Fußball-Ticker

Holstein Kiel siegt 2:0 über Dresden und bleibt zweitklassig

Lesedauer: 26 Minuten
Die Spieler von Holstein Kiel feiern den 2:0-Sieg gegen Dynamo Dresden.

Die Spieler von Holstein Kiel feiern den 2:0-Sieg gegen Dynamo Dresden.

Foto: Frank Molter/dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Donnerstag, den 18. Juni 2020:

2:0 über Schlusslicht Dresden: Holstein Kiel bleibt zweitklassig

Holstein Kiel spielt auch in der nächsten Saison in der 2. Fußball-Bundesliga. Die Norddeutschen holten den rechnerisch noch fehlenden Punkt am Donnerstagabend mit einem 2:0 (1:0)-Heimsieg über den Tabellenletzten Dynamo Dresden. Emmanuel Iyoha (45.+1 Minute) und Lion Lauberbach (80.) erzielten die Tore für die „Störche“, die zwei Spieltage vor Schluss neun Punkte Vorsprung auf den Tabellen-16. Karlsruher SC haben.

Im ersten Spiel ohne Cheftrainer Ole Werner, der aus privaten Gründen bis zum Saisonende nicht mehr zur Verfügung stehen wird, fanden die Hausherren nur schwer ins Spiel. Nach einem Patzer von Jonas Meffert drohte nach zehn Minuten sogar ein Rückstand, aber Holstein-Torhüter Ioannis Gelios war auf dem Posten und parierte den Distanzschuss von Dresdens Mittelfeldspieler Ondrej Petrak stark.

Obwohl Spielmacher Jae-Sung Lee nach auskurierter Leistenverletzung wieder in der Startelf stand, war vom Offensivdrang der „Störche“ kaum etwas zu sehen. Klare Torchancen gab es zunächst kaum. Dann aber kam Iyoha. Der Rechtsaußen traf von der linken Strafraumgrenze mit einem straffen Schuss zur unerwarteten Führung. Für den von Fortuna Düsseldorf ausgeliehenen Angreifer war dies bereits der neunte Saisontreffer. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste nach der Gelb-Roten Karte für Jannik Müller (39.) bereits nur noch zu zehnt.

In Überzahl waren die Hausherren nach dem Wiederanpfiff drückend überlegen, ohne die kompakte Dresdner Defensive jedoch ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Reese scheiterte in der 70. Minute am herausragenden Dynamo-Keeper Kevin Broll. Erst der eingewechselte Lauberbach machte den fünften Kieler Heimsieg nach einem krassen Fehler von Dresdens Innenverteidiger Kevin Ehlers perfekt.

Arminia Bielefeld ist Zweitliga-Meister

Arminia Bielefeld darf nach dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga auch die Zweitliga-Meisterschaft feiern. Die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus gewann am Donnerstag gegen Darmstadt 98 mit 1:0 (0:0) und ist zwei Spiele vor Schluss nicht mehr von Rang eins zu verdrängen. Manuel Prietl (52.) sorgte für den Sieg der Arminia, die damit seit Einführung des eingleisigen Unterbaus zum zweiten Mal nach 1999 den Titel holt.

Der bereits achte Bundesliga-Aufstieg der Bielefelder stand bereits seit vergangenem Dienstag fest, gegen Darmstadt blieb das Team nun zum 14. Mal in Serie ungeschlagen. Die bisher letzte Niederlage kassierten die Ostwestfalen kurz vor Weihnachten beim FC St. Pauli (0:3).

Nach dem feststehenden Aufstieg veränderte Neuhaus seine Mannschaft am Donnerstag auf gleich fünf Positionen, so stand auch Toptorjäger und Kapitän Fabian Klos erstmals seit dem neunten Spieltag im Oktober nicht in der Startelf.

Beide Teams lieferten sich dann eine ausgeglichene erste Hälfte mit Chancen auf beiden Seiten. Die vermeintliche Darmstädter Führung durch Serdar Dursun (36.) wurde wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt, kurz nach der Pause (50.) scheiterte der Stürmer aus zehn Metern an Arminia-Torwart Stefan Ortega. Augenblicke später war Prietl auf der anderen Seite erfolgreich. Auch in der Folge blieb Darmstadt aber gefährlich.

