Fußball

Düsseldorf steigt zum sechsten Mal aus der Bundesliga ab

Trotz der 15 Saisontore von Rouwen Hennings steigt Fortuna Düsseldorf am Ende in die Zweite Liga ab.

Trotz der 15 Saisontore von Rouwen Hennings steigt Fortuna Düsseldorf am Ende in die Zweite Liga ab.

Foto: Maja Hitij/Getty Images

Fortuna Düsseldorf hat alles verspielt. Zwei Punkte und vier Tore Vorsprung auf Werder Bremen reichten nicht.

Berlin. Mutlos, kraftlos – Zweitligist! Uwe Rösler war schon mit hängendem Kopf auf dem Weg in den Keller der Alten Försterei. Dann drehte der Trainer noch einmal um und tröstete seine traurig auf dem Rasen hockenden Abstiegs-Spieler. Fortuna Düsseldorf steigt nach einem maßlos enttäuschenden Bundesliga-Finale in die Zweite Liga ab.

Röslers Mannschaft verspielte beim 1. FC Union Berlin mit einem viel zu ängstlichen Auftritt ihre bessere Ausgangslage im Vergleich zu Werder Bremen und rutschte durch das 0:3 (0:1) doch noch auf den 17. Tabellenplatz ab. 25:11 Torschüsse reichten der Fortuna am Ende, denn die Abschlüsse waren meistens zu harmlos.

Düsseldorf: "Große Leere" nach Abstieg

"Es tut mir unglaublich leid für unsere Fans", sagte Düsseldorfs Coach Rösler. "Wir waren immer am Limit. Und deshalb bin ich unglaublich stolz auf die Spieler. Das habe ich ihnen auch schon gesagt. Nun verspüren aber alle eine unheimliche Leere." Eine Aussage, die Abwehrchef Kaan Ayhan wiederholte.

„Im Moment ist eine große Leere in den Köpfen“, sagte Ayhan, der vor dem 0:2 patzte. „Wir haben es in den letzten Wochen und Monaten liegen lassen, nicht nur heute.“ Der türkische Nationalspieler haderte vor allem mit der Offensive: „Ich hatte das Gefühl, wir hätten noch zwei Stunden spielen können und es passiert nichts“, meinte Ayhan.

Auch Mittelfeldspieler Adam Bodzek tat sich schwer, die richtigen Worte zu finden. „Wir haben schon versucht, an uns zu glauben“, sagte er, „aber es ist natürlich zu wenig. Es ist ein Scheiß-Gefühl.“ Sportvorstand Uwe Klein sprach von einem „richtigen Tiefschlag“.

Sechster Abstieg für Düsseldorf

Der frühere Bremer Anthony Ujah (26. Minute), Christian Gentner (54.) und Suleiman Abdullahi (89.) erzielten am Sonnabend in Stadion An der Alten Försterei die Tore für die Eisernen, die nach dem bereits gesicherten Klassenverbleib einen versöhnlichen Saisonausklang feierten und nach Punkten sogar noch zu Lokalrivale Hertha BSC aufschlossen.

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Düsseldorf muss hingegen nach einer Saison mit vielen verpassten Chancen zum insgesamt sechsten Mal den Gang in die 2. Bundesliga antreten. Wie beim letzten Absturz vor sieben Jahren rutschte die Fortuna erst am letzten Spieltag auf einen direkten Abstiegsplatz. Zwei Punkte und vier Tore Vorsprung auf Werder reichten diesmal nicht, um wenigsten den Relegationsrang zu verteidigen.

„Wir wollen das Spiel gewinnen, dann sind wir nicht abhängig von anderen Resultate“, hatte Rösler vor dem Anpfiff die Maxime ausgegeben. Entsprechend mutig mit einem Dreier-Angriff um Torgarant Rouwen Hennings und den Ex-Unioner Steven Skrzybski neben Kenan Karaman trat Düsseldorf in Berlin-Köpenick an. „Ich bin ein Trainer, der gerne nach vorne spielen lässt“, sagte Rösler, der nun erstmals in seiner Trainer-Karriere eine Klasse runter muss.

Düsseldorf: Mit Angst in Liga zwei

Die Angst vor dem Absturz war schnell greifbar. Erik Thommy spielte einen Freistoß aus dem Halbfeld früh zurück Richtung eigenes Tor. Hennings, im gegnerischen Strafraum postiert, fand das sichtlich gar nicht gut. Eine erste Torannäherung gab es bei einem Kopfball von Kaan Ayhan (12.), den Gentner einen Meter vor der Linie per Kopfball abwehrte. Karamans gelöffelter Schuss (16.) ging am Tor vorbei. Insgesamt fehlte aber die große Zielstrebigkeit.

Wie effektiv Union bei Standards sein kann, musste die Fortuna dann bitter erfahren. Einen Schuss von Joshua Mees nach einer Ecke lenkte der gut postierte Ujah durch die Beine von Fortuna-Schlussmann Florian Kastenmeier zur Führung ins Tor. Weiteres Pech der Gäste: Mathias Jörgensen verletzte sich in der Szene in einem Zweikampf mit Keven Schlotterbeck. André Hoffmann rückte für ihn in die Abwehr.

Union-Fans jubeln vor dem Stadion

Union – erneut von zahlreichen Fans von außerhalb des Stadions lautstark angefeuert – reduzierte daraufhin die eigenen Offensivaktionen. Düsseldorf konnte aus dem Übergewicht bis zur Halbzeit keine einzige gefährliche Tormöglichkeit herausspielen. Grischa Prömel (45.) hätte dies beinahe bestraft. Kastenmeier lenkte dessen Schuss gerade noch um den Pfosten.

Erst in der Halbzeit wollte Rösler das Ergebnis aus Bremen erfahren, hatte er vor dem Spiel gesagt. Die Kunde vom zwischenzeitlichen 3:0 an der Weser war schwer zu verkraften für die Fortuna. Jetzt war man auf einem Abstiegsplatz. Und das Spiel lief in gleicher Manier weiter. Düsseldorf war technisch und spielerisch überlegen, aber gar nicht konsequent im Strafraum.

Ganz anders Union. Die erste Chance im zweiten Abschnitt nutzte Gentner nach einem Ayhan-Fehler zum 2:0. Von diesem Nackenschlag erholte sich Düsseldorf nicht mehr, auch wenn die Fortuna im Endspurt noch einmal den Druck erhöhte und zu einigen Chancen kam. Auch Hennings hatte kein Schuss-Glück, Markus Suttner (69.) traf Sekunden später nur die Latte. Anders Abdullahi für Union, der mit seinem ersten Bundesligator den Endstand herstellte.

Die Statistik

Union: Gikiewicz - Trimmel, Friedrich, Schlotterbeck, Reichel - Kroos (61. Malli), Prömel (66. Becker) - Bülter (81. Parensen), Gentner, Mees (62. Schmiedebach) - Ujah (61. Abdullahi). - Trainer: Fischer

Düsseldorf: Kastenmeier - Ayhan, Jörgensen (29. Andre Hoffmann), Gießelmann (62. Suttner) - Stöger, Bodzek (62. Morales) - Matthias Zimmermann, Thommy - Skrzybski (62. Kownacki), Hennings, Karaman (73. Zimmer). - Trainer: Rösler

Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)

Tore: 1:0 Ujah (26.), 2:0 Gentner (54.), 3:0 Abdullahi (90.)

Torschüsse: 11:25

Ecken: 6:10

Ballbesitz: 45:55 %