Fußball-Ticker

Wegen Coutinho: Barcelona schuldet noch 94,6 Millionen

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Schweinsteiger beendet seine Karriere

Der ehemalige DFB-Kapitän Bastian Schweinsteiger beendet seine aktive Fußball-Karriere. Das teilte der Weltmeister von 2014 in den Sozialen Netzwerken mit. „Mein Abschied als aktiver Spieler stimmt mich ein bisschen wehmütig, aber ich freue mich auch auf die spannenden Aufgaben, die mich bald erwarten. Dem Fußball werde ich treu bleiben“, schrieb Schweinsteiger.

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Wegen Coutinho: Barca schuldet noch 94,6 Millionen

Philippe Coutinho glänzt, dribbelt und trifft diese Saison für den FC Bayern München – aber der FC Barcelona muss weiterhin für den Profi tief in die Kasse greifen. Die Katalanen, die den 27-Jährigen aus Rio wegen enttäuschender Leistungen im Sommer nach München ausgeliehen haben, schulden dem früheren Coutinho-Club FC Liverpool noch 94,6 Millionen Euro. Das geht aus dem jährlichen Finanzbericht des Clubs hervor.

Demnach ist der Champions-League-Sieger von Trainer Jürgen Klopp der Hauptgläubiger der Katalanen. Insgesamt muss der spanische Meister noch 260,7 Millionen für Spielertransfers zahlen. So schuldet Barca dem FC Bayern noch 10,9 Millionen für den Kauf des Chilenen Arturo Vidal.

Zugleich wartet der Club von Lionel Messi auf verschiedene Zahlungen für bereits abgegebene Profis. Dabei handele es sich um insgesamt 75,3 Millionen Euro, darunter elf Millionen, die Dortmund noch für Paco Alcácer schulde. Coutinho war im Januar 2018 für geschätzte 145 Millionen Euro vom FC Liverpool zum FC Barcelona gewechselt.

Offiziell: Hitzlsperger wird VfB-Vorstandschef

Der bisherige Sportvorstand Thomas Hitzlsperger (37) wird erwartungsgemäß Vorstandsvorsitzender in der Fußball AG des VfB Stuttgart. Die Vertragslaufzeit entspricht der seines bisherigen Kontrakts, der bis 2022 Gültigkeit hatte. Hitzlsperger wird seine neue Funktion ab dem 15. Oktober übernehmen. „Ich bin echt sehr, sehr glücklich, es ist eine Auszeichnung. Es ist mutig, aber ich fordere auch Mut und muss das vorleben“, sagte Hitzlsperger.

Der 52-malige Nationalspieler und frühere VfB-Kapitän wird im Vorstand künftig die Ressorts Sport, Unternehmensstrategie und Kommunikation verantworten. „Es geht uns um ein selbstbewusstes, aber dennoch bescheidenes Auftreten und um Klarheit im Handeln. Der VfB braucht keinen Neustart auf allen Ebenen, sondern muss sich noch mehr auf seine Stärken besinnen und an manchen Stellen mehr Schwung aufnehmen“, sagte Hitzlsperger.

Auch Gündogan und Tah fehlen gegen Argentinien

Bundestrainer Joachim Löw muss die nächsten Ausfälle für das Länderspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) gegen Argentinien in Dortmund verkraften. Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan (muskuläre Probleme) und Innenverteidiger Jonathan Tah (Erkältung) stehen nicht zur Verfügung.

Der Einsatz von Marco Reus (Knieprobleme) ist zudem fraglich. „Wir müssen sehen, ob es Sinn macht, ihn einzusetzen“, sagte Löw. Timo Werner (grippaler Infekt) soll am Mittwoch zur Mannschaft stoßen und dann eine Option für das EM-Qualifikationsspiel am Sonntag in Estland sein. Löw muss gegen Argentinien eine komplette Mannschaft ersetzen. „So viele Absagen hat es selten oder noch nie gegeben“, sagte Löw.

