Bundesliga

Aufsteiger VfB Stuttgart verfolgte heimlich den HSV

Schwäbische Freudentänzchen – und VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo mittendrin. Stuttgart ist der Bundesliga-Aufstieg praktisch nicht mehr zu nehmen.

Schwäbische Freudentänzchen – und VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo mittendrin. Stuttgart ist der Bundesliga-Aufstieg praktisch nicht mehr zu nehmen.

Foto: Imago/Pressefoto Baumann

Die Schwaben sind nach dem Kantersieg gegen Nürnberg praktisch aufgestiegen. Mit einem Auge schielte der VfB stets nach Heidenheim.

Nürnberg. Zweitligist VfB Stuttgart ist die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga kaum noch zu nehmen. Die Schwaben behaupteten dank eines 6:0 (3:0) beim fehlerhaften 1. FC Nürnberg den zweiten Tabellenplatz und können im Saisonfinale nur noch theoretisch auf den dritten Platz zurückfallen.

Der 1. FC Heidenheim auf Rang drei hat nach dem 2:1-Sieg gegen den HSV drei Punkte weniger auf dem Konto und besitzt ein um elf Treffer schwächeres Torverhältnis.

"Es war schon interessant zu wissen: Wie steht's in der anderen Partie? Ist jedes Tor wichtig oder nicht?", sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo bei Sky angesichts der Heidenheimer Partie gegen Hamburg, in der die Gäste lange führten und es dann bis zur letzten Sekunde unentschieden gestanden hatte: "Und deswegen haben wir weiter gemacht. Jedes Tor war wichtig, am Ende steht's 6:0 für uns."

Silas Wamangituka (11.), Atakan Karazor (26., 64.), Sasa Kalajdzic (41.) und Nicolas Gonzalez (52., 76.) besserten die Stuttgarter Tordifferenz in der Tat deutlich auf.

VfB-Bank verfolgt HSV heimlich bei Sky

"Es war die Wunschvorstellung, dass wir gewinnen und Heidenheim gewinnt", sagte VfB-Profi Philipp Klement: "Es war der optimale Verlauf." Und Matarazzo gestand: "Wir haben heimlicherweise auch Sky Go auf der Bank gehabt." So habe er schließlich den späten Heidenheimer Siegtreffer gegen den HSV live miterlebt.

"Ich muss mich erstmal sortieren", sagte der Trainer später, während Klement schon in Aufstiegslaune war. "Heute ist feiern erlaubt. Wir wissen aber, dass noch ein Spiel ist. Die große Sause soll dann am kommenden Sonntag stattfinden."

"Es ist zwar rechnerisch noch möglich. Aber den heutigen Tag können wir genießen und ein bisschen feiern", sagte VfB-Offensivspieler Sasa Kalajdzic bei Sky und fügte an: "Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft. Es waren Höhen und Tiefen in dieser Saison, aber am Ende war es souverän und dominant."

Bundesliga-Absteiger Nürnberg droht dagegen auf Platz 15 weiter der ungebremste Absturz in die 3. Liga: Vor dem 34. Spieltag ist die Mannschaft von Jens Keller noch nicht gerettet, der Vorsprung auf den Relegationplatz beträgt zwei Punkte.

Wamangituka lässt Mathenia keine Chance

Beide Teams hatten zuletzt Kantersiege eingefahren – Nürnberg siegte 6:0 bei Wehen Wiesbaden, der VfB 5:1 gegen den SV Sandhausen. Und auch die Partie im Max-Morlock-Stadion startete furios: Georg Margreitter verlor in den Nürnberger Innenverteidigung den Ball gegen den störenden Wamangituka, der FCN-Schlussmann Christian Mathenia keine Chance ließ.

Der VfB, der zunächst ohne die Ex-Nationalspieler Mario Gomez und Holger Badstuber angetreten war, kontrollierte anschließend die Begegnung. Im Anschluss an eine Ecke nahm Karazor die nächste Einladung der Gäste an und stocherte den Ball nach einer Ecke aus kürzester Distanz über die Linie.

Es blieb ein einseitiges Spiel. Die Nürnberger setzten kaum Nadelstiche und produzierten selbst schlimme individuelle Fehler. Die Gäste nutzten diese eiskalt.