, die sich persönlich einen Eindruck von der HSV-Form machen wollten. 87 Minuten später standen für Dutt und alle anderen zwei Dinge fest. Erstens: Der HSV besiegte den Süper-Lig-Zweiten verdient mit 3:0. Und zweitens: Es bleibt trotzdem noch einiges zu tun. "Es war ein guter Test. Vor allem, weil wir sehr konzentriert gespielt haben", sagte Bruno Labbadia.

Wie zuvor angekündigt hatte sich der HSV-Trainer entschieden, die gleiche Elf aufs Feld zu schicken wie aller Voraussicht nach auch in neun Tagen gegen Freiburg. Und zumindest die Abwehr vor Torhüter Frank Rost mit Interims-Rechtsverteidiger Tomas Rincon, David Rozehnal und Joris Mathijsen im Zentrum, sowie Dennis Aogo links außen dürfte den HSV-Trainer im Großen und Ganzen überzeugt haben. Die größte Baustelle scheint sich im defensiven Mittelfeld aufzutun, wo Robert Tesche an der Seite David Jarolims erneut nicht glänzen konnte. Aus Mangel an Alternativen darf sich der frühere Armine, der zur Pause gegen den späteren Torschützen zum 2:0, Jerome Boateng, ausgewechselt wurde, allerdings genauso große Hoffnungen auf einen Einsatz in der kommenden Woche machen wie die Offensiven Piotr Trochowski (rechts), der per Elfmeter zum 1:0 traf, und Marcell Jansen (links). Im Sturm scheinen Mladen Petric und Tunay Torun ohnehin gesetzt zu sein, auch wenn der eingewechselte Marcus Berg zu gefallen wusste.

Vermisst wurde Eljero Elia, der auch das Finale gegen Besiktas Istanbul, das sich am Vorabend im zweiten Halbfinale des Antalya-Cups 8:6 n.E. gegen Vitesse Arnheim durchgesetzt hatte, am Sonnabend als Zuschauer verfolgen muss. Den Flügelflitzer plagten auch gestern noch Schmerzen im seit Wochen verletzten Fuß. Wie große Sorgen sich Elia um seinen Knöchel in den vergangenen Tagen offenbar gemacht hat, wurde dagegen erst jetzt bekannt: Der 22-Jährige hatte kurz vor dem Trainingslager gemeinsam mit seinem niederländischen Physiotherapeuten Leo Echteld um Erlaubnis gebeten, seinen Knöchel statt in der Türkei weiterhin in der Heimat behandeln zu lassen. Der Wunsch des Niederländers wurde von Seiten des HSV allerdings abgelehnt.

"Am Anfang des Trainingslagers ging es mir gar nicht gut. Ich wusste einfach nicht, was mit meinem Fuß ist. In den Niederlanden haben die Ärzte gesagt, dass ich einen kleinen Bruch hätte, hier haben sie mir gesagt, dass nichts gebrochen ist. Ich wusste einfach nicht, was ich glauben soll, und ich hatte Angst, dass es schlimmer werden könnte", gab er im Gespräch mit dem Abendblatt zu. Erst nach einem klärenden Gespräch mit Labbadia konnte er sich wieder etwas beruhigen: "Als der Trainer mir sagte, dass alles in Ordnung geht und dass ich den Ärzten vertrauen muss, habe ich mich besser gefühlt." An ein schnelles Comeback glaubt der Nationalspieler trotzdem nicht. "Ich fühle mich jetzt mental besser - auch wenn es wohl noch eine Zeit lang dauern wird, bis ich keine Schmerzen mehr habe", sagte Elia, dessen Einsatz gegen Freiburg so gut wie ausgeschlossen ist.

HSV: Rost - Rincon, Rozehnal, Mathijsen (82. Groß), Aogo - Jarolim (77. Tavares), Tesche (46. Boateng) - Trochowski, Jansen (66. Berg) - Torun, Petric (80. Arslan).

Tore: 1:0 Trochowski (51./FE), 2:0 Boateng (78.), 3:0 Arslan (85.).

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