Streit geht weiter: Hernandez bleibt bei Nationalelf

Im Disput um Lucas Hernández wird der französische Verband den Abwehrspieler laut einem Sky-Bericht vorerst nicht zum FC Bayern zurückschicken. Der TV-Sender meldete, dass eine Kernspinuntersuchung am Knie des Weltmeisters positiv verlaufen sei und Hernandez daher „auf jeden Fall“ bei der Nationalmannschaft in Clairefontaine bleiben werde. Ob der 23-Jährige im EM-Qualifikationsspiel am Sonnabend in Island dabei sei, werde sich zeigen. Der FC Bayern äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.

Die Münchner hatten den Verteidiger nicht abstellen wollen, weil er nach Ansicht des Rekordmeisters und von Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt nicht fit sei. Hernandez hatte zuletzt die Spiele in der Champions League gegen Tottenham Hotspur sowie in der Bundesliga gegen Hoffenheim ausgelassen; bei ihm seien Probleme in dem im Frühjahr operierten Knie aufgetreten. Laut Statuten musste Bayern den Spieler aber für eine Untersuchung der Franzosen gehen lassen.

Türkei sauer wegen Serdar-Nominierung

Der türkische Nationaltrainer Senol Günes hat mit Verwunderung auf die Nominierung von Suat Serdar für die deutsche Nationalmannschaft reagiert. „Wir respektieren, dass er für Deutschland spielen will, aber er hätte es offen sagen sollen“, sagte Günes.

Serdar, der türkische Wurzeln hat, hat alle U-Nationalmannschaften des DFB durchlaufen, im vergangenen Sommer stieß er mit der U21 bis ins EM-Endspiel vor. Dennoch hatte der türkische Fußballverband TFF bis zuletzt darauf gehofft, dass sich der Offensivspieler von Schalke 04 im Senioren-Bereich für die TFF-Auswahl entscheidet.

„Allein wegen Suat Serdar war ich dreimal bei Schalke 04 im Stadion“, sagte der 67-jährige Günes. „Es hat Gespräche mit seiner Familie gegeben.“ Zudem sei gesagt worden, dass der 22-Jährige nicht für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen werde.

Matthäus: Thomas Müller wird wieder wichtig

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sieht für Thomas Müller durchaus noch eine gute Perspektive bei Meister Bayern München. „Er wird da wieder rauskommen, wichtige Tore in wichtigen Spielen schießen und uns danach auch wieder herrliche Interviews schenken“, schrieb Matthäus in seiner wöchentlichen Sky-Kolumne über den 30-Jährigen. Müller verkörpere den FC Bayern „wie kaum ein anderer“.

Müllers Problem sei auf eine gewisse Weise die Verpflichtung von Phillipe Coutinho. „Die Bayern haben ihren Wunsch-Zehner ausgeliehen und Thomas ist aktuell derjenige, der am meisten darunter leidet. Beide zusammen sind meistens nicht vorgesehen“, äußerte Matthäus. Er glaube jedoch, dass Müller diese Situation annehmen werde „und wie jedes Jahr trotzdem für Furore sorgen wird“.

Den Frust über eine erneute Nicht-Berücksichtigung für die Startelf beim 1:2 gegen die TSG Hoffenheim verstehe Matthäus, es sei aber nun mal die Entscheidung von Trainer Niko Kovac gewesen. „Dass er nach so einem Spiel (...) rundum enttäuscht ist, ist ganz normal“, merkte der 58-Jährige an. Müller hatte am vergangenen Sonnabend nur ein knappes „Nothing to say, wie der Engländer sagt“ hinterlassen.

Kovac hatte die Diskussion über Müllers Rolle auch mit einer ungeschickten Aussage entfacht, die als offizielle Degradierung zum Ersatzspieler zu verstehen war. „Wenn Not am Mann sein sollte, wird er mit Sicherheit auch seine Minuten bekommen“, hatte der Bayern-Coach über den erneuten Verzicht auf Müller in der Startelf gesagt.

