Leichtathletik

Wie HSV-Sprinter Owen Ansah noch in Tokio starten kann

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Der Hamburger Owen Ansah (20) freut sich über seinen Sieg über 200 Meter.

Der Hamburger Owen Ansah (20) freut sich über seinen Sieg über 200 Meter.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Der einzige Weg des neuen Deutschen Meisters zu den Olympischen Spielen führt über das Leichtathletik-Meeting in Regensburg.

Hamburg. Der einzige Weg Owen Ansahs zu den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) führt am 20. Juni über das Leichtathletik-Meeting in Regensburg. Der neue deutsche 200-Meter-Meister vom Hamburger SV muss dort beweisen, dass er ein Kandidat für die 4 x 100-Meter-Staffel ist. Bundestrainer Sebastian Bayer (34), der dreimalige Weitsprung-Europameister des HSV, traut ihm das zu: „Owen gehört über die fliegenden 100 Meter, also ohne die Startphase, zu den schnellsten Sprintern im Lande. Für die lange Gegengerade könnte er einer der Besten sein.“

In Regensburg sollen drei deutsche Quartette gegeneinander antreten, jeder der zwölf Läufer wird dabei biometrisch auf seine Staffeleignung ausgewertet. Sechs Sprinter werden anschließend für Tokio nominiert. Über seine Einzelstrecke hat Ansah (20) wohl keine Chance mehr. In Braunschweig lief er 20,89 Sekunden, seine Jahresbestzeit steht bei 20,66 Sekunden, die Olympianorm bei 20,24. „Er ist längst nicht am Ende seiner Entwicklung“, sagt Bayer, „im Kraftbereich, am Start hat er noch viel Potenzial.

Über 100 Meter leistet sich Ansah in Braunschweig einen Fehlstart

Ob das in den nächsten Jahren zu einer Zeit unter 20 Sekunden über 200 und für eine unter zehn Sekunden über 100 Meter reicht, ist aber schwer vorauszusagen.“ Gerade der Start ist ein Problem. Über die 100 Meter leistete sich Owen Ansah in Braunschweig im Halbfinale einen Fehlstart, wurde disqualifiziert.

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Was für Ansah spricht: Bei der inoffiziellen Staffel-WM am 2. Mai in Chorzów (Polen) siegte er als Schlussläufer mit der 4 x 200-Meter-Staffel, lief 19,96 Sekunden. Mit dabei: HSV-Vereinskollege Lucas Ansah-Peprah (21), nicht verwandt, der in Braunschweig über 100 Meter in Hamburger Rekordzeit von 10,20 Sekunden Zweiter wurde (Olympianorm: 10,05 Sekunden). Seine Staffelchancen werden deshalb noch höher eingestuft. Zwei HSV-Sprinter für Deutschland – das gab es noch nie. „Das Gute ist: Wir können es beide packen“, sagt Owen Ansah. Der Meistertitel habe ihm noch mal viel Selbstvertrauen gegeben.

( rg )

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