Fußball-Ticker

Trauer um Ex-Nationaltorwart Günter Sawitzki

Lesedauer: 15 Minuten
Torwart Günter Sawitzki stand bei zwei Weltmeisterschaften im DFB-Kader.

Torwart Günter Sawitzki stand bei zwei Weltmeisterschaften im DFB-Kader.

Foto: imago images/Ferdi Hartung

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 15. Dezember 2020:

Uth macht nach Gehirnerschütterung Fortschritte

Mark Uth vom FC Schalke 04 macht nur wenige Tage nach seiner Kopfverletzung weiter Fortschritte. „Er war heute schon bei der Videoanalyse für das Spiel gegen Freiburg wieder dabei. Er macht psychisch und physisch einen guten Eindruck“, sagte Trainer Manuel Baum am Dienstag.

Uth hatte nach einem schlimmen Zusammenprall mit seinem Gegenspieler im Duell zwei Tage zuvor mit dem FC Augsburg (2:2) eine Gehirnerschütterung erlitten und war in ein Krankenhaus eingeliefert worden. „Er war mit sehr viel Energie und einer positiven Haltung dabei. Das hilft uns allen, das zu verarbeiten“, kommentierte Baum.

Wie lange der 29 Jahre alte Offensivspieler noch pausieren muss, ließ der Coach offen. „Wie es weitergeht mit ihm, ist schwierig zu sagen. Kopfverletzungen darf man nicht leicht nehmen.“ Baum riet Uth trotz der großen Fortschritte von einem Stadionbesuch am Mittwoch (18.30 Uhr) im Spiel gegen Freiburg ab: „Da würde ich ihm eher sagen, feuer uns von zu Hause aus an und ruhe dich lieber aus.“

Newcastles Corona-Fälle "beängstigend"

Der englische Erstligist Newcastle United ist weiterhin vom Coronavirus betroffen. Teammanager Steve Bruce berichtete am Dienstag, dass es zwei infizierten Spielern „überhaupt nicht gut“ gehe, zudem seien zwei Betreuer in einem schlechten Zustand. „Wer diese Krankheit jemals unterschätzt hat, sollte es definitiv nicht mehr machen“, sagte Bruce: „Wir reden hier von Profisportlern. Zu sehen, welchen Einfluss die Krankheit auf jeden haben kann, ist beängstigend.“

Die Namen der betroffenen Personen nannte Bruce nicht. Dafür sei Verteidiger Federico Fernandez wieder fit und am Mittwoch (19.00 Uhr) im Spiel bei Leeds United wieder im Kader. „Seinen Namen nenne ich, weil er seine Erkrankung selbst veröffentlicht hat“, sagte der Coach.

Newcastle hatte zu Beginn des Monats über zahlreiche Infektionen bei Spielern und Verantwortlichen informiert. Das Ligaspiel bei bei Aston Villa war daraufhin abgesagt worden.

Leverkusen ohne Abwehrchef und Kapitän ins Derby

Mit dem Rückenwind als ungeschlagener Tabellenführer tritt Bayer Leverkusen am Mittwochabend (20.30 Uhr/Sky) zum Derby beim 1. FC Köln an. „Für uns ist das eine neue Erfahrung, aber eine tolle Erfahrung“, sagte Bayer-Coach Peter Bosz am Dienstag. Verzichten muss er aber weiterhin auf Abwehrchef Sven Bender (Knie) und Kapitän Charles Aranguiz (Achillessehne). Für beide sei das Jahr 2020 wohl beendet und werden auch am Samstag (18.30 Uhr/Sky) im Topspiel der Fußball-Bundesliga gegen den FC Bayern München fehlen. „Ich gehe davon aus“, sagte Bosz.

Dafür könnte schon gegen Köln Offensivspieler Karim Demirbay nach überstandener Covid-19-Erkrankung sein Comeback geben. „Er hat mit der Mannschaft trainiert, alles war in Ordnung. Wenn das im Abschlusstraining noch mal klappt, ist er absolut eine Option“, sagte Bosz, der einräumte, dass seine Spieler die Tabellenführung noch gar nicht richtig genießen konnten. „Die Abstände zwischen den Spielen sind so kurz, da bleibt keine Zeit. Es ist toll, dass wir da oben stehen, denn es ist schwierig dahin zu kommen - aber noch schwieriger, dort oben zu bleiben“, sagte der Niederländer.