Ter Stegen relativiert "Streit“ mit Neuer

Herausforderer Marc-Andre ter Stegen sieht sein Verhältnis zu DFB-Stammkeeper Manuel Neuer trotz der jüngsten Torwartdebatte als unbelastet an. „Es gibt es keine Diskussion, keinen Streit, keinen Moment, wo wir sagen: Wir müssen unbedingt sprechen. Wir reden jeden Tag und haben ein gutes, professionelles Verhältnis“, sagte ter Stegen.

Dort wird der Torwart des FC Barcelona am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) gegen Argentinien die von Bundestrainer Joachim Löw versprochene Bewährungschance im deutschen Tor erhalten. „Das wird ein ordentliches Brett“, sagte ter Stegen über die Gauchos, die jedoch ohne seinen gesperrten Clubkollegen Lionel Messi antreten. „Es wäre schön, gegen ihn zu spielen. Aber manchmal ist es auch gut, wenn es nicht passiert“, sagte ter Stegen und lächelte verschmitzt.

Mit Blick auf die EM 2020, für die Löw Neuer bereits eine Stammplatzgarantie gegeben hatte, hat seinen Konkurrent „einen Vorteil“, meinte der 27-Jährige: „Für mich gilt es, bestmögliche Leistungen zu zeigen, mich zu beweisen, um ihm die Entscheidung so schwer wie möglich zu machen.“ Perspektivisch wolle er aber „alles dafür geben, dass ich die Nummer 1 werde, das ist mein persönliches Ziel. Aber das hat nichts mit anderen zu tun. Über allem steht das gemeinsame Ziel, das ist ein erfolgreiches Turnier“, sagte ter Stegen.

Buchwald über Hitzlsperger: „Abwarten“

Ex-Weltmeister Guido Buchwald traut Thomas Hitzlsperger den Job als Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart grundsätzlich zu. „Der Thomas ist einer, der unheimlich viel Erfahrung hat, er weiß in dem Sport unheimlich viel, kennt sich aus“, sagte der 58-Jährige. Zuvor hatten die „Stuttgarter Nachrichten“ berichtet, dass Hitzlsperger vor einer Beförderung zum Vorstandsboss stehe. Laut „Bild“ soll er künftig parallel dazu seinen bisherigen Job als VfB-Sporvorstand weiter ausüben.

„Ich weiß nicht, ob das stimmt. Abwarten“, sagte Buchwald dazu. Buchwald bewirbt sich um das Präsidentenamt bei seinem Ex-Club. Bis Anfang November will der Vereinsbeirat aus allen Bewerbern zwei Kandidaten auswählen, die sich am 15. Dezember dann der Wahl der Vereinsmitglieder stellen können. Er wisse noch nicht, ob er ausgewählt werde, sagte Buchwald. „Da gibt es erstmal Vorstellungsgespräche vor dem Vereinsbeirat“, erklärte der 58-Jährige. „Die sind in den nächsten 14 Tagen.“

Wollscheid: „Das Geschäft ist falsch“

Ex-Nationalspieler Philipp Wollscheid hat zwei Jahre nach seinem stillen und heimlichen Karriere-Ende ein kritisches Urteil über die Branche Profi-Fußball gefällt. „Das Geschäft im allgemeinen ist einfach falsch“, sagte der 30-Jährige. „An einem Tag wird man von allen in den Himmel gelobt, am nächsten ist man dann nicht mehr gut genug. Dieses Auf und Ab habe ich nie gut ausgehalten.“

Vor zwei Jahren beendete der frühere Innenverteidiger seine Karriere, ohne dies je offiziell bekannt zu geben. Wollscheid spielte für den 1. FC Nürnberg, Bayer Leverkusen, Mainz 05 und den VfL Wolfsburg in der Bundesliga, für Bayer auch in der Champions League, für Stoke City in der Premier League, für den FC Metz und zweimal für die Nationalmannschaft.

