Bundesliga

Gladbach in der Champions League, Werner-Abschied mit Rekord

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Jonas Hofmann stellte früh die Weichen für Gladbachs Einzug in die Champions League.

Jonas Hofmann stellte früh die Weichen für Gladbachs Einzug in die Champions League.

Foto: AFP

Dortmund geht derweil nach einer indiskutablen Leistung zu Hause gegen Hoffenheim unter. Lewandowski holt die Torjägerkanone.

Borussia Mönchengladbach hat das Fernduell um die Champions League gegen Bayer Leverkusen für sich entschieden. Die Fohlen-Elf gewann 2:1 (1:0) gegen Hertha BSC und beendete die Saison als Vierter. Dem Fünften Leverkusen reichte auch ein 1:0 (1:0) gegen den 1. FSV Mainz 05 nicht zum Sprung in die Königsklasse.

Wie Bayer direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert ist die TSG 1899 Hoffenheim, die 4:0 (2:0) bei Borussia Dortmund gewann. Die Leistung des BVB grenzte allerdings an Arbeitsverweigerung. Der VfL Wolfsburg unterlag 0:4 (0:2) gegen den neuen Meister FC Bayern und muss als Siebter in die Europa-League-Qualifikation.

Der FC Schalke beendete die Saison mit einem abermals enttäuschenden Auftritt beim 0:4 (0:2) in Freiburg und dem 16. sieglosen Spiel in Serie. RB Leipzig bleibt nach einem 2:1 (1:0) beim FC Augsburg Dritter und feiert Rekordmann Timo Werner. Der bereits als Absteiger feststehende SC Paderborn unterlag bei Eintracht Frankfurt 2:3 (0:2).

Rekord für Werner zum Abschied

Werner hat sich zum Abschied bei Leipzig noch einen Rekord gesichert. Mit seinem Treffer in der 28. Minute zur 1:0-Führung in Augsburg erzielte der Nationalstürmer seinen 94. Treffer für die Sachsen und übertraf somit den bisherigen Rekordmann Daniel Frahn um einen Treffer. Dann schraubte Werner mit seinem Tor in der 80. Minute zum 2:1 die Bestmarke auf 95 Treffer.

Zugleich egalisierte er eine Bestmarke von Jupp Heynckes: Seine beiden Tore waren die Auswärtstreffer 16 und 17 in dieser Saison. Eine solche Torausbeute in der Fremde war nach Liga-Angaben bislang nur Heynckes in der Saison 1973/74 gelungen.

„Ich glaube, dass Timo unheimlich viel für uns geleistet hat in den letzten Jahren und gerade auch in dieser Saison, von daher ist es auch der Abschied, der ihm gebührt“, sagte Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche.

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Nächste Torjäger-Kanone für Lewandowski

Robert Lewandowski hat sich standesgemäß zum fünften Mal zum Torschützenkönig der Bundesliga gekürt. Der Bayern-Angreifer steuerte zum Abschluss einer herausragenden Saison beim 4:0 (2:0) gegen den VfL Wolfsburg einen Treffer bei. Mit 34 Toren ist Lewandowski die klare Nummer eins. Platz zwei belegt Werner mit 28 Toren.

Der 31 Jahre alte Pole dokumentierte erneut seine Ausnahmestellung, auch wenn er den Allzeitrekord von Gerd Müller mit 40 Toren in der Saison 1971/72 nicht erreichte. Lewandowski hatte nicht nur auf dem Platz in dieser Saison Grund zur Freude. Anfang Mai kam Laura, seine zweite Tochter, zur Welt. Deren Schwester Klara ist bereits drei Jahre alt. „Das ist immer schön, wenn du das Glück hast, ein Kind zu bekommen. Das ist das Schönste im Leben“, sagte der Stürmer nach dem Jubel über einen seiner zahlreichen Tor-Glücksmomente.

Nach dem Gewinn der Torjägerkrone in der Saison 2013/14 als Stürmer von Borussia Dortmund war Lewandowski auch in den Spielzeiten 2015/16, 2017/18, 2018/19 und nun 2019/20 jeweils der Beste. Öfter als Lewandowski gewann nur Gerd Müller. Der „Bomber“ war gleich siebenmal erfolgreich. Diese Marke könnte Lewandowski überbieten, sein Vertrag beim deutschen Rekordmeister läuft noch bis 2023.

BVB-Leistung grenzt an Arbeitsverweigerung

Die Profis der TSG Hoffenheim zelebrierten den unerwarteten Erfolg wie eine Meisterschaft. Die Spieler aus dem Kraichgau tanzten im Mittelkreis, schwenkten ihre Trikots und sangen vom Europapokal. Zu diesem Zeitpunkt waren die Stars von Borussia Dortmund nach dem peinlichen 0:4 (0:2) gegen die TSG schon längst in der Katakomben verschwunden – nach 90 Minuten Arbeitsverweigerung im Signal Iduna Park!

„Das sind die kleinen Spiele, die Punkte, die uns am Ende immer fehlen. Bayern hat diese absolute Winner-Mentalität. Wir nicht“, resümierte BVB-Keeper Roman Bürki bei Sky. Er traf den Nagel auf den Kopf, denn es war in dieser Saison deutlich mehr drin für die Schwarz-Gelben.

Andrej Kramaric war als Viererpacker der Mann des Tages aufseiten der Gäste. Er bescherte den Kraichgauern den direkten Sprung in die Europa-League-Gruppenphase. Dank der Treffer des kroatischen Vizeweltmeisters schob sich Hoffenheim noch am VfL Wolfsburg auf den sechsten Platz vorbei. „Ein wunderbares Gefühl. Das passiert einem nicht so häufig. Ich bin stolz auf meine Jungs“, betonte Kramaric bei Sky.

Kramaric nutzte die Unordnung in der umformierten Dortmunder Defensive mit einem frühen Rechtsschuss (8.), später legte er ohne nennenswerte Gegenwehr seine Saisontreffer Nummer zehn, elf und zwölf (30./48./50., Foulelfmeter) nach.

( dpa/sid/HA )