Bayern ohne Goretzka gegen Wolfsburg

Der FC Bayern muss im letzten Heimspiel des Jahres in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg auf Leon Goretzka und weiter auf Joshua Kimmich verzichten. Beide könnten aber am Samstag in der letzten Münchner Partie vor der Winterpause bei Spitzenreiter Bayer Leverkusen dem Kader angehören. „Ich hoffe, dass Leon Goretzka am Samstag zur Verfügung steht“, sagte Trainer Hansi Flick am Dienstag. Der Nationalspieler war am Wochenende beim 1:1 gegen den 1. FC Union Berlin angeschlagen ausgewechselt worden.

Goretzkas Nationalelfkollege Kimmich fehlt bereits seit Anfang November, als er am Außenmeniskus operiert worden war. „Wir müssen die nächsten Tage abwarten, es sieht aber sehr gut aus - ohne Frage“, sagte Flick. Ursprünglich war eine Rückkehr des Mittelfeldchefs für Anfang Januar anvisiert worden.

Wolfsburgs William mit Coronavirus infiziert

Der VfL Wolfsburg hat am Tag vor dem Spitzenspiel bei Bayern München einen neuen Coronafall vermeldet. Rechtsverteidiger William hat sich mit dem Virus infiziert und befindet sich in Quarantäne. Am Sonntag hatte der Brasilianer nach Clubangaben über Krankheitssymptome geklagt und die Sportliche Leitung der Wölfe und den Hygieneverantwortlichen informiert. Ein Test schaffte dann Klarheit.

„Dieser Fall hat gezeigt, dass das Testsystem beim VfL Wolfsburg so funktioniert, wie es sein sollte“, sagte VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke: „William hat sich vorbildlich verhalten, indem er uns gleich nach dem Auftreten der Symptome informiert hat. Dadurch konnte er getestet und nach dem leider positiven Befund direkt in Quarantäne geschickt werden, ohne dass es zu einem Kontakt mit seinen Mannschaftskameraden, dem Trainerteam oder dem Staff kam.“

Aus für Trainerin Wübbenhorst in Lotte

mke Wübbenhorst ist nicht mehr Trainerin der Sportfreunde Lotte. Wie der West-Regionalligist am Dienstag mitteilte, wurde die eigentlich bis 2022 geplante Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung beendet. Damit reagierte der Tabellen-Drittletzte auf die anhaltende sportliche Talfahrt mit nur drei Siegen aus 19 Spielen. „So wie bisher kann und soll es nicht weitergehen. Das muss sofort in den Kopf jedes einzelnen Spielers“, sagte der Vereinsvorsitzende Sven Westerhus. Bis auf weiteres ist der bisherige Co-Trainer Andy Steinmann (35) neuer Chefcoach.

Wübbenhorst hatte das Amt im April 2020 übernommen. Zuvor war sie beim Fünftligisten Cloppenburg die erste Trainerin im höherklassigen Männerfußball. In Lotte hatte sie als zweite Frau nach Inka Grings (SV Straelen) einen Regionalligisten übernommen. „Es ist für uns neben der sportlichen auch eine sehr schwere emotionale Entscheidung, die wir getroffen haben“, kommentierte Lizenzspielerleiter Daniel Körber die Trennung von der 32 Jahre alten Fußball-Lehrerin.

Wübbenhorst machte aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen und Tag und Nacht dafür gearbeitet, dass sich die zuletzt klar zu sehende Entwicklung der Mannschaft auch in Punkten widerspiegelt. Über die weiteren Umstände meiner Zeit in Lotte möchte ich mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht äußern“, sagte sie dem „Reviersport“.

Trauer um Ex-Nationaltorwart Sawitzki

Der ehemalige Nationaltorwart Günter Sawitzki ist tot. Wie sein langjähriger Verein VfB Stuttgart am Dienstag unter Berufung auf den engsten Familienkreis Sawitzkis vermeldete, war der frühere Bundesliga-Keeper bereits am Montag im Alter von 88 Jahren gestorben.

Bis 1968 bestritt Sawitzki als Stammtorhüter mehr als 400 Pflichtspiele für die Schwaben und gewann mit dem VfB 1958 den DFB-Pokal. Zwischen 1956 und 1963 lief er zudem zehnmal für die deutsche A-Nationalmannschaft auf und stand bei den Weltmeisterschaften 1958 und 1962 im Kader der DFB-Auswahl. Seine Karriere beendete der gelernte Maschinenschlosser 1971.

