Sport in Hamburg

Neuer Job für Hamburger Sportstars: Active-City-Botschafter

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Bitter, Ludwig, Esume, Grote und Jansen (v.l.) in der Active-City-Arena.

Bitter, Ludwig, Esume, Grote und Jansen (v.l.) in der Active-City-Arena.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Laura Ludwig, Edina Müller, Marcell Jansen, Johannes Bitter und Patrick Esume sollen Breiten- und Leistungssportkonzept greifbarer machen.

Hamburg.  Die Vorzüge eines Diplomatenpasses werden sie nicht genießen, aber dass sie viel lieber über ihre Pflichten und Ziele sprechen wollten als über mögliche Privilegien, war genau das Zeichen, das sich Andy Grote erhofft hatte. Am Donnerstagmittag stellte Hamburgs Sportsenator bei knackigen 28 Grad in der Active City Arena auf dem Heiligengeistfeld vier Menschen vor, die keiner Vorstellung bedurften, aber ihren Lebensläufen ein neues Amt hinzufügen können. Laura Ludwig (36), Beachvolleyball-Olympiasiegerin; Marcell Jansen (36), Ex-Fußballprofi und HSV-Präsident; Johannes Bitter (39), Handballtorhüter des HSV Hamburg und Patrick Esume (48), der größte deutsche American-Football-Experte und Europa­liga-Chef – sie alle sind die ersten Botschafter für das Hamburger Breiten- und Leistungssportkonzept Active City.

Zum illustren Quintett wird die Auswahl dank Edina Müller (38), die im Rollstuhlbasketball und Parakanu paralympisches Gold gewinnen konnte, der Präsentation am Donnerstag aber aus beruflichen Gründen nicht beiwohnte. Was die neuen „Active-City-Botschafter“ leisten müssen, erklärte Grote (54) in fast schon staatstragenden Worten. „Sie sollten für die Idee hinter dem Konzept brennen und diese auf allen Kanälen transportieren, um noch mehr Reichweite zu erzeugen und so dabei mitzuhelfen, irgendwann
alle Hamburgerinnen und Hamburger in Bewegung zu bringen“, sagte er.

Active-City-Botschafter Jansen: Sportstadt, wenn die Breite ihn gemeinsam lebt

Das ist schließlich das erklärte Ziel der aus der gescheiterten Olympiabewerbung im Herbst 2015 erwachsenen und drei Jahre später mit der Auszeichnung als „Global Active City“ gekrönten Kampagne. Deren Problem allerdings ist, dass sie noch deutlich zu oft als von oben verordnetes Marketingtool daherkommt, das nicht von der breiten Gesellschaft getragen wird. Um das zu ändern, baut die Stadt nun auf einige ihrer erfolgreichsten Athletinnen und Athleten, die vor allem auch dank ihrer Reichweite in den sozialen Medien die unterschiedlichsten Teile der Hamburger Gesellschaft erreichen können. HSV-Chef Jansen brachte es auf den Punkt, als er sagte: „Wir sind dann eine Sportstadt, wenn wir Sport in seiner ganzen Breite gemeinsam leben.“

Esume, der seine Berufung als „Riesenehre“ empfindet, hob die Bedeutung des Footballs für Menschen an sozialen Brennpunkten hervor. „Ich will etwas von dem zurückgeben, was ich dank meines Sports bekommen habe“, sagte er. Bitter erklärte, er habe in seinem Leben schon viele Projekte unterstützt oder angeschoben, „aber bei der Beschäftigung mit dem Active-City-Konzept ist mir klar geworden, dass das kein Kurzzeitprojekt ist, sondern eine Strategie für viele Jahre und Jahrzehnte“. Ludwig sagte, es sei für sie „an der Zeit, der Stadt etwas zurückzugeben dafür, dass sie sehr viel für den Sport im Allgemeinen und den Beachvolleyball im Besonderen tut“.

Active-City-Botschafter wollen neue Potenziale erschließen

Schöne Worte allesamt, die nun in Taten umgesetzt werden wollen. Ein erstes Botschaftertreffen wurde direkt verabredet, gemeinsam wollen die Akteure nun eine Strategie entwickeln, um neue Potenziale zu erschließen. Ein wichtiger neuer Schritt hin zu mehr Bekanntheit, aber auch zum Aktivieren der noch trägen Masse ist die Active-City-Arena, ein temporäres Stadion für 1000 Zuschauende (Abendblatt berichtete), das am Donnerstagnachmittag mit dem Beachvolleyballformat „King of the Court“ eröffnet wurde und noch bis zum 10. Juli in weiteren Sportarten wie AirBadminton, 3x3-Basketball und Tischtennis Programm bietet.

Um auch einkommensschwächeren Sportfans den Besuch zu ermöglichen, gibt es diverse kostenfreie Angebote. So ist die erste „King of the Court-“Session an diesem Freitag um 15.30 Uhr ohne Kauf­ticket besuchbar. Bei der German Beach Tour (30. Juni bis 3. Juli) sind an den ersten beiden Tagen die 700 Plätze auf der Längstribüne kostenlos. Komplett frei ist der Eintritt beim AirBadminton (4./5. Juli) und 3x3-Basketball (8./9. Juli), am Abschlusstag kostet nur die Abendsession des Tischtennistages Eintritt. Und vom 27. bis 29. Juni können an den Abenden (Mo 18 bis 21 Uhr, Di 17 bis 21 Uhr, Mi 16 bis 21 Uhr) alle Interessierten bei diversen Sportangeboten selbst aktiv werden. Die eine oder der andere Active-City-Botschafter dürfte auch anzutreffen sein.

( bj/hptp )

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