Vor Restart: Russisches Erstligateam in Corona-Quarantäne

Beim russischen Fußball-Erstligisten FK Rostow stehen sechs Spieler unter Verdacht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Die Mannschaft wurde komplett für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt.

Am Freitag sollte Rostow zum Restart der russischen Meisterschaft bei FK Sotschi antreten. Die Mannschaft aus Rostow kann vorläufig nicht am Spielbetrieb teilnehmen, wann dies wieder möglich ist, kann zurzeit nicht beantwortet werden. Denn auch an Training ist derzeit nicht zu denken.

In Russland sind mehr als 560.000 Personen an COVID-19 erkrankt, bislang wurden über 7600 Tote verzeichnet.

Man-City-Profi Garcia verlässt Krankenhaus

Der spanische Fußball-Profi Eric Garcia vom englischen Meister Manchester City hat nach seinem schweren Zusammenprall das Krankenhaus verlassen. „Eric wird in den kommenden Tagen beobachtet werden, bevor er wieder am Training und Wettkampf teilnehmen kann“, teilten die Citizens bei Twitter mit. Welche Diagnose beim 19-Jährigen gestellt wurde, schrieb ManCity nicht.

Garcia war am Mittwoch beim Restart der Premier League im Spiel gegen den FC Arsenal (3:0) mit City-Torwart Ederson zusammengeprallt und regungslos auf dem Rasen liegen geblieben. Erst nach minutenlanger Behandlung war er mit einer Trage vom Feld und anschließend zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht worden.

AC Mailand verhandelt mit Rangnick

Der italienische Renommierclub AC Mailand forciert offenbar die Verhandlungen mit Ex-Bundesliga-Coach Ralf Rangnick (61). Laut Sky Sport traf Milans Geschäftsführer Ivan Gazidis den ehemaligen Leipziger Trainer und Sportdirektor, der schon seit Monaten als Ersatz für Milans Trainer Stefano Pioli in der kommenden Saison im Gespräch ist, in Salzburg.

Dabei soll vor allem über Spielertransfers und über das Budget, das der Club in neue Profis investieren soll, diskutiert worden sein. Wegen Differenzen um Rangnick hatte Milan im März den kroatischen Manager Zvonimir Boban gefeuert. Auch Vereinsikone Paolo Maldini, der als Technischer Direktor fungierte, hatte sich klar gegen eine Verpflichtung Rangnicks ausgesprochen.

Hannover 96 beruft Geschäftsführer Bremer ab

Björn Bremer ist nicht mehr Geschäftsführer bei Hannover 96, bleibt dem Verein aber erhalten. „Im Zuge der Neuausrichtung ist Björn Bremer bei Hannover 96 zum 15. Juni als Geschäftsführer abberufen worden“, heißt es in einer Mitteilung des Fußball-Zweitligisten am Donnerstag. „Er wird zukünftig andere Aufgaben bei Hannover 96 wahrnehmen.“

Welche Aufgaben das genau sind, wurde zunächst nicht bekannt. Bremer war neben Martin Kind zweiter Geschäftsführer der 96-Profifirma Sales & Service und ist seit 2011 bei Hannover tätig.

Ex-Werder-Boss Lemke über schwachen BVB: „Geschmäckle“

Der frühere Werder-Manager Willi Lemke hat den Auftritt von Borussia Dortmund bei der Niederlage gegen den Bremer Abstiegskampf-Konkurrenten FSV Mainz 05 kritisiert. „Das hat ein Geschmäckle gehabt“, sagte der 73-Jährige in dem Podcast „Die NDR-2-Bundesligashow“. „Dortmund war einfach schwach und hat gespielt, als wenn sie sich gesagt hätten: Ist doch kein Problem, wenn wir nicht 100 Prozent liefern. Das hat es anderweitig auch schon gegeben. Aber für uns ist das sehr bitter. Das erschwert uns die Situation sehr.“

Als Tabellenvorletzter haben die Bremer vor den letzten beiden Spieltagen einen Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz und sechs Punkte Rückstand auf den ersten direkten Nichtabstiegsplatz. Nächster Gegner ist am Sonnabend der Tabellen-15. Mainz. Sollte Werder dieses Spiel verlieren und der Tabellen-16. Fortuna Düsseldorf gleichzeitig den FC Augsburg schlagen, wäre der Abstieg aus der Bundesliga schon vor dem letzten Spieltag nicht mehr zu verhindern.