Hitzfeld kritisiert Dortmund für Favres Entlassung

Der frühere BVB-Meistertrainer Ottmar Hitzfeld hat die Entlassung von Lucien Favre bei seinem Ex-Club Borussia Dortmund kritisiert. „Ich finde es sehr schade, dass man ihm die Chance nicht gegeben hat, weiterzumachen“, sagte Hitzfeld der Schweizer Zeitung „Blick“, „ich bin überzeugt, dass Dortmund mit ihm über die Saison gesehen der härteste Bayern-Widersacher gewesen wäre.“

Die Entlassung, so der 71-Jährige weiter, sei „nicht gerechtfertigt, zumal man in der Champions League souverän als Gruppenerster die Achtelfinals erreicht hat. Ich bin überrascht, dass Dortmund unter dem öffentlichen Druck eingeknickt ist. Es wäre besser gewesen, zumindest bis Ende des Jahres cool zu bleiben. Auf mich wirkt das Vorgehen vorschnell.“

Hitzfeld hat offenbar Probleme mit der Erwartungshaltung der Westfalen, mit denen er zweimal deutscher Meister und 1997 Champions-League-Sieger geworden war. „Wenn du als Dortmund eine junge Mannschaft hast und Talente förderst, kannst du nicht gleichzeitig das Gefühl haben, dass du Meister wirst“, sagte er, „mit dieser Strategie kann der Titel nicht das Ziel sein. Zumal der BVB, im Gegensatz zu Bayern, die besten Spieler dann immer wieder verkauft.“

Serie-A-Profi wegen Gotteslästerung gesperrt

Bryan Cristante ist wegen Gotteslästerung während einer Partie in der italienischen Liga Serie A für ein Spiel gesperrt worden. Beim 5:1-Auswärtssieg des Erstligisten AS Rom gegen den FC Bologna am vergangenen Sonntag habe der AS-Mittelfeldmann in der 23. Minute zweifelsfrei eine blasphemische Äußerung von sich gegeben, teilte das Sportgericht der Liga mit. Das hätte die Überprüfung von Fernsehbildern ergeben, hieß es ohne weitere Angaben.

Roms Trainer Paulo Fonseca muss am Donnerstag deshalb auf den 25 Jahre alten Italiener verzichten, wenn sein Team zu Hause den FC Turin empfängt. Nach dem 11. Spieltag stehen die Römer auf dem sechsten Rang der Serie A.

Trotz Corona: Ex-Profi Matip auf Weltreise

Der ehemalige Profi Marvin Matip (35) macht mitten in Corona-Zeiten eine Weltreise. Zusammen mit seiner Frau Elsie hat der langjährige Kapitän des FC Ingolstadt die Wohnung gekündigt und ist Ende November erstmal nach Mexiko aufgebrochen. Derzeit hält sich das Paar in Acapulco auf. „Die Weltreise war ein Lebenstraum meiner Frau“, erzählte Matip der Deutschen Presse-Agentur. „Sie hat mich über die Jahre mit der Idee angesteckt.“

Matip ist mit 278 Einsätzen Rekordspieler der Ingolstädter. Im Sommer 2019 beendete der frühere Verteidiger seine Karriere, im Rahmen seines Sportbusiness-Management-Studiums war er dann Trainee im Marketing und Vertrieb des FCI. Nun erfüllt er sich mit seiner Frau Elsie, die ein Sabbatical genommen hat, den Reisetraum als Rucksacktourist.

Promes nach Messerstecherei in U-Haft

Der niederländische Nationalspieler Quincy Promes von Meister Ajax Amsterdam sitzt wegen der mutmaßlichen Verwicklung in eine Messerstecherei bis auf Weiteres in Untersuchungshaft. Wie ein Justizsprecher mitteilte, sei von der Staatsanwaltschaft noch nicht entschieden worden, ob der 28-Jährige einem Untersuchungsrichter vorgeführt werde. Die vorläufige Untersuchungshaft von drei Tagen könnte demnach am Mittwoch noch einmal um weitere drei Tage verlängert werden.

Promes war am Sonntagmorgen von der Polizei in Amsterdam festgenommen worden. Er soll in eine Messerstecherei bei einem Familienfest im vergangenen Juli verwickelt gewesen sein, bei der sein Neffe schwer am Knie verletzt worden war.

Promes' Rechtsanwältin Manon Aalmoes erklärte, dass ihr Klient nicht an diesem Zwischenfall beteiligt gewesen sei und mit der Justiz zusammenarbeite. Dieser Aussage widerspricht Yehudi Moszkowicz, Rechtsanwalt des vermeintlichen Opfers.

