Fussball-Ticker

Darmstadt spricht fast nur noch über verstorbenen Fan Johnny

Darmstadts Benjamin Gorka mit Fan Jonathan Heimes im Stadion

Darmstadts Benjamin Gorka mit Fan Jonathan Heimes im Stadion

Foto: Imago/Jan Hübner

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Schubert passt der Kovač-Deal gar nicht

Der Trainerwechsel bei Eintracht Frankfurt kommt Borussia-Coach André Schubert nicht so gelegen. „Wir werden versuchen, uns über die Kovač-Brüder zu informieren. Es ist kein Wunschkonzert, aber es ist berechenbarer, wenn es keinen Trainerwechsel beim Gegner gibt“, sagte Mönchengladbachs Lehrer vor dem Bundesliga-Heimspiel am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) gegen den Tabellen-16. aus Hessen.

Erst am Dienstag übernahm der ehemalige Bundesligaprofi Niko Kovač als Nachfolger des beurlaubten Armin Veh die Regie bei der Eintracht. Co-Trainer ist Kovač-Bruder Robert. „Alle Frankfurter Spieler gehen mit einer neuen Verantwortung ins Spiel und werden ans Limit gehen“, warnte Schubert am Donnerstag.

Gleichwohl will die drittbeste Heimmannschaft ihre Serie im ausverkauften Borussia-Park ausbauen und ihr eigenes Angriffsspiel durchbringen. „Offensiv wollen wir taktisch flexibel sein und uns nicht vom Gegner abhängig machen“, betonte Schubert, dem bis auf fünf Langzeitverletzte alle Spieler zur Verfügung stehen.

Nach der Niederlage in Wolfsburg will Gladbach seine Europacup-Ambitionen untermauern. Punktemäßig sei man mit 39 Zählern im Soll, betonte Sportdirektor Max Eberl: „Wir kämpfen immer noch um den Europapokalplatz. Das zeigt, dass wir eine gute Saison spielen.“

Darmstadt will für Fan Johnny siegen

Aufsteiger Darmstadt 98 will das wichtige Abstiegskampf-Duell mit dem FC Augsburg auch für seinen größten und gerade verstorbenen Fan gewinnen. "Wir wollen am Samstag auch für Johnny Leistung bringen und sein Gedankengut weiter bei uns tragen“, sagte Trainer Dirk Schuster am Donnerstag. „Ohne Johnny würden wir heute wohl nicht über die Bundesliga sprechen.“

"Lilien“-Fan Jonathan "Johnny“ Heimes starb in dieser Woche an einem langen Krebsleiden. Der 26-Jährige wurde auch außerhalb Darmstadts bekannt, weil er den Kampf gegen seine schwere Krankheit mit der Aktion "Du musst kämpfen - Es ist noch nichts verloren“ verband, die im Laufe der Jahre einen hohen sechsstelligen Betrag zugunsten krebskranker Kinder einbrachte.

Heimes war ein guter Freund der Tennisspielerin Andrea Petkovic und auch ein enger Begleiter der "Lilien“ bei ihrem Durchmarsch von der Dritten in die Erste Liga. "Johnny war einer von uns, ein fester Bestandteil der ganzen Gruppe“, betonte Schuster.

Stuttgarts Harnik fällt schon wieder aus

Der VfB Stuttgart muss beim FC Ingolstadt auf seinen Stürmer Martin Harnik verzichten. „Er hat einen Faszienriss in der rechten Wade“, sagte Trainer Jürgen Kramny am Donnerstag. Der österreichische Nationalspieler fehle am Sonnabend gegen den Aufsteiger sicher. Harniks Einsatz gegen Bayer Leverkusen acht Tage später sei zudem fraglich.

Dagegen rechnet Kramny mit einem Einsatz des angeschlagenen Kapitäns Christian Genter, der wieder trainiert. Der Mittelfeldakteur war beim 5:1-Sieg gegen 1899 Hoffenheim wegen eines Achillessehnenproblems zur Halbzeit vorsichtshalber ausgewechselt worden. „Wenn er kann, wird er spielen“, kündigte der VfB-Coach an.

N-TV zeigt U21-Länderspiel live

Novum in der Fußball-Berichterstattung: Erstmals wird der Nachrichtensender N-TV ein Spiel einer deutschen Auswahl live übertragen. Wie der DFB am Donnerstag mitteilte, sendet das Programm am 29. März ab 19 Uhr live aus Rostow, wenn die U-21-Nationalmannschaft von Russland und Deutschland in der EM-Qualifikation aufeinandertreffen. Das Team von Trainer Horst Hrubesch liegt nach fünf Spielen mit der maximalen Punkteausbeute an der Spitze der Gruppe 7.