„Jetzt braucht es schon ein etwas größeres Wunder. Wir können es nicht mehr aus eigener Kraft schaffen, das ist das Furchtbare“, sagte Lemke, der von 1981 bis 1999 Manager und von 1999 bis 2016 Mitglied des Aufsichtsrats bei Werder war. „Ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass wir aus den beiden Spielen gegen Mainz und Köln sechs Punkte holen werden. Aber die anderen spielen auch noch mit, und es kann eben sein, dass uns diese sechs Punkte letztendlich gar nicht reichen. Nachdem wir uns gegen Bayern München so gut geschlagen und auch gegen Paderborn eine sehr gute Leistung gezeigt haben, ist das jetzt sehr frustrierend.“

Keine Distanz: Feiernde Napoli-Fans machen Ärger

Soziale Distanz sieht anders aus: Beim Pokalsieg des SSC Neapel drängelten sich in der süditalienischen Stadt am späten Mittwochabend Menschenmassen zum Feiern auf Straßen und Plätzen. Eigentlich gelten in Italien wegen der Corona-Gefahr noch strenge Abstandsregeln. Doch im Freudenrausch über den 4:2-Sieg im Elfmeterschießen gegen Juventus Turin vergaßen dann doch etliche Fans alle Warnungen.

Von einem „unglücklichen“ Schauspiel sprach Ranieri Guerra von der Weltgesundheitsorganisation WHO am Donnerstag im Sender Rai. „Es tut weh, solche Bilder zu sehen.“ Man könne von Glück reden, dass die Feier in Neapel und nicht in Norditalien stattgefunden habe. Dort grassierte das Coronavirus im Gegensatz zum Süden sehr stark. Neapels Bürgermeister Luigi de Magistris sagte dagegen: „Gestern Abend hat die Ansteckung der Freude gewonnen.“

Als ein Grund für die dramatische Ausbreitung des Virus in Norditalien gilt auch das Fußballspiel Atalanta Bergamo gegen Valencia, nach dem Zehntausende Fans aus Bergamo die ganze Nacht gefeiert hatten. Bergamo war danach einer der Hotspots in der Krise. Die Serie A geht nach der langen Corona-Pause am Sonnabend weiter.

Leverkusen holt Ex-Werder-Manager Eichin als Nachwuchsleiter

Der frühere Bundesliga-Manager Thomas Eichin wird zum 1. Juli Nachwuchs-Leiter bei Bayer Leverkusen. Der 53-Jährige wird in dieser Funktion laut Club „die Verantwortung über das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) mit allen U-Mannschaften tragen“. Zudem obliege ihm „der Aufbau der Trainerakademie sowie das Management der Frauen-Bundesligamannschaft und der dazugehörigen Abteilung“.

Eichin spielte als Profi für Borussia Mönchengladbach und den 1. FC Nürnberg. Von 2001 bis 2013 war er Geschäftsführer des Eishockey-Clubs Kölner Haie, danach drei Jahre Geschäftsführer beim Bundesligisten Werder Bremen sowie Geschäftsführer und Sportdirektor bei 1860 München. Zuletzt war er Geschäftsführer einer Beratungs-Agentur.

„Thomas hat als Spieler und Vereinsmanager im Fußballbusiness sehr viel Erfahrung auf höchstem Niveau sammeln können“, sagte Sportdirektor Simon Rolfes: „Er teilt überdies unser ehrgeiziges Ziel, Bayer 04 im Jugendbereich auf ein neues Niveau zu heben, modern aufzustellen und national wie international als Topadresse zu etablieren.“ Der bisherige Leiter des NLZ, Helmut Jungheim, übernimmt die neu geschaffene Position des Chefausbilders der Trainerakademie.