Ballon d'Or: Beckenbauer und Matthäus in Dream Team

Die deutschen Fußballikonen Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus sind in die beste Mannschaft der Geschichte gewählt worden. Weil der von „France Football“ vergebene Ballon d'Or aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht vergeben wurde, hat die französische Fachzeitung gemeinsam mit 140 Journalisten aus der ganzen Welt ein Dream Team aufgestellt.

Beckenbauer (75 Jahre), 74er-Weltmeister als Spieler und 90er-Weltmeister als Trainer, besetzt in der fiktiven Traumelf neben den Milan-Stars Paolo Maldini und Cafu die Position des Liberos. Im Mittelfeld läuft Matthäus (59) gemeinsam mit Xavi, Pele und dem jüngst verstorbenen Diego Maradona auf. Matthäus war 1990 mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet worden, Beckenbauer gelang dies zweimal (1972/1976).

Das Dream Team von France Football

  • TOR: Lew Jaschin
  • ABWEHR: Cafu, Franz Beckenbauer, Paolo Maldini
  • MITTELFELD: Diego Maradona, Xavi, Lothar Matthäus, Pelé
  • ANGRIFF: Lionel Messi, Ronaldo, Cristiano Ronaldo

Brasiliens Ex-Nationaltrainer hat erneut Corona

In Brasilien wachsen die Sorgen um den ehemaligen Nationaltrainer Vanderlei Luxemburgo. Der 68-Jährige begab sich am Montag in ein Krankenhaus in Sao Paulo, nachdem er zum zweiten Mal positiv auf Corona getestet worden war. Bis zum Abend gab es vom Hospital Sirio Libanes kein offizielles Ärztegutachten.

Luxemburgo war erstmals Anfang Juli vom Virus infiziert, als er noch beim brasilianischen Erstligisten SE Palmeiras unter Vertrag stand. Weil er allerdings keine Symptome aufwies, begab er sich damals nur in häusliche Quarantäne. Trotz des Gewinns der Bundeslandes-Meisterschaft im August setzte ihn der Club im Oktober vor die Tür.

Brasiliens einziges Corona-freies Dorf
Brasiliens einziges Corona-freies Dorf

Am Montag trauerte Brasiliens Fußball zudem um Trainer Marcelo Veiga. Der 56-Jährige, der sich daheim auf Zweitliga-Niveau einen Namen gemacht hatte, verstarb nach einmonatigem Kampf an vom Coronavirus ausgelösten Komplikationen.

Serbien entlässt Nationaltrainer Tumbakovic

Ljubisa Tumbakovic ist nach eineinhalb Jahren nicht länger Trainer der serbischen Nationalmannschaft. Der nationale Verband FSS teilte am Montag mit, dass man den Vertrag in „beiderseitigem Einvernehmen“ beendet habe. „Wir wünschen ihm alles Gute“, hieß es in dem FSS-Statement. Der 68-Jährige hatte mit seinem Team die Qualifikation für die EM 2021 verpasst. Im entscheidenden Play-off-Spiel gegen Schottland hatte es eine Niederlage im Elfmeterschießen gegeben.

Der Verband werde sofort mit der Suche nach einem Nachfolger beginnen. Dieser steht vor der Aufgabe, sich mit Serbien für die WM 2022 in Katar zu qualifizieren. Dort trifft die Auswahl vom Balkan in der Gruppe A auf Europameister Portugal, Irland, Aserbaidschan und Luxemburg. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für die WM.

Russische Fans in Frankreich zu Haftstrafen verurteilt

Rund viereinhalb Jahre nach den EM-Ausschreitungen von Marseille hat ein südfranzösisches Gericht zwei gewalttätige russische Fußballfans zu Haftstrafen verurteilt: der eine erhielt drei Jahre, der andere zehn Jahre. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Montag unter Berufung auf Anwälte der Verurteilten berichtete, sitzen diese bereits seit 2018 in Untersuchungshaft. Eine Bestätigung des Urteils war vom Gericht in Aix-en-Provence zunächst nicht zu erhalten.

Die Männer wurden laut Agentur für schuldig befunden, im Juni 2016 am Rande des EM-Spiels England gegen Russland bei einem Angriff auf einen Briten beteiligt gewesen zu sein. Dieser sei schwer verletzt worden und immer noch behindert.

Bei den Zusammenstößen in der Mittelmeerstadt rund um das EM-Spiel waren nach damaligen Angaben 35 Menschen verletzt worden. 150 gut organisierte russische Hooligans waren beteiligt.