Das erste Duell mit Russland ist für die DFB-Auswahl um die Jungstars Max Meyer (Schalke) und Joshua Kimmich (Bayern München) die zweite Begegnung des neuen Jahres. Bereits am Gründonnerstag (24. März, ab 20 Uhr, live bei Eurosport) trifft das deutsche Team in Frankfurt am Main auf Färöer. Die EM findet vom 16. bis 30. Juni 2017 in Polen statt. Im August dieses Jahres tritt die deutsche U21 bei den Olympischen Spielen in Rio an.

N-TV gehört zur RTL Group, die bereits die Rechte an den EM-Qualifikationsspielen der deutschen A-Nationalmannschaft erworben hatte. Weitere Spiele wurden bislang unter anderem im Spartensender RTL Nitro übertragen. Dass nun auch N-TV ins Fußballgeschäft einsteigt, ist allerdings neu.

Hoeneß hält Laudatio auf Heynckes

Es wird ein großer Tag im Leben von Josef „Jupp“ Heynckes: Am Sonntag (13 Uhr) erhält der ehemalige Profi und Trainer den Ehrenring seiner Geburtsstadt Mönchengladbach. Der 70-Jährige wird durch Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners bei einer Feierstunde im „Haus Erholung“ vor etwa 300 Gästen ausgezeichnet.

Auf Wunsch von Heynckes hält sein langjähriger Freund und Weggefährte Uli Hoeneß die Laudatio. Nach der Verleihung von Ehrenring und Urkunde wird sich Jupp Heynckes in das Goldene Buch der 266.000-Einwohner-Stadt am Niederrhein eintragen, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte.

Der Ehrenring ist neben der Ehrenbürgerschaft eine der höchsten Auszeichnungen, die die Stadt zu verleihen hat. Heynckes wird "für seine herausragenden Verdienste um die sportliche Bedeutung der Stadt“ ausgezeichnet.

Hoeneß' Stadioncomeback gegen Mainz:

Schaaf will gegen Köln auf Almeida bauen

Der Einsatz von Matthias Lehmann für den 1. FC Köln am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) beim Tabellenletzten Hannover 96 ist derzeit nicht ganz sicher. Der FC-Spielführer hat noch leichte Muskelbeschwerden. Kölns Trainer Peter Stöger deutete am Donnerstag jedoch an, dass er mit dem Mitwirken des 32 Jahre alten defensiven Mittelfeldmannes rechnet: „Es sieht so aus, dass Matthias Lehmann am Wochenende zur Verfügung steht.“ Ausfälle im Kölner Team sind der gesperrte Dominic Maroh und Simon Zoller, der an den Folgen eines Muskelfaserrisses laboriert.

Der FC ist bei drei Niederlagen und einem Remis seit vier Spielen sieglos. Mit sechs Punkten sind die Kölner 17. der Rückrundentabelle. Schlechter ist 2016 nur Gastgeber Hannover mit lediglich drei Zählern.

Hannover setzt derweil auf Rückkehrer Hugo Almeida. Der Stürmer hat seine Sperre von drei Spielen abgesessen. "Hugo ist für uns ein Thema“, sagte 96-Trainer Thomas Schaaf am Donnerstag. Der glücklose Coach, der bisher sieben von acht Spielen verloren hat, muss möglicherweise auch die Abwehr umbauen. Kapitän Christian Schulz fehlte wegen seiner Rückenprobleme auch am Donnerstag beim Training. „Der Einsatz ist fraglich“m, erklärte Schaaf.

Trotz der Negativserie und der fast aussichtslosen Lage im Kampf gegen den Abstieg erwartet der Verein rund 40.000 Zuschauer. Das sind deutlich mehr als in den beiden zurückliegenden Heimspielen. "Es ist unsere Pflicht, die Fans mitzunehmen“, forderte Schaaf sein Team zum wiederholten Mal zu einer starken Leistung vor eigenem Publikum auf.

Rummenigge findet Guardiola-Treffen ok

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat dem scheidenden Münchner Trainer Pep Guardiola weitere Treffen mit seinem künftigen Arbeitgeber Manchester City erlaubt. „Alles überhaupt kein Problem“, sagte Rummenigge der Bild. Zuvor war bekanntgeworden, dass Guardiola sich am Montag in Amsterdam mit ManCity-Sportdirektor Txiki Begiristain getroffen hatte. Der spanische Coach wird die Bayern am Saisonende verlassen und zum englischen Spitzenclub wechseln.

