DFB-Pokal

St. Pauli souverän weiter, Victoria trotz großen Kampfes raus

"Vicky" hielt gegen den SC Freiburg lange gut mit, musste sich dann aber doch geschlagen geben. St. Pauli siegt. Drei Partien am Abend.

Der FC St. Pauli hat seinen Erstrunden-Fluch im DFB-Pokal besiegt. Der Fußball-Zweitligist gewann am Samstag die Hitzeschlacht beim Offenburger FV verdient und letztlich ungefährdet 3:0 (1:0). Mahir Saglik sorgte mit seinen beiden Treffern (23. und 68. Minute) im Karl-Heitz-Stadion für die Vorentscheidung. Daniel Ginczek erzielte vor 10 000 Zuschauern das 3:0 (77.) für die Hamburger. Beim baden-württembergischen Oberligisten ließen am Schluss angesichts von 35 Grad Hitze die Kräfte nach.

Der klar favorisierte St. Pauli tat sich gegen die defensivstarken Badener lange schwer. Der Fünftligist beschränkte sich aber nicht nur aufs Verteidigen, sondern startete immer wieder Konter. Beim gefährlichsten Angriff scheiterte Stürmer Christian Seger (16.) nur knapp an Pauli-Torhüter Philipp Tschauner. Die Hamburger hätten allerdings schon in der ersten Halbzeit deutlich höher führen können. Lennart Thy (15.), Fin Bartels mit einem noch abgefälschten Schuss (22.) und Akaki Gogia (31.) scheiterten jeweils nur knapp.

Saglik setzte sich bei seinem Führungstreffer geschickt gegen mehrere Offenburger durch und ließ Schlussmann Florian Streif mit seinem platzierten Schuss keine Chance. Das 2:0 erzielte der 29 Jahre alte Stürmer per Kopf. Ginczek erhöhte völlig unbedrängt auf 3:0 zum standesgemäßen Endstand.

Der SC Freiburg ist beim drei Klassen niedriger spielenden SC Victoria Hamburg äußerst knapp einer Blamage entgangen. Der Fußball-Bundesligist setzte sich nur mit viel Mühe mit 2:1 (1:1) gegen die Amateure durch. Sebastian Freis erzielte vor 4.375 Zuschauern den Treffer zum 2:1 für die Gäste. Neuzugang Max Kruse (11.) hatte Freiburg mit einem Kopfball in Führung gebracht, die Jakob Sachs (12.) nur eine Minute später nach einem sehenswerten Angriff über die rechte Seite ausglich.

Freiburg hatte im ersten Durchgang sogar Glück, dass Victorias Roger Stilz in der sechsten Minute einen Foulelfmeter (Oliver Baumann an Benny Hoose) am Tor vorbeischoss.

Mit großem Beifall wurden die Gastgeber nach 45 Minuten in die Pause verabschiedet. Der Regionalligist präsentierte sich in der Abwehr gut organisiert, war zweikampfstark und bot den Freiburgern kaum Platz zum Kombinieren. Freiburg hatte natürlich mehr Ballbesitz, kam aber nur selten zu temporeichen Angriffen.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte änderte sich nichts. Für die größte Aufregung sorgten fünf Minuten nach Wiederbeginn Bengalische Feuer und ein Feuerwerkskörper aus dem Freiburger Fanblock. Erst als in der Schlussphase die Kräfte der Amateure schwanden, fand der SC Freiburg die nötigen Lücken in der Abwehr und kam zum knappen Sieg.

Dank eines Doppelpacks von Zlatko Dedic hat der VfL Bochum den 1. FC Heidenheim in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals 2:0 (2:0) bezwungen. Der slowenische Nationalspieler des Fußball-Zweitligisten erzielte am Sonnabend bei zeitweise bis zu 37 Grad Hitze schon vor dem Seitenwechsel beide Treffer (5. und 41. Minute) gegen den Gastgeber aus der Dritten Liga.

Trotz der tropischen Temperaturen zeigten beide Mannschaften vor 7500 Zuschauern in der Voith-Arena eine abwechslungsreiche und gutklassige Partie. Eine erneute Pokal-Überraschung wie beim 2:1-Sieg im Vorjahr gegen Werder Bremen blieb Heidenheim indes versagt. Der zweimalige Pokalfinalist Bochum erwischte einen Start nach Maß: Dedic nutzte gleich die erste Chance mit einem spektakulären Hackentreffer nach präziser Vorlage von Alexander Iaschwili zur Führung. Vier Minuten vor der Pause erhöhte der 27 Jahre alte Stürmer nach einem perfekt vorgetragenen Konter auf 2:0. Carsten Rothenbach hatte seinem Kollegen den Ball mustergültig vorgelegt.

Der letztjährige Achtelfinalist Heidenheim gab sich aber nicht geschlagen und machte im zweiten Durchgang mächtig Druck. Trotz teilweise guter Chancen glückte den Schwaben aber kein Treffer. Beim mit fünf Neuzugängen angetretenen VfL stand dabei immer wieder Torhüter Andreas Luthe im Brennpunkt.

Nach der Blamage im Vorjahr hat der VfL Wolfsburg in der Saison 2012/13 souverän die zweite Runde erreicht. Der VfL gewann vor rund 3.500 Zuschauern das in Lübeck ausgetragene Auswärtsspiel beim Sechstligisten FC Schöneberg ungefährdet 5:0 (3:0). Überragender Mann im Team von VfL-Coach Felix Magath war Zugang Ivica Olic mit drei Treffern (28., 30., 67.). Die weiteren Tore für den Bundesligisten schossen Diego (43.) und der aus den Niederlanden verpflichtete Torjäger Bas Dost (66.).

Thomas Manthey (1.) und Stürmer Marco Pajonk (11.) hatten allerdings die ersten Chancen für den Verbandsligisten aus Mecklenburg, ehe die Wolfsburger Mitte der ersten Halbzeit das Kommando übernahmen. Dann spielte Olic seine ganze Cleverness aus, als er innerhalb von zwei Minuten aus kurzer Distanz Wolfsburg in Führung schoss und per Kopf auf 2:0 erhöhte. Noch vor der Pause sorgte Diego nach Doppelpass mit Dost für die Vorentscheidung. Nach der Pause hatten die Niedersachsen keine Mühe, den immer müder werdenden Verbandsligisten in Schach zu halten. Fast zwangsläufig fielen die weiteren Tore für den Favoriten.

Eine Woche vor ihrem Debüt in der Fußball-Bundesliga ist die SpVgg Greuther Fürth im DFB-Pokal wie vor vier Jahren bereits in der ersten Runde bei Kickers Offenbach ausgeschieden. Die Mannschaft von Trainer Mike Büskens verlor 0:2 (0:1) beim Drittligisten, der seinen Ruf als Pokalschreck auch im neuen Stadion auf dem Bieberer Berg eindrucksvoll untermauert hat. Vor zwei Jahren hatten die Offenbacher unter anderem Borussia Dortmund ausgeschaltet und waren erst im Achtelfinale am 1. FC Nürnberg gescheitert.

1899 Hoffenheim ist bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Die Kraichgauer blamierten sich mit 0:4 beim Sechstligisten Berliner AK. Doublesieger Borussia Dortmund hingegen bezwang den FC Oberneuland mit 3:0, Borussia Mönchengladbach mühte sich zu einem 2:0 bei Alemannia Aachen, Bayer Leverkusen schlug den FC Carl Zeiss Jena mit 4:0. Zudem ließ der VfB Stuttgart dem SV Falkensee-Finkenkrug beim 5:0 keine Chance. Mit Material von dpa und dapd