Wegen Corona: UEFA lockert Finanzregeln

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat die Finanzvorschriften für die Clubs aufgrund der Coronakrise ein wenig gelockert. Nach einer Videokonferenz des Exekutivkomitees am Donnerstag teilte der Verband mit, dass unter anderem die Bewertung des Finanzjahres 2020 um eine Saison verschoben und gemeinsam mit dem Jahr 2021 erfolgen wird.

Die Maßnahmen hätten das Ziel, „den Klubs mehr Zeit zu geben, unvorhergesehene Einnahmeausfälle zu beziffern und entsprechend zu berücksichtigen“, hieß es in einer Mitteilung der UEFA. Zudem soll den Vereinen die Möglichkeit eingeräumt werden, „die negativen Auswirkungen der Pandemie zu neutralisieren“.

UEFA beruft Sasic in Kontrollkammer

Die frühere Nationalspielerin Celia Sasic hat einen neuen Posten bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA). Die 31-Jährige wurde in die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer berufen. Das gab der Verband am Donnerstag bekannt.

Die gebürtige Bonnerin Sasic hat in 111 Länderspielen 63 Tore erzielt. Mit der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) holte sie 2009 und 2013 den EM-Titel sowie Olympia-Bronze 2008. Beim DFB ist Sasic in die Vorbereitungen auf die EM-Endrunde 2024 eingebunden.

Fahrplan für WM-Qualifikation steht

Die europäische Qualifikation zur WM 2022 in Katar beginnt mit zehn Gruppen im November 2021. Gespielt wird in fünf Gruppen mit je fünf Nationen sowie fünf mit je sechs Teilnehmern, wie die Europäische Fußball-Union am Donnerstag mitteilte. Die zehn Gruppensieger sind direkt für die Endrunde vom 21. November bis zum 18. Dezember qualifiziert.

Die zehn Gruppenzweiten sowie zwei noch nicht qualifizierte Gruppensieger aus der Nations League spielen in Play-offs im März 2022 die weiteren drei europäischen Teilnehmer aus. Die Auslosung, deren Termin noch offen ist, erfolgt aus sechs Töpfen, eingeteilt nach der Rangliste des Weltverbands FIFA.

Freiburg verlängert mit Abrashi

Mittelfeldspieler Amir Abrashi bleibt beim SC Freiburg. Das teilte der badische Fußball-Bundesligist am Donnerstag mit, machte aber wie gewohnt keine Angaben zur Vertragslaufzeit. Der Nationalspieler von Albanien spielt seit 2015 für die Breisgauer und kommt bislang auf 91 Einsätze. Aufgrund eines Kreuzbandrisses im Frühjahr 2018 hatte Abrashi elf Monate pausieren müssen.

„Die Energie, die er auf und neben dem Platz zeigt, ist für unsere Mannschaft und ihr Gefüge sehr wichtig“, sagte Sportdirektor Klemens Hartenbach über den 30-Jährigen.

UEFA schlägt einheitliche Transferperiode vor

Als Folge der Verzögerungen durch die Corona-Pandemie hat die Europäische Fußball-Union (UEFA) seine Mitgliedsverbände dazu aufgerufen, das bevorstehende Transferfenster bis zum 5. Oktober zu verlängern. Das teilte die UEFA am Donnerstag nach einer Videokonferenz des Exekutivkomitees mit.

Dabei wurde unter anderem beschlossen, dass Spieler bis zum 6. Oktober für die Gruppenphasen der UEFA-Clubwettbewerbe registriert werden können. Die UEFA sieht es deshalb als sinnvoll an, ein gemeinsames Enddatum für Transfers zu bestimmen. In der Bundesliga endet die Transferperiode im Sommer üblicherweise Ende August oder Anfang September.

Neuer Bundesligaball wird bunter

Der Fußball wird bunter – zumindest beim Design. Im Gegensatz zu den zurückliegenden beiden Spielzeiten setzt die Firma Derbystar, die den offiziellen Spielball der Bundesliga und der 2. Liga produziert, für die Saison 2020/21 auf die Gestaltung in zwei auffälligen Farben.