"Pep Guardiola leistet bei uns jeden Tag nach wie vor hervorragende Arbeit. Intensiv und total konzentriert wie seit dem ersten Tag. Und was er an seinem freien Tag macht, ist seine Angelegenheit“, sagte Rummenigge. Es sei „völlig in Ordnung und legitim“, wenn Guardiola schon an seiner Zukunft in der Premier League arbeite. „Es wäre auch naiv anzunehmen, dass er damit erst nach dem 30. Juni beginnt“, sagte Rummenigge. Die Bayern empfangen am Samstag in der Bundesliga Werder Bremen, ehe am kommenden Mittwoch das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Juventus Turin ansteht.

Neuer Rasen fürs Berliner Olympiastadion

Der neue Rollrasen für das Berliner Olympiastadion wird in Alt Zachun südlich von Schwerin vorbereitet. Derzeit holen die Spezialisten des Familienbetriebes Gebrüder Peiffer Rollrasen vom Niederrhein auf ihrem einzigen ostdeutschen Standort den neuen Naturbelag für das Stadion ein. Drei Tage dauert es, bis 8000 Quadratmeter Grünfläche akkurat vom Boden getrennt sind, wie Juniorchef Arnd Peiffer sagt. Die Soden samt Gras, Wurzeln und Erde sind 38 Millimeter dick. Jeweils ein Stück von 1,20 mal 16 Metern ergibt eine Rolle von gut einer Tonne Gewicht. 430 solcher Gras-Wickel werden bis Freitag im Olympiastadion ausgerollt.

Blatter hält nichts von WM-Aufstockung

Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter hat sich gegen die Pläne von Nachfolger Gianni Infantino für eine Aufstockung der WM auf 40 Teilnehmer ausgesprochen. "Man sollte bei 32 Mannschaften an einer WM bleiben. Das System hat sich bewährt“, sagte der Schweizer in einem Interview zu seinem 80. Geburtstag am Donnerstag der Zeitung "Blick". Blatters Landsmann Infantino hatte bei seiner Bewerbung um das Amt des Weltverbandschefs die Erhöhung der Starterzahl bei Weltmeisterschaften versprochen und damit womöglich Stimmen von kleineren Fußballnationen gewonnen.

„Und der nächste sagt dann 44. Aber wo ist die Grenze? Wie im Grand Slam - mit 128 Mannschaften im K.o.-System. Das wäre wirklich eine kreative Neuerung“, spottete Blatter. Allerdings hatte die Fifa unter ihm als Generalsekretär einst den Sprung von 24 auf 32 Teams vollzogen.

Blatter ist für sechs Jahre für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt, weil er dem inzwischen ebenfalls suspendierten Uefa-Präsidenten Michel Platini eine dubiose Millionenzahlung zukommen ließ. Blatter betonte jedoch erneut, die Zahlung sei rechtens gewesen.

Der frühere Fifa-Chef beklagte, dass im Zuge der Korruptionsskandale viele einstige Freunde auf Abstand gegangen seien. „Richtige sind wenige übrig geblieben“, sagte Blatter.

Die Fifa-Wahl Ende Februar:

Japans WM-Trainer tritt zurück

Nach der verpassten Teilnahme an den Olympischen Spielen in Brasilien ist Norio Sasaki als Trainer der japanischen Frauen-Nationalmannschaft zurückgetreten. „Das Scheitern ist meine Schuld. Ich hoffe, die Fans werden auch ein neues Nadeshiko-Team unterstützen“, sagte Sasaki, dessen Mannschaft das heimische Qualifikationsturnier nur als Dritter abschloss. Asien wird bei Olympia im August durch Australien und China vertreten.

Der 57 Jahre alte Sasaki hatte Japans Fußballerinnen 2008 übernommen und die Auswahl 2011 in Deutschland zum WM-Titel geführt. Bei der WM 2015 in Kanada kam die „Nadeshiko“ bis in das Finale, in dem sie den USA unterlag. Zudem holte Sasaki mit den Japanerinnen 2012 in London die olympische Silbermedaille. Nun soll mit Blick auf die WM 2019 in Frankreich und Olympia 2020 in Tokio ein Neuanfang gestartet werden. „Wir werden bald eine neue Führung schaffen“, kündigte -Verbandspräsident Kuniya Daini bereits an.

Als Favoritin für die Nachfolge Sasakis gilt die bisherige U17- und U20-Trainerin Asako Takakura. Die 47-Jährige war viermal hintereinander Asiens Nachwuchstrainerin des Jahres und als Spielerin unter anderem bei der ersten Frauen-WM 1991 in China aktiv.