Eishockey

Freezers wollen in Ingolstadt den Teufelskreis durchbrechen

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Torhüter Marc Lamothe will die Freezers endlich mit Topleistungen aus der Krise führen. Um 19.30 Uhr spielen die Hamburger in Ingolstadt.

Hamburg. Seit mittlerweile 18 Jahren ist Marc Lamothe Eishockeyprofi, und er hat in dieser Zeit einen großen Schatz an Erfahrungen gesammelt, von denen er in Phasen wie der, die er derzeit mit den Hamburg Freezers durchmacht, profitieren kann. Eine gewisse Ratlosigkeit ist dennoch nicht zu übersehen, wenn man sich in diesen Tagen mit dem 36 Jahre alten Torhüter unterhält, denn eine Erklärung dafür zu finden, dass das Team nach 15 Partien in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wieder im Tabellenkeller steht, fällt auch Lamothe schwer. Besser gesagt: Einen Ausweg zu finden aus der Problematik, unter der die neu formierte Mannschaft von Trainer Stéphane Richer leidet, fällt schwer.

"Wir sind jetzt in einer Phase, in der sich ein Teufelskreis gebildet hat. Wir haben ein paar enge Spiele verloren, was das Selbstvertrauen schmälert und die Aggressivität steigert. Deshalb nehmen wir zu viele dumme Strafen, die uns schaden und den Sieg kosten. Ich habe in 13 Spielen schon sechs Gegentore in doppelter Unterzahl kassiert. Das ist einfach zu viel. Wir müssen es jetzt schaffen, diesen Kreislauf zu durchbrechen, indem wir ruhig bleiben und uns auf unsere Stärken besinnen", sagt Lamothe.

Dass beim heutigen Gastspiel beim ebenfalls angeschlagenen ERC Ingolstadt (19.30 Uhr) auch der Keeper selbst einen Leistungssprung schaffen muss, ist ihm bewusst. Zwar ist er mit einer Fangquote von 91,0 Prozent derzeit sechstbester Keeper der Liga und damit sechs Plätze besser positioniert als das Team in der Tabelle, den Anspruch, ein Rückhalt zu sein, der Spiele gewinnt, hat er allerdings zu selten erfüllen können. "Wir brauchen von allen unseren Führungsspielern bessere Leistungen, auch von Marc", sagt Trainer Richer.

Beim 4:7 in München am vergangenen Donnerstag wechselte er seine Nummer eins nach neun Minuten und drei Gegentoren gegen Niklas Treutle aus. "Das war aber als Weckruf fürs Team gedacht und nicht gegen Marc gerichtet", so der Coach, der dem im Sommer aus Finnland gekommenen Kanadier auch heute wieder das Vertrauen schenkt. "Niklas ist unser Torwart der Zukunft, Marc die Nummer eins der Gegenwart. Ich vertraue ihm", so Richer.

Lamothe selbst weiß, dass er bislang hinter den hohen Erwartungen an seine Person zurückgeblieben ist. "Mein eigener Anspruch ist, unter den besten drei Torhütern der Liga zu sein. Dort bin ich noch nicht. Aber ich fühle mich von Spiel zu Spiel sicherer", sagt er. Dass seine Fehler, insbesondere das Abprallenlassen des Pucks in die Gefahrenzone vor seinem eigenen Tor, häufig mehr auffallen als seine Paraden, erklärt er mit seinem unspektakulären Spielstil. "Man hat mir beigebracht, ein Spiel zu lesen und nicht wild durchs Tor zu fliegen, um Pucks zu halten. Deshalb fallen große Saves bei mir vielleicht nicht so auf wie bei anderen", sagt er.

In seiner Laufbahn hat Lamothe auch gelernt, positiv zu denken und sich von negativen Einflüssen fernzuhalten. "Ich lese keine Zeitung und weiß deshalb nicht, was alles über das Team und mich gesagt wird. Ich weiß aber, wie viel Potenzial in unserer Mannschaft steckt und dass es viel mehr Gründe gibt, optimistisch zu sein, als sich um uns zu sorgen", sagt er. Die Fans würden gern bald Belege dafür sehen.