Neben der optischen Neugestaltung soll eine 3D-Struktur auf der Materialoberfläche für eine noch stabilere Flugbahn und eine präzise Ballkontrolle sorgen. Durch die weißen „Panels“ ist der Spielball besonders bei LED-Licht für Spieler und Zuschauer gut sichtbar.

Derbystar stellt seit der Spielzeit 2018/19 den offiziellen Spielball her. Die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und der Traditionsmarke ist zunächst bis 2021/22 angelegt.

Werner-Wechsel von Leipzig zu Chelsea perfekt

Der Wechsel von Nationalspieler Timo Werner von RB Leipzig zum FC Chelsea ist offenbar perfekt. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung hat der 24-Jährige beim Club aus der englischen Premier League einen Vertrag bis 2025 unterschrieben und soll mehr als zehn Millionen Euro pro Jahr verdienen. Durch die Ausstiegsklausel in Werners eigentlich bis 2023 laufendem Vertrag erhält Leipzig eine Ablöse von 53 Millionen Euro.

Der Stürmer war 2016 für 14 Millionen Euro von Stuttgart zu RB gewechselt. Für Leipzig wird Werner noch zweimal in der Bundesliga auflaufen. Ob der Angreifer im August für das Viertelfinale der Champions League zur Verfügung steht, ist noch offen. Zuletzt wurde kolportiert, dass Werner auf das vom 12. August an ausgetragene Blitzturnier in Lissabon verzichten wolle.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie hier.

Hertha mit Zeefuik einig – Kampf um Ablöse

Hertha BSC und der niederländische U-21-Nationalspieler Deyovaisio Zeefuik haben einem Bericht des „Kicker“ (Donnerstag) zufolge eine Einigung über einen Wechsel erzielt. Der 22 Jahre alte Rechtsverteidiger wolle nach Berlin, entweder in diesem Sommer oder dann ablösefrei 2021, schrieb das Magazin.

Die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten aus Berlin sollen bereit sein, rund drei Millionen Euro für Zeefuik zu zahlen. Sein aktueller Verein FC Groningen fordert aber laut „Kicker“ das Doppelte. Dem Vernehmen nach seien die Verhandlungen derzeit eher festgefahren.

Man Citys Garcia nach Kollision im Krankenhaus

Eric Garcia vom englischen Fußballmeister Manchester City ist nach seinem schweren Zusammenstoß mit Teamkollege Ederson zur Beobachtung im Krankenhaus. Der erst 19-jährige Abwehrspieler hatte am Mittwochabend beim 3:0-Sieg gegen den FC Arsenal eine Kopfverletzung erlitten. Keeper Ederson hatte ihn kurz vor Spielschluss bei einer Abwehraktion aus Versehen, aber mit voller Wucht umgerannt. Garcia blieb benommen liegen und musste dann auf einer Trage mit Halskrause und Sauerstoffmaske vom Feld getragen werden.

„Wir sind natürlich besorgt um Eric“, sagte Coach Pep Guardiola. „Er ist bei Bewusstsein, aber er wird getestet, weil ein Treffer am Kopf immer so gefährlich ist. Ich denke, nach dem, was passiert ist, könnte er für ein oder zwei Nächte im Krankenhaus bleiben müssen.“

„Ich wünsche Eric eine baldige Genesung! Gute Besserung, mein Freund“, twitterte der vom FC Bayern umworbene Nationalspieler Leroy Sané, der nach langer Verletzungspause zwar auf der City-Bank saß, aber noch nicht zu seinem ersten Einsatz in dieser Premier-League-Saison kam.

Raheem Sterling (45.+2), Kevin De Bruyne per Strafstoß (51. Minute) und Phil Foden (90.+1) trafen im Etihad-Stadion zum verdienten Sieg im ersten Premier-League-Spiel nach der fast 100-tägigen Coronavirus-Pause.

