Geplanter Aufstieg

Golf-Club Treudelberg: Mit vollem Schwung in die Bundesliga

Florian Riedel (15) wurde in diesem Jahr Hamburger Jugendmeister aller Klassen und norddeutscher Meister der AK 16.

Florian Riedel (15) wurde in diesem Jahr Hamburger Jugendmeister aller Klassen und norddeutscher Meister der AK 16.

Foto: Tuchtfeld

Dank des starken Nachwuchses soll der Aufstieg in Angriff genommen werden. Drei Toptalente starten am Wochenende bei der Jugend-DM .

Hamburg. Manchmal fühlt sich Knut Baras wie ein Gärtner, der am Jahresbeginn säht, dann pflegt und hegt – und nun seine Pflänzchen in voller Pracht blühen sieht. „Am Anfang wurde ich etwas belächelt, aber jetzt trägt die Arbeit Früchte“, sagt der 62-Jährige. Und ja, er ist stolz auf diese Entwicklung. „Seine“ Jungs vom Golf-Club Treudelberg haben in diesem Jahr im männlichen Jugendbereich den Hamburger Golf Club Falkenstein distanziert. „Unglaublich“, sagt Baras, der für den Leistungssport verantwortliche Spielführer und Teamkapitän.

Fünf männliche Jugendliche aus Treudelberg haben sich für die deutschen Jugendmeisterschaften qualifiziert, die von Freitag an im Golfclub Hofgut Praforst bei Fulda (AK 14 und 16) sowie im Waldsee Golfressort (AK 18) ausgetragen werden. Florian Riedel, Kian König und Justin Wiehl (alle 15) spielen bei der AK 16, Luca Fischer (18) und Kai Zobel (17) haben sich für die AK 18 qualifiziert. Die Startberechtigung haben sie auf der norddeutschen Meisterschaft erspielt. Dabei räumten die „Blue Boys“ – so nennen sie sich in Anlehnung an ihre Vereinsfarben – insbesondere bei den bis 16-Jährigen ab: Riedel gewann den Titel vor Emil Albers (Hittfeld) und König, die gemeinsam Zweite wurden. Wiehl holte Bronze, der Medaillensatz war komplett.

Baras bläst zur Attacke

„Wir schicken im Bereich AK 16 und 18 mit Abstand die meisten Jungs zur DM“, sagt Baras stolz, „so viele hat kein anderer Hamburger Club am Start.“ Da wusste er noch nicht, dass die beiden Älteren wegen einer Meldepanne doch nicht auf der Startliste für die Meisterschaft standen, in die der Falkensteiner Tiger Christensen als Favorit geht. „Keine Ahnung, ob die Eltern etwas falsch gemacht haben oder der Verband“, grummelte Baras am Mittwochmorgen auf dem Weg nach Fulda. Die große Freude über den Cluberfolg war damit getrübt.

Treudelbergs Toptalente spielen bereits in der Herrenmannschaft, die vor zwei Jahren in die Zweite Bundesliga aufgestiegen ist und die Klasse überraschend souverän gehalten hat. Angesichts dieses Talentreservoirs bläst Baras zur Attacke: „Wir wollen in die Bundesliga aufsteigen und irgendwann um die deutsche Meisterschaft mitspielen.“

Das Abwerbespiel ist im Gange

Treudelbergs Topspieler ist der erst 19 Jahre alte Jan Nebe, der gerade Platz fünf bei der deutschen Einzelmeisterschaft im Herrenbereich erreicht hat und dort sein Handicap auf +3.4 verbesserte. Als Belohnung hat er eine Einladung zu einem Sichtungslehrgang für die Nationalmannschaft erhalten. Dann ist da noch Maximilian Breuell (20). Der Sohn des Treudelberger Jugendwartes Reinhard Breuell trumpfte in diesem Jahr bei der Hamburger Meisterschaft der Erwachsenen groß auf und gewann völlig überraschend den Titel.

Diese Erfolge fallen größeren Clubs auf, das Abwerbespiel ist im Gange. Mit einem Etat von etwa 150.000 Euro sind die Möglichkeiten in Hamburgs Norden vergleichsweise beschränkt. „Einige Jungs sind schon gefragt worden, ob sie sich vorstellen können zu wechseln“, erzählt Baras. In Treudelberg sind sie aber zuversichtlich, ihre Truppe zusammenhalten zu können: „Wir haben exzellente Trainingsbedingungen, in Mark Watkinson einen erstklassigen Trainer. Die Jungs sind auch alle miteinander befreundet. Ich sehe realistisch nicht, dass uns einer verlassen könnte.“