Wie ein Traum habe sich seine Karriere aber trotzdem „nie wirklich angefühlt“, sagte er. „Es sieht von außen so aus, weil man viel Geld verdient und viel Anerkennung bekommt. Aber für mich war es die meiste Zeit über einfach nur ein Job.“ Das Fußballspielen selbst habe er „immer geliebt“, versicherte er. „Das dauerhafte Unterwegssein, Trainingslager und die Entfernung von Partner, Familie und Freunden schon weniger.“

Seit dem Karriere-Ende hat er schon erfolgreich ein Sportmanagement-Studium in St. Gallen und auf Schalke absolviert, außerdem kandidiert er für ein Führungsamt beim Saarländischen Fußball-Verband. Später will er Trainer oder Funktionär werden. Trotz seiner teilweise bitteren Erfahrungen. „Ich will es anders machen“, sagte er zur Begründung. Ich will - wie einige wenige, die ich hatte - der Trainer sein, der die Spieler aufrichtig und korrekt behandelt.“

AC Milan trennt sich von Trainer Giampaolo

Der AC Mailand soll sich nach Medienangaben nach nur knapp vier Monaten von Trainer Marco Giampaolo getrennt haben. Stefano Pioli werde ihn ablösen und einen Vertrag bis 2021 unterschreiben werde, heißt es in italienischen Berichten. Der Wechsel soll in Kürze offiziell werden. Die diesjährige Saison verlief für Milan dürftig: Der Club liegt nur auf Platz 13. Pioli war bis Frühjahr diesen Jahres Trainer beim AC Florenz. Zuvor hatte der 53-Jährige den Stadtrivalen Inter Mailand trainiert.

Sturz aus sechstem Stock: Argentinier stirbt

Der argentinische Profi Ezequiel Gonzalo Esperon ist bei einem Sturz aus dem sechsten Stock eines Wohnhauses in Buenos Aires zu Tode gekommen. Das Unglück ereignete sich bereits in der Nacht zum Sonntag, als der 23-Jährige sich gegen ein vermutlich schlecht befestigtes Gitter lehnte und den Halt verlor. Der Mittelfeldspieler erlag seinen schweren Verletzungen auf dem Weg ins Krankenhaus.

Esperon war bereits als Juniorenspieler vom kleinen Hauptstadtclub CA All Boys in die südbrasilianische Stadt Porto Alegre gewechselt, wo er bei den Erstligisten Internacional und Gremio vergeblich um einen Platz im Profiteam kämpfte. Anfang 2018 wechselte er deshalb zum mexikanischen Zweitligisten CF Atlante aus Cancun, für den er über 30 Pflichtspiele bestritt. Seit der Rückkehr nach Argentinien im Mai war er jedoch ohne Verein.

Barnsley trennt sich von Aufstiegs-Trainer Stendel

Der englische Zweitligist FC Barnsley hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Daniel Stendel getrennt. Der ehemalige Stürmer und Trainer von Hannover 96 hatte im Sommer mit dem Club den Aufstieg in die zweitklassige Championship geschafft. Nach elf Spieltagen belegt der Aufsteiger mit sechs Punkten den 23. und vorletzten Platz und hatte am Wochenende mit 1:5 gegen Preston North End verloren.

Genua und Coach Di Francesco gehen getrennte Wege

Und noch eine Trainerentlassung: Nach der sechsten Niederlage in der italienischen Serie A hat sich der Tabellenletzte Sampdoria Genua von Coach Eusebio Di Francesco getrennt. Erst im Juni hatte Di Francesco einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Zuvor war der 50-Jährige im März bei AS Rom entlassen worden. Als Profi hatte der zwölfmalige Nationalspieler Di Francesco unter anderem zwischen 1997 und 2001 für die Roma gespielt.