Manchester City –FC Arsenal: die Höhepunkte

Guardiola wird beim Thema Rassismus emotional

Startrainer Pep Guardiola hat sich mit emotionalen Worten gegen Rassismus und Diskriminierung von Schwarzen ausgesprochen. „Wir sollten tausend Millionen Nachrichten an die schwarzen Menschen schicken. Seit mehr als 400 Jahren tun wir das diesen liebevollen Menschen an“, sagte der Spanier nach dem 3:0-Sieg seines Teams Manchester City gegen den FC Arsenal zu Sky UK: „Ich bin beschämt darüber, was die weißen Menschen den Schwarzen angetan haben.“

Beim Restart der Premier League waren Spieler und Trainer aller vier am Mittwoch im Einsatz befindlichen Teams vor dem Anpfiff auf die Knie gegangen, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. „Wie kommen die Leute darauf, dass sie anders sind, nur weil man mit einer anderen Hautfarbe geboren ist? All diese Gesten sind gut und positiv. Alles, was wir tun, um klarzumachen, dass das nicht akzeptabel ist“, sagte der frühere Bayern-Trainer Guardiola.

City-Angreifer Raheem Sterling sah in der Aktion der englischen Topliga einen „massiven Schritt“, es zeige, dass man „in die richtige Richtung“ gehe. Zuletzt hatte es weltweit Proteste und Aktionen gegen Rassismus gegeben, nachdem der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA ums Leben gekommen war.

Rummenigge gegen Länderspiele im September

FC Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge blickt mit Sorge auf den engen Terminplan im August und September. „Ich halte es eigentlich für nicht gut, was da gerade diskutiert und hoffentlich noch nicht final beschlossen worden ist“, sagte der 64-Jährige am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“ mit Blick auf die Ansetzung von Länderspielen Anfang September. Am Mittwoch hatte die Europäische Fußball-Union zudem das Champions-League-Finalturnier in Lissabon für den Zeitraum vom 12. bis 23. August terminiert. In der Europa League wird vom 10. bis zum 21. August in Deutschland gespielt.

„Wenn eine Mannschaft, egal ob Leipzig, Bayern oder Leverkusen, weit im Wettbewerb kommt, muss man garantieren, dass die Spieler anschließend mindestens zwei Wochen Urlaub haben“, sagte Rummenigge.

Die Bayern müssen noch ihr Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea absolvieren (Hinspiel: 3:0), RB Leipzig steht bereits im Viertelfinale. Leverkusen ist wie der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt noch in der Europa League dabei. Bezogen auf den Europapokal sei er froh, „dass die UEFA die Champions League zu Ende spielt“, sagte Rummenigge, „weil ich ein erbitterter Gegner von Entscheidungen am grünen Tisch bin.“

Die Nationalmannschaft spielt in der Nations League am 3. September gegen Spanien und drei Tage später in der Schweiz. Laut Rummenigge plant zudem die Bundesliga derzeit, dass „die neue Saison Mitte September gestartet wird.“ Ein möglicher Termin wäre dann Freitag, der 11. September.

Profis um Hummels gründen neues Bündnis

Spieler aus den drei deutschen Profiligen und Spielerinnen der Frauen-Bundesliga haben sich nach Informationen des „Kicker“ zu einer neuen Interessensvertretung zusammengeschlossen. Unter anderem Weltmeister Mats Hummels von Borussia Dortmund, Sven Bender von Bayer Leverkusen, Neven Subotic von Union Berlin, der frühere St.-Pauli-Kapitän Sören Gonther von Erzgebirge Aue und Alexandra Popp vom VfL Wolfsburg wollen mit dem Bündnis dafür sorgen, dass Spieler bei zukünftigen Entscheidungen von den Clubs und der DFL einbezogen werden.

„Ich finde es wichtig, dass Spieler eine Stimme bekommen – und zwar über die 1. Bundesliga hinaus“, sagte Hummels dem „Kicker“. „Wir wurden zuletzt oft übergangen, umso nötiger ist es, dass wir künftig unsere Stimme aktiv einbringen.“ Das Netzwerk will demnach noch in dieser Woche an die Öffentlichkeit gehen.

