Sport und Corona

NRW erlaubt 750 Fans in Stadien – und Hamburg?

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Ein Fan des HSV – wie entscheidet der Senat in der Zuschauerfrage?

Ein Fan des HSV – wie entscheidet der Senat in der Zuschauerfrage?

Foto: Witters

In der Zuschauerfrage dauern die Gespräche zwischen HSV, St. Pauli, Towers & Co. auf der einen und der Stadt auf der anderen Seite an.

Hamburg. Vor Weihnachten hatten Bund und Länder die Rückkehr von Geisterspielen beschlossen. „Überregionale Sport-, Kultur- und vergleichbare Großveranstaltungen finden spätestens ab dem 28. Dezember ohne Zuschauer statt“, hieß es. Doch von einer einheitlichen Regelung ist nicht mehr viel übrig.

In den nordrhein-westfälischen Fußballstadien sind ab Donnerstag 750 Zuschauende erlaubt. Am Wochenende hatte Hauptstadtclub Hertha BSC gegen Köln vor 2000 Fans gespielt. Drittligist Halle darf am Wochenende sein Stadion mit bis zu 7500 Zuschauern füllen.

Tschentscher: Dem Profisport nichts Übles tun

Die Lage in Hamburg: Beim EuroCup-Spiel der Hamburg Towers waren am Dienstagabend 200 Besucher zugelassen. Im Amateursport dürfen bis zu 200 Zuschauer in Hallen und 1000 in Stadien sein – aber laut der neuen Verordnung nicht beim Fußball. Deshalb hatten HSV und St. Pauli (mit dem HSVH und den Towers) eine Gleichbehandlung des Sports eingefordert.

Am Dienstag äußerte sich Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher dazu: „Ich verstehe, dass der Profisport sagt: Wieso ist das so?“ Er wolle nicht, „dass die Frage weiter konfrontativ als Missachtung der Interessen des Sports oder Ähnliches gesehen wird. Das ist nicht der Ansatz“, meinte Tschentscher. „Kein Bundesland hat das Bedürfnis, dem Profisport Übles zu tun.“ Aber: „Diese großen, überregionalen Veranstaltungen sind in dieser Lage nicht verantwortungsvoll.“

Zuschauerregel: Tschentscher baut auf Solidarität

Tschentscher hofft, mit den Vereinen einen Weg zu finden, der für alle vertretbar sei. Aber es werde keine Stadien mit Tausenden Zuschauern geben, betonte er. „Das kann nicht das Ergebnis dieser Gespräche sein.“

Er verwies dabei auf auf Vereinbarungen der anderen Bundesländer. „Kein Bundesland wird meiner Einschätzung nach Zuschauer in einem nennenswerten Umfang in den Bundesliga-Stadien zulassen können, weil wir befürchten, sonst aus der Bahn geworfen zu werden und drastischere Maßnahmen wieder nötig werden“, sagte Tschentscher im Hinblick auf die rasante Verbreitung der Coronavirus-Variante Omikron.

„Wir wollen ja niemanden ins Unglück bringen“

Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung haben die Clubs am vergangenen Wochenende Vorschläge für eine Zuschauer-Regelung erhalten, die sich an der für den Amateursport anlehnt.

Die Innen- und Sportbehörde wolle noch einmal mit den Vereinen sprechen, bestätigte der Bürgermeister: „Wir wollen ja niemanden ins Unglück bringen.“ Es gebe auch wirtschaftliche Hilfen für die Vereine, die jetzt keine Einnahmen bekommen.

Die Gespräche zwischen den Clubs, der Behörde mit Sportstaatsrat Christoph Holstein über die Zulassung von womöglich bis zu 1000 Zuschauern dauerten am Dienstag noch an – Entscheidung weiter offen.

( lx/dpa )

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