A-7-Sperrung

Stau-Alarm! DFL kontert Vorwürfe der Stadt wegen HSV-Termins

Die Ansetzung des HSV-Heimspiels gegen Stuttgart sorgt für Ärger in der Hamburger Verkehrsbehörde.

Die Ansetzung des HSV-Heimspiels gegen Stuttgart sorgt für Ärger in der Hamburger Verkehrsbehörde.

Foto: Witters

Hat die DFL einen rechtzeitigen Hinweis der Hamburger Behörde ignoriert? Leidtragende sind in jedem Fall die Zuschauer.

Hamburg. Viele Fans fiebern dem Zweitliga-Topspiel HSV gegen Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart bereits entgegen. In der Hamburger Verkehrsbehörde sorgt der Spieltermin am Sonnabend, den 26. Oktober, dagegen für gewaltigen Ärger. Denn die Ansetzung fällt in den Zeitraum der angekündigten A-7-Sperrung von Freitag (25.10., 22 Uhr) bis Montag (28.10., 5 Uhr) zwischen den Anschlussstellen Eidelstedt und Schnelsen-Nord. Ein Abschnitt, der in der Regel von Tausenden Fußballfans für die Anfahrt zum Volksparkstadion genutzt wird.

Nach Angaben der Verkehrsbehörde sei die für die Ansetzung verantwortliche Deutsche Fußball-Liga (DFL) schon im Sommer auf die lange geplante Baustelle hingewiesen worden, als der Spielplan noch nicht erstellt worden war. Die Stadt habe sich demnach ein spielfreies Wochenende oder zumindest ein Auswärtsspiel für den HSV gewünscht. Der Vorwurf der Behörde lautet nun, dass der Ligaverband diesen Hinweis ignoriert habe.

DFL dementiert Aussage der Behörde

Die DFL hält allerdings dagegen und dementiert, vor dem Erstellen des Spielplans informiert worden zu sein. "Bis zu diesem Zeitpunkt lag der DFL-Spielplanung keine Information über Sperrungen der Bundesautobahn A7 zwischen den Anschlussstellen Eidelstedt und Schnelsen-Nord vor, bis zum heutigen Tag gab es keine Kontaktaufnahme der Hamburger Verkehrs- oder Innenbehörde mit der Spielplanung der DFL zu diesem Thema", sagte ein DFL-Sprecher auf Anfrage.

Und weiter: "Hätte es bei der Erstellung des Spielplans einen entsprechenden Hinweis gegeben, hätte dieser berücksichtigt werden können. Eine entsprechende Information erfolgte durch den Hamburger SV am 14. August, bezugnehmend auf eine Pressemitteilung der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation vom 9. August 2019."

Behörde: DFL hätte HSV-Spiel auf Freitag ansetzen können

Somit steht Aussage gegen Aussage. Nachdem die DFL die termingenaue Ansetzung vor rund einem Monat am 5. September bekannt gegeben hatte, habe die Verkehrsbehörde ihren Wunsch erneuert. "Wir haben angefragt, ob das Spiel verschoben werden kann beziehungsweise ob die Paarung auswärts stattfinden kann", sagte Sprecherin Susanne Meinecke dem Abendblatt. Doch die Behörde habe sich einen erneuten Korb bei der DFL eingeholt. "Dabei hätte das Spiel wenigstens am Freitag (25.10., 18.30 Uhr) ausgetragen werden können", ergänzte Meinecke. Bis zur A-7-Sperrung um 22 Uhr wären dann voraussichtlich alle mit dem Auto angereisten Zuschauer abgefahren.

Die Verkehrsbehörde rechnet nun mit langen Staus und bittet die Fußballfans, an jenem Sonnabend mit Bussen und Bahnen anzureisen. Die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) sollen zudem verstärkt werden. Auch Flugreisende müssen für die Anfahrt zum Hamburg Airport wesentlich mehr Zeit einplanen.

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A-7-Sperrung kann nicht verschoben werden

Am letzten Wochenende im Oktober werden auf der A7 die Ampeln umgebaut, sodass der Verkehr von der West- erstmals in die neue Oströhre umgeleitet werden kann. Wegen des engen Bauzeitplans könne die Sperrung nach Angabe der Behörde nicht verschoben werden.

DFL erklärt HSV-Ansetzung gegen Stuttgart

Und die DFL? Die gibt an, auch noch andere Faktoren berücksichtigen zu müssen. "In den Zeiträumen der Sperrung (25. bis 28. Oktober und 6. bis 9. Dezember) sind zwei Heimspiele des HSV betroffen. Für das Spiel gegen 1. FC Heidenheim (6. Dezember) konnte durch die Ansetzung am Freitagabend eine zeitliche Überschneidung des Spiels mit der Autobahn-Sperrung (beginnend ab 22 Uhr) vermieden werden. Bei der Terminierung des Spiels gegen Stuttgart (Samstag, 26. Oktober) ist das Spiel nach Abwägung sämtlicher zu berücksichtigender Faktoren am Samstagmittag angesetzt worden", sagte ein DFL-Sprecher.

Diese Faktoren "umfassen neben der Verkehrsinfrastruktur rund um das Stadion auch die Abhängigkeiten zu weiteren Sicherheitsaspekten, eine Regenerationszeit von mindestens zwei vollen Tagen bis zum nächsten Pflichtspiel (beide Mannschaften treten bereits am Dienstag wieder im DFB-Pokal an) sowie eine über die Saison gesehen möglichst gleichmäßige Verteilung der Anstoßzeiten. Hinzu kommen die Interessen der mitreisenden Fans der Gastmannschaft, die Interessen der TV-Partner und individuelle Club-Wünsche. Die termingenauen Ansetzungen stellen somit eine Abwägung von vielen, teilweise auch widerstrebenden Faktoren dar und können somit nicht ausschließlich anhand von Umleitungen auf den An- und Abreisewegen vorgenommen werden."

Bleibt die Frage, wann und wie die Verkehrsbehörde die DFL kontaktiert haben will.