Auslöser für die Gründung jetzt war offensichtlich auch der Umgang mit den Spielern in der Corona-Krise. Sören Gonther sagte: „Wenn es eine Taskforce Fußball gibt, muss an diesem Tisch ein Spieler sitzen. Und wenn man über ein Hygienekonzept redet, müssen Spieler dazu befragt werden. Das darf nicht über unsere Köpfe hinweg entschieden werden.“

RB-Trainer Nagelsmann hadert mit Schiedsrichter

Julian Nagelsmann war sauer. Der Trainer von RB Leipzig haderte nach dem enttäuschenden 2:2 (0:0) im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf nicht nur mit der leichtfertig verspielten 2:0-Führung, sondern auch mit zwei strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen zu Ungunsten des Champions-League-Viertelfinalisten.

Auch „zwei klare Fehlentscheidung“ hätten RB zwei Punkte gekostet, beschwerte sich Nagelsmann. In der achten Minute entschied Schiedsrichter Manuel Gräfe bei einem Zweikampf von Torhüter Florian Kastenmeier an Kevin Kampl nicht auf Strafstoß, „obwohl er erst das Bein trifft und dann irgendwann den Ball berührt“, wetterte Nagelsmann: „Ein Feldspieler bekommt da garantiert einen Elfmeter gegen sich.“

Der RB-Trainer hatte zudem ein „klares Foul“ vor dem 1:2-Anschlusstreffer durch Steven Skrzybski (87.) von Kenan Karaman an Dayot Upamecano gesehen. „Karaman tritt ihn unten an der Sohle, dann knickt er um und bleibt unten im Rasen hängen“, sagte der 32-Jährige. Doch auch diesmal blieb Gräfes Pfeife stumm, und der Videoassistent griff erneut nicht ein. Die Düsseldorfer hätten sich nicht beschweren können, wenn beide Situationen zumindest nach dem Videobeweis gegen sie ausgelegt worden wären.

Demme schlägt Ronaldo: Neapel Pokalsieger

Der SSC Neapel um den Ex-Leipziger Diego Demme hat im Elfmeterschießen gegen Rekordmeister Juventus Turin zum sechsten Mal in seiner Geschichte den italienischen Pokal gewonnen. Nach dem 0:0 in der regulären Spielzeit verfehlte Turin am Mittwochabend im wegen der Corona-Krise leeren Stadio Olimpico von Rom die beiden ersten Versuche vom Punkt und verlor am Ende 2:4. Cristiano Ronaldo durfte gar nicht mehr antreten, nachdem zuvor Paulo Dybala an Neapels Torwart Alex Meret gescheitert war und Danilo den Ball über das Tor geschossen hatte.

„Wir haben gekämpft von der ersten bis zur letzten Minute. Ich bin wirklich stolz, Teil dieses Teams zu sein“, sagte Meret nach dem Erfolg. „Wir freuen uns über die erste Trophäe, aber es gibt noch viel zu tun. Mit diesem Spirit müssen wir weitermachen und versuchen in der Meisterschaft aufzuholen.“

Höhepunkte des Pokalfinales SSC Neapel – Juventus Turin

In der regulären Spielzeit hatte das von Gennaro Gattuso trainierte Neapel schon einige gute Chancen auf den Siegtreffer, scheiterte aber jedes Mal an Torwartikone Gianluigi Buffon (42) – zuletzt in der Nachspielzeit mit einem Kopfball von Nikola Maksimovic, den Buffon sensationell gerade so vor der Linie abwehrte. Dennoch reichte Juve diese Glanztat nicht. Die Chance auf das Triple aus Meisterschaft, Champions League und Pokal ist damit hin. In der Liga ist Turin Tabellenführer. Neapel liegt vor dem Wiederbeginn der Serie A am Wochenende auf Rang sechs.

Wegen der Corona-Pandemie fand die Siegerehrung in besonderer und abgesicherter Form statt. Die Sieger mussten Trophäe und Medaillen selbst abholen, sie wurden ihnen nicht wie üblich überreicht. Das Halbfinal-Rückspiel zwischen Juventus und AC Mailand am Freitag (0:0), bei dem Khedira eingewechselt wurde, war das erste Match in Italien nach dreimonatiger Unterbrechung. In der Serie A geht es